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Generalsekretär Kofi Annan: „Es gibt keine einfachen Lösungen“

UNIC/259

Erklärung zum Weltumwelttag, 5. Juni 2000

NEW YORK, 30. Mai 2000 – Am 5. Juni 1972 wurde in Stockholm die Konferenz über die Menschliche Umwelt eröffnet. Seither begehen die Vereinten Nationen jedes Jahr am 5. Juni den Weltumwelttag. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Wir befinden uns zwar am Beginn eines neuen Jahrtausends, die Umweltprobleme, denen wir gegenüberstehen, sind jedoch leider altbekannt. Und sie könnten noch schlimmer werden. Trotz des Erdgipfels in Rio de Janeiro und trotz vieler Erfolge, wie beispielsweise dem Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht, plündern Menschen weiterhin ihre Umwelt. In unserem täglichen Leben sind umweltgefährdende Gewohnheiten tief verwurzelt. Es gelingt uns nicht, Ökosysteme und Ressourcen wirksam zu schützen. Wir investieren nicht genug in alternative Technologien, vor allem im Bereich der Energie. Wir scheitern sogar daran, die Debatte darüber aufrecht zu erhalten.

Diese Entwicklung ist äußerst beunruhigend. Ich schlage vier vorrangige Maßnahmen vor, um diese Trends umzukehren.

Zu allererst brauchen wir eine große Kampagne zur Bewusstseinsbildung für diese Probleme in der Öffentlichkeit. Das Verständnis dafür, welchen Herausforderungen wir gegenüberstehen, ist alarmierend gering. Sowohl Unternehmen als auch Konsumenten müssen erkennen, dass ihr Handeln ungeheure Auswirkungen haben kann. Schulen und zivilgesellschaftliche Organisationen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Zweitens müssen ökologische Anliegen erneut ihren Platz in der Politik finden. Die Umweltanliegen müssen besser in die Wirtschaftspolitik integriert werden, und der wirksamste Weg dahin wäre eine „grüne Haushaltsführung“.

Drittens sollten die Regierungen Vereinbarungen über den Umweltschutz nicht nur beschließen, sondern auch umsetzen. Sie könnten beispielsweise Subventionen für umweltschädliche Unternehmungen jedes Jahr kürzen. Und sie könnten mehr umweltfreundliche Initiativen starten, auf welche die Märkte reagieren können.

Und viertens benötigen wir wissenschaftlich fundierte Information. Sie ist die einzige Grundlage für wirksame Umweltpolitik und dennoch haben wir in vielen Bereichen immer noch große Wissenslücken.

Technologische Durchbrüche, die heute noch unvorstellbar sind, könnten natürlich einige unserer umweltpolitischen Herausforderungen lösen. Es wäre aber töricht, sich darauf zu verlassen und wie gewohnt fortzufahren. Das Thema des diesjährigen Weltumwelttags drückt es am besten aus: Mit dem Jahr 2000 beginnt das Umwelt-Millennium; es ist an der Zeit zu handeln. Es wird keine einfachen Lösungen geben. Unangenehme ökologische Überraschungen stehen uns bevor. Doch der Beginn des neuen Jahrhunderts könnte kein besserer Zeitpunkt sein, uns – das heißt die Bevölkerungen und die Regierungen - zu einer neuen Ethik des Umweltschutzes zu bekennen.

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