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Generalsekretär Kofi Annan: „Die Vereinten Nationen arbeiten für Sie“ - Expo 2000 soll zu einer besseren Welt inspirieren

UNIC/271

HANNOVER, 2. Juli 2000 (UNIC) - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat heute auf der Weltausstellung in Hannover zur Eröffnung des „Tages der Vereinten Nationen auf der Expo 2000“ folgende Erklärung abgegeben:

Ich freue mich sehr, hier auf der Expo 2000 zu sein und diese wundervollen Pavillons sehen zu können - den Pavillon der Vereinten Nationen, den deutschen Pavillon und den Afrika-Pavillon, die ich heute besuchen werde.

Hannover war immer schon ein wichtiger Kreuzungspunkt Deutschlands und Europas. Heute ist es ein Treffpunkt der Welt. Die deutsche Bundesregierung und die Expo-Gesellschaft haben alles getan, um diese Weltausstellung zu einer wahrhaft globalen Veranstaltung werden zu lassen, und das Echo darauf war gewaltig. Mit beinahe 200 teilnehmenden Ländern und Organisationen ist die Expo 2000 die größte internationale Ausstellung aller Zeiten.

Die Pavillons sind wahre Wunder der Architektur und der Technologie, und es macht einfach Spaß, sie zu besuchen. Ich bin mir sicher, dass die Ausstellung für die Millionen Besucher, die erwartet werden, ein unvergessliches Erlebnis sein wird.

Für uns, die Vereinten Nationen, ist es eine Freude und Ehre, an der Expo 2000 teilnehmen zu können. Den Begriff „Vereinte Nationen“ kennt man überall auf der Welt. Die UNO-Charta wurde in mehr 100 Sprachen und Dialekte übersetzt. Das Bild unserer Organisation in der Öffentlichkeit ist jedoch oft missverständlich, und häufig vermitteln wir unsere Botschaft auch nicht so gut, wie wir eigentlich sollten. Der UNO-Pavillon soll einen Beitrag dazu leisten, dass dies anders wird. Mit Hilfe der neuesten Technologien und einer vielfältigen interaktiven Präsentation werden hier die Vereinten Nationen mit ihren Zielen, ihren Programmen und ihren Menschen lebendig dargestellt und der Welt auf verständliche Weise erklärt - wobei ich mit „Welt“ alle Menschen der Erde meine, denn sie alle sind die „Kunden“, für die wir letztlich da sind.

Unsere Präsentation soll den Menschen zeigen, dass ihre Anliegen auch unsere Anliegen sind, dass ihre Agenda auch die unsere ist, und vor allem, dass die Vereinten Nationen ein Werkzeug in ihren Händen sind, mit dem sie die Sache des Fortschritts und des Friedens voranbringen können.

Unsere Tätigkeit ist ebenso vielfältig wie die Pavillons und Völker, die bei dieser Ausstellung vertreten sind. Zu den Aufgaben der Vereinten Nationen gehört es, die wertvollen Ressourcen der Erde zu erhalten und ihre verletzliche Umwelt zu schützen. Wir sind bestrebt, der Kinderarbeit ein Ende zu setzen, das Analphabetentum zu verringern und die Gleichstellung der Frauen zu fördern. Wir führen die weltweite Kampagne gegen die Ausbreitung von HIV/Aids, Malaria und andere todbringende Krankheiten an.

Wir stehen zwar erst am Anfang eines neuen Jahrtausends, doch sind uns einige der Probleme, denen wir gegenüberstehen, schmerzlich vertraut.

Konflikte sind nach wie vor eine Geißel unserer Zeit, uns deshalb sind unsere Friedenssicherungseinsätze auch weiterhin ebenso erforderlich, wie unsere Anstrengungen, Massenvernichtungswaffen zu ächten und Landminen zu räumen.

Mehr als eine Milliarde unserer Mitmenschen leben nach wie vor in extremer Armut und überleben mit weniger als einem Dollar pro Tag. Daher arbeiten wir daran, sie in den Weltmarkt zu bringen - oder vielmehr, den Weltmarkt zu ihnen zu bringen.

Das Gift der Diskriminierung zersetzt noch immer die Gesellschaften, und darum lassen wir nicht nach in unserer Hoffnung, eine globale Kultur der Toleranz zu schaffen. Für die Verwirklichung dieser und vieler weiterer Ziele sind die Vereinten Nationen rund um die Welt 24 Stunden am Tag tätig. Dies kommt auch in dem Leitthema unseres Pavillons zum Ausdruck: „Die Vereinten Nationen arbeiten für Sie“.

Internationale Ausstellungen waren stets historische Momentaufnahmen unserer Welt. Im 19. Jahrhundert zeigten sie, wie die Gesellschaften die industrielle Revolution in den Griff bekamen. 1962 stand in Seattle eine neue Generation von Wundern der Technologie zur Schau - Tastentelefone und ein Überschallflugzeug. Damals lüfteten die Computerbauer den Schleier von einer ganz außergewöhnlichen Leistung - einem Computer, der klein genug war, um in einem mittelgroßen Raum Platz zu finden!

Das Leitthema der Expo 2000 - „Mensch, Natur, Technik“ - könnte zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht besser gewählt sein, denn heute müssen wir uns nicht nur als Menschen gegenseitig verstehen, sondern auch begreifen, wie die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, miteinander verknüpft sind. Die Interdependenz der Probleme ist heute ebenso bedeutsam wie die Interdependenz der Nationen.

Weltausstellungen waren stets auch ein Ausdruck der Hoffnung. Sie zeigen uns, dass trotz aller uns umgebenden Gefahren stets eine bessere Zukunft möglich ist. Lassen wir uns also inspirieren. Lassen wir uns alle als Besucher der Expo 2000 inspirieren, unser Möglichstes zu tun, um eine bessere Welt zu schaffen. Und senden wir von dieser Weltausstellung die Botschaft aus, dass die Vereinten Nationen für Sie, Sie und Sie - für Sie alle überall auf der Welt arbeiten.

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