Samstag, 25 November 2017
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Gespräche über Klimaänderungen treten in ihre Abschlussphase ein

UNIC/264

BONN, 16. Juni 2000 (UNFCCC) – Verhandlungsteilnehmer aus 153 Staaten beenden heute in Bonn eine Gesprächsrunde, bei der nachhaltige Fortschritte in der Frage der Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen durch die Industriestaaten und der verstärkten Einschaltung der Entwicklungsländer in die Maßnahmen gegen den Klimawandel erzielt wurden.

„Die Ausarbeitung von Verhandlungstexten auf dieser Tagung und die zunehmende Beteiligung von Ministern an diesen Verhandlungen zeigen, dass die Gespräche jetzt von technischen Detailfragen auf die zentralen politischen Themen übergehen“, sagte der Exekutivsekretär der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, Michael Zammit Cutajar.

„Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns. Jetzt müssen sich die politischen Führer weltweit in den nächsten fünf Monaten mit voller Kraft in die Fertigstellung einer internationalen Strategie gegen die globale Erwärmung einschalten, damit wir im November auf der Klimakonferenz in Den Haag zu einem wirkungsvollen Abkommen gelangen können“, betonte Zammit Cutajar.

Ein vielversprechendes Zeichen für das zunehmende politische Engagement auf hoher Ebene ist die Tatsache, dass das nächste und letzte Vorbereitungstreffen in Lyon vom französischen Ministerpräsidenten Lionel Jospin eröffnet werden wird. Die von 11. bis 15. September stattfindende Tagung muss so viele Fragen wie möglich abschließend klären, damit in Den Haag Zeit für eine umfassende politische Vereinbarung bleibt.

Die Sechste Vertragsstaatenkonferenz der UNO-Klimakonvention (COP6) wird vom 13. bis 24. November in Den Haag stattfinden. Es wird mit 5.000 bis 10.000 Teilnehmern, darunter einer großen Anzahl von Ministern gerechnet.

Die laufenden Gespräche über Klimaänderungen gehen auf einen 1998 in Buenos Aires verabschiedeten Aktionsplan zurück, der sich um eine beschleunigte Umsetzung der UNO-Konvention von 1992 durch die Industriestaaten wie auch durch die Entwicklungsländer bemüht. Außerdem sieht der Plan die endgültige Festlegung der operativen Einzelheiten des Kyoto-Protokolls von 1997 vor. Aufgrund dieses Protokolls sollen die Industriestaaten in den Jahren 2008-2012 ihren gemeinsamen Ausstoß an Treibhausgasen um 5%, gemessen am Stand von 1990, absenken.

Das Protokoll wurde vor zweieinhalb Jahren verabschiedet, ist aber noch nicht in Kraft getreten, da die Regierungen die Regelung der näheren Einzelheiten darüber abwarten wollen, wie das Protokoll in der Praxis funktionieren soll. Viele Regierungen haben zu verstehen gegeben, dass sie nach einer endgültigen Annahme des Regelwerks für das Kyoto-Protokoll in Den Haag in der Lage wären, das Protokoll zu ratifizieren. Das Kyoto-Protokoll tritt in Kraft und wird rechtsverbindlich, sobald es von mindestens 55 Vertragsstaaten der Konvention ratifiziert wurde; darunter müssen sich jedoch Industriestaaten befinden, auf die zusammen mindestens 55 Prozent der von dieser Staatengruppe im Jahr 1990 ausgestoßenen Menge an Kohlendioxid entfallen.

Das Kyoto-Regelwerk muss auch die Berechnungsmethoden für die nationalen Emissionen und Emissionssenkungen und für Gutschriften für „Wälder-Senken“ (in denen durch die Anpflanzung neuer Bäume Kohlendioxid aus der Atmosphäre absorbiert wird und die damit ebenfalls zur Emissionssenkung beitragen) enthalten. Außerdem muss es Bestimmungen für die Überwachung der Einhaltung der Vertragsverpflichtungen sowie die Verfahren für den im Protokoll vorgesehenen Mechanismus zur sauberen Entwicklung, für die Gemeinsame Durchführung und für den Handel mit Emissionen vorsehen.

Das in Den Haag fertigzustellende, umfassende politische Paket muss auch auf andere Fragen der UNO-Konvention von 1992 eingehen, wie etwa auf den Technologietransfer und die besonderen Anliegen der Entwicklungsländer, vor allem jener, die gegenüber dem Klimawandel oder den wirtschaftlichen Folgen der Emissionssenkung in den Industriestaaten besonders anfällig sind.

Im Verlauf der Bonner Tagung haben die teilnehmenden Regierungen die Nominierung des holländischen Umweltministers Jan Pronk für das Amt des Präsidenten der Haager Konferenz formell begrüßt. Sie würdigten auch das Angebot Marokkos, die Siebente Vertragsstaatenkonferenz (COP 7) der Klimarahmenkonvention Ende 2001 in Marrakesch auszurichten.

Bei den heute zu Ende gehenden Bonner Klima-Gesprächen handelte es sich um die jeweils 12. Tagung des Nebenorgans der Konvention für Durchführungsmaßnahmen (SBI) sowie des Nebenorgans für wissenschaftliche und technische Untersuchungen (SBSTA). An den Gesprächen nahmen rund 1.700 Diplomaten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, zwischenstaatlichen Organisationen und Einrichtungen der Vereinten Nationen teil.

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Hinweis für Journalisten: Für Interviews und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Michael Williams in Genf, Tel.: (+41-22) 917-8242/44, Fax (+41-22) 797-3464, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder an Frau Nardos Assefa in Bonn, Tel.: (+49-228) 815-1526, Fax (+49-228) 815-1999, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

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