Samstag, 18 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

Krisenmanagement und regionale Zusammenarbeit

UNIC/258

Vom 15. - 16. Juni 2000 beraten europäische Länder und regionale Organisationen in der Schweiz über internationale Kriseneinsätze

GENF, Mai 2000 (OCHA) – Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) organisiert vom 15. - 16. Juni 2000 eine Konferenz auf Ministerebene, um für Europa und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) wirksame und konzertierte Politikansätze zur Krisenbewältigung zu entwickeln. Zur Diskussion über das Krisenmanagement und die heiklen Fragen von Koordination und widersprüchlichen Mandaten werden zum Freiburg Forum Minister aus 50 Staaten erwartet.

Die Konferenz wurde nach der Schweizer Stadt benannt, in der die Tagung stattfinden wird. OCHA hat 50 europäische Länder, die GUS-Staaten, USA, Kanada, sowie das Rote Kreuz, den Roten Halbmond, die Europäische Union, die NATO und andere regionale Zusammenschlüsse von Regierungen eingeladen, Vertreter zum Forum Freiburg zu entsenden.

Die Schweiz finanziert das Forum und der Schweizer Außenminister Joseph Deiss wird Gastgeber dieser Veranstaltung sein. Der Untergeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordination der Vereinten Nationen, Sergio Vieira de Mello, wird die Diskussionen leiten.

Neben vielen gewalttätigen Konflikten haben 12 der 75 humanitären Katastrophen weltweit im vergangenen Jahr in Europa und in den GUS-Staaten stattgefunden. OCHA hat in einem Schreiben an alle Mitgliedstaaten davor gewarnt, dass „sich die humanitären Hilfsmaßnahmen noch weiter verschlechtern, noch mehr Mittel verschwendet und weitere Leben sinnlos geopfert werden“, wenn die bei den Hilfseinsätzen verfolgte Politik nicht besser abgestimmt wird. OCHA hat sich daher für ein „Treffens der führenden Politiker, die für die internationale humanitäre Hilfe verantwortlich sind“ ausgesprochen, um hier Abhilfe zu schaffen.

Im Jahr 1999 waren weltweit 500 Millionen Menschen von Naturkatastrophen und technischen Unfällen betroffen. Rund zwölfmal mehr Menschen mussten nach Schätzungen der UNO aufgrund von Kriegen flüchten oder wurden vertrieben. OCHA befürchtet, dass in den kommenden Jahren noch viel mehr Menschen von diesen Gefahren bedroht sein werden.

Das Forum Freiburg baut auf dem, von OCHA 1998 in Interlaken abgehaltenen Seminar zum Thema Partnerschaft für den Frieden auf, an dem 28 Staaten und verschiedene regionale Organisationen teilgenommen hatten. Diese Veranstaltung und spätere Beratungen in einer kleinen Gruppe beteiligter Staaten haben Zweifel darüber aufkommen lassen, ob die internationale Gemeinschaft in der Lage sein wird, wirksam auf dramatische Notfälle zu reagieren, solange Mängel in folgenden vier Bereichen nicht umgehend beseitigt werden:

  • Die Regierungen müssen ihre Konsultationsverfahren im Krisenmanagement ausbauen;
  • Die bilaterale Nothilfe an den Grenzen vor Ort soll verbessert und gefördert werden;
  • Personelle und materielle Hilfe muss schneller in die betroffenen Gebiete gelangen;
  • Zivile Hilfsorganisationen sollen gestärkt werden.

In jüngster Zeit wurden Hilfseinsätze in Notfällen oft durch Schwierigkeiten beeinträchtigt, die auf mangelnde Koordination zurückzuführen waren und die diese Einsätze potenziell gefährdet haben. Weitere Schwächen sind Überlappungen in der Arbeit und der Umstand, dass verschiedene Hilfsorganisationen ohne vorherige Absprache Spezialistenteams mit gleichem Auftrag in die betroffenen Regionen schicken, wo sie sich dann oft gegenseitig behindern. Gelegentlich führen auch Rivalitäten zwischen zivilen und militärischen Helfern zu einer Lähmung des Einsatzes.

Widersprüchliche Mandate, so das Ergebnis des Seminars in Interlaken, sind Probleme, die bei der internationalen Katastrophenhilfe immer wieder anzutreffen sind. Hier könnte Abhilfe geschaffen werden, indem sich die Regierungen in der Region darauf verständigen, einen zentralen Koordinator für die humanitären Hilfseinsätze in ihren jeweiligen Ländern zu ernennen. Ziel des Forum Freiburgs ist es, einen Prozess in Gang zu setzen, der solche und andere Lösungen für die anstehenden Probleme bringen soll.

* * * * *

Hinweis für Journalisten: Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Herrn Donato Kiniger-Passigli, OCHA-Informationsbeauftragter/Sprecher, Zimmer 300-14, Palais des Nations, CH-1211 Genf 10, Tel.:(+41-22) 9172653, Fax: (+41-22) 9170020, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Internet: http://www.reliefweb.int/fribourg

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front