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Habitat und UNEP bieten Venezuela Hilfe an

UNIC/229

NAIROBI, 22. Dezember 1999 (UNEP) – Die Zerstörungen, die in den letzten zwei Wochen durch die sintflutartigen Regenfälle in Venezuela verursacht wurden, machen einmal mehr schmerzlich bewusst, wie verletzlich menschliche Siedlungen angesichts von Umweltkatastrophen sind. Es wird geschätzt, dass allein in Venezuela 50 000 Menschen in den Fluten und Erdrutschen ums Leben gekommen sind; weitere 200 000 Menschen wurden obdachlos, da ganze Städte an der karibischen Küste regelrecht weggespült wurden.

Besorgt über diese menschliche Tragödie hat Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Umweltprogramms (UNEP) und amtierender Exekutivdirektor des Siedlungsprogramms (Habitat) der Vereinten Nationen, der venezuelanischen Regierung seine Unterstützung angeboten. Die Regionalbüros beider Organisationen mobilisieren ein Team von Experten im Umweltkatastrophenschutz, das bei einer Bestandsaufnahme vor Ort und beim Wiederaufbau des Landes mitwirken soll.

Jedes Jahr nehmen die durch Umweltkatastrophen bedingten Zerstörungen zu. Anfang dieses Jahres wurden mehr als 10 000 Menschen bei einem Zyklon in Orissa, Indien, getötet. Letztes Jahr haben mehr als 1,5 Millionen Familien in China ihr Heim durch Überschwemmungen verloren. Zur selben Zeit berichtete das Nationale Erdbeben Informationszentrum der Vereinigten Staaten, dass im Jahre 1997 2 900 und im Jahre 1998 mit 8 928 dreimal so viele Menschen durch Erdbeben umkamen. Mit über 18 000 Opfern der drei schwersten Erdbeben des Jahres 1999, in Kolumbien, der Türkei und Taiwan, wird offensichtlich, wie dringend Katastrophenmilderung und Schutz geworden sind.

“Das Ausmass menschlicher Tragödien, die durch Umweltkatastrophen verursacht werden, wird durch eine unkontrollierte Verstädterung und Umweltzerstörung noch verstärkt,“ sagte Töpfer. “Tatsächlich können wir nachweisen, dass die Auswirkungen von Katastrophen durch erhöhtes Umweltbewusstsein und bessere Stadtplanung verringert werden könnten.“

Studien über die grössten Flutkatastrophen in Asien und Lateinamerika, die während des vergangenen Jahres von UNEP und Habitat durchgeführt wurden, beweisen, dass das Ausmass der Umweltzerstörungen durch umweltschädliche Massnahmen wie Abholzung und schlechtes Management von Wasserressourcen dramatisch erhöht wird. In Städten mit inadäquater Landnutzung, wie der illegalen Bebauung von Sumpf- und Wasserschutzgebieten, wird der natürliche Abfluss des Regenwassers blockiert.

Auch die Auswirkungen von Erdeben wurden durch exponentiell wachsende Städte erheblich verstärkt. In vielen Fällen ist es den örtlichen Behörden nicht gelungen, der hohen Nachfrage nach Wohnraum und Infrastruktur zu folgen. Das hat zu einer Verschlechterung von Baustandards geführt, da die Baubehörden häufig zu schlecht ausgerüstet und zu dünn besetzt sind, um die Einhaltung der bestehenden Vorschriften zu überwachen. Die Folge ist, dass die Gebäude und nicht die Erderschütterungen Menschen töten.

Untersuchungen von UNEP, Habitat und anderer im Katastrophenschutz aktiven Organisationen sind für das Überleben von Bewohnern gefährdeter Gebiete von grosser Bedeutung. Mit diesem akkumulierten Wissen sollten die beteiligten Organisationen gemeinsam einen sog. “Vulnerability Index“ (Gefahren- und Verletzlichkeitsindex) entwickeln. Dieser Index sollte auf der Basis eines “Risk Assessments“ (Gefahrenanalyse) jeder beliebigen Stadt über ihre geographische Lage, den Zustand ihrer Gebäude und Infrastruktur, der theoretischen und praktischen Landnutzungspolitik und dem Zustand der Umwelt erstellt werden können.

“In einer Welt, die mehr und mehr von Naturkatastrophen heimgesucht wird,“ so Klaus Töpfer, “ist es höchste Zeit, einen solchen Index einzuführen, mit dessen Hilfe wir nachweisen können, welche Siedlungen und Städte akut in Gefahr sind.“

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