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Generalsekretär Kofi Annan: „Der Kampf gegen die Bedrohung durch Drogen ist noch lange nicht vorbei“

UNIC/269

Erklärung zum Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel, 26. Juni 2000

NEW YORK, 21. Juni 2000 – Um ihrer Entschlossenheit im Kampf für eine drogenfreie Gesellschaft Ausdruck zu verleihen, hat die UNO-Generalversammlung 1987 beschlossen, den 26. Juni als Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel zu begehen. Aus Anlass dieses Tages hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Letztes Jahr ging die UNO-Dekade gegen Drogenmissbrauch zu Ende. Wenn wir auf die einzigartige Mobilisierung gegen Drogenmissbrauch und Drogenhandel zurückblicken, haben wir viel Grund zu feiern. Durch wachsende internationale Kooperation konnten wir im Kampf gegen den globalen Drogenhandel aufholen. Das Bewusstsein über die zerstörende Wirkung von Drogenhandel und Drogenmissbrauch nimmt zu. Und entscheidend ist, dass sich allmählich die Auffassung durchsetzt, dass das Drogenproblem lösbar ist.

Trotzdem ist der Kampf gegen die Bedrohung durch Drogen alles andere als vorbei, und der Erfolg in diesem kritischen Unterfangen ist alles andere als garantiert. An diesem internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel, sollten wir erneut unsere Bereitschaft bekräftigen, diese Krankheit auszurotten und das neue Jahrhundert zu einer wahrhaft drogenfreien Ära zu machen.

In dieser sich schnell globalisierenden Welt kennt die Bedrohung durch Drogen keine Grenzen. Sie beschränkt sich nicht auf bestimmte soziale Schichten oder einzelne Regionen. Es handelt sich um ein globales Problem, das mit unglaublich hohen wirtschaftlichen und sozialen Kosten verbunden ist. Viele der drängendsten Probleme, die unsere Gesellschaft heimsuchen, sind auf den Drogenhandel zurückzuführen. Die immensen Geldsummen, die der Drogenhandel hervorbringt, nähren eine Kultur der Korruption und der Gewalt, die die Struktur der Zivilgesellschaft angreift.

Unterbezahlten Regierungs- und Polizeibeamten werden Bestechungsgelder angeboten, die oft ihre Jahresgehälter übersteigen und sogar für die Ehrlichsten eine große Versuchung darstellen. Geldwäsche unterminiert die Integrität von Finanzinstituten und lenkt Ressourcen in eine unregulierte Schattenwirtschaft, in der keine Steuern gezahlt werden. Drogengeld macht die reiche Drogenelite immer noch reicher, während die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird.

Gewalt ist ein weiterer Aspekt des Drogenhandels – Gewalt gegen die Behörden, Gewalt zwischen einzelnen Drogenbanden, Gewaltverbrechen, die von Drogenabhängigen begangen werden, um ihre Sucht zu finanzieren, und häusliche Gewalt, wenn Familien auseinanderbrechen. Besonders schlimm ist die Gewalt, die der Drogenabhängige gegen sich selbst verübt – die Zerstörung von Körper und Seele. Denn eigentlich bleibt Drogenmissbrauch ein individuelles Problem. Er greift die Gesundheit an und mindert das Wohlbefinden einer Person und zerstört ihre Fähigkeit, einen bedeutsamen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Es gibt keine einfachen Lösungen für solch schwierige Probleme. Die internationale Gemeinschaft hat bereits wichtige Schritte zur Bekämpfung des Angebotes von illegalen Drogen unternommen. Aber, der Handel wird von der Nachfrage getragen. Hier kann noch viel mehr getan werden, vor allem bei der Vorbeugung gegen Drogenmissbrauch. Die Waffen in diesem Kampf sind einfach: der gesunde Menschenverstand und der gute Wille, die in allen Nachbarschaften vorhanden sind. Junge Menschen brauchen den Schutz, die Unterstützung und die Führung durch ihre Eltern und ihre Gemeinschaften. Sie benötigen Vorbilder, die ihnen helfen einen positiven Weg – einen Weg ohne Drogen – durch die unsichere Welt zu finden, in der wir heute leben.

Ich möchte deshalb heute, an diesem internationalem Tag gegen den Drogenmissbrauch, wiederholen, dass der Kampf, den wir führen, oft eine Frage von Leben oder Tod ist. Drogenmissbrauch und Drogenhandel sind eine schreckliche Realität, vor der wir aber nicht zurückschrecken dürfen. Ein Leugnen dieser Realität wird uns nur noch weiter in die zerstörende Spirale von Korruption und Gewalt hineinziehen.

Die Ausrottung des Drogenmissbrauchs von unserem Planeten ist eine entmutigende Aufgabe. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mit den vereinten Kräften aller Ebenen der menschlichen Organisation und in gemeinsamer Anstrengung in diesem Kampf vorankommen können und werden.

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