Donnerstag, 23 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: “Über AIDS sprechen, hilft Epidemie eindämmen“

UNIC/223

11 Millionen Kinder wurden durch AIDS zu Waisen; Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf Sexualerziehung von Jugendlichen

NEW YORK, 1. Dezember 1999 – Am 1. Dezember 1988 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum ersten Mal einen Welt-AIDS-Tag ausgerufen, der seither alljährlich begangen wird. Generalsekretär Kofi Annan hat aus Anlass des diesjährigen Welt-AIDS-Tages folgende Erklärung veröffentlicht:

An diesem letzten Welt-AIDS-Tag des 20. Jahrhunderts haben wir immer noch kein Heilmittel gegen AIDS gefunden. Wir haben auch keine Impfung, um die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit zu verhindern. Wir können zwar zunehmend Erfolge im weltweiten Kampf gegen die Epidemie vorweisen, aber nicht überall und bei weitem nicht ausreichend. Jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, müssen wir unsere Bemühungen an vielen Fronten verstärken. Wir müssen die Kinder und die Jugendlichen erreichen, denn sie sind der Schlüssel im zukünftigen Kampf gegen AIDS.

Bisher wurden mehr als 50 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Davon sind bereits 16 Millionen verstorben. Allein in diesem Jahr hat die Epidemie die Rekordzahl von 2,6 Millionen Menschenleben gefordert. Und zum ersten Mal gab es in Afrika mehr HIV-infizierte Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren als gleichaltrige infizierte Männer.

Die Hälfte der in diesem Jahr Infizierten ist unter 25 Jahre alt. Diese Menschen werden wahrscheinlich noch vor ihrem 35. Geburtstag sterben. Sie werden Kinder zurücklassen, die nicht nur einer Zukunft als Waisen entgegenblicken, sondern oft auch die Lasten der Armut und andere Stigmata tragen müssen.

Es ist erschütternd, dass die Epidemie seit ihrem Ausbruch 11,2 Millionen Kinder zu Waisen gemacht hat – neun von zehn in Afrika. Mit der Zahl der erwachsenen AIDS-Toten steigt auch die Zahl der AIDS-Waisen.

Diese Fakten erinnern nachdrücklich daran, dass Kinder und Jugendliche in der ganzen Welt stark gefährdet sind. Wir müssen uns die Frage stellen, warum das so ist. Vielleicht liegt es vor allem daran, dass Erwachsene zuviel Zeit damit verbringen, den jungen Menschen zu sagen, was sie tun sollen, ohne darauf zu hören, was sie brauchen: Zuneigung, enge Bindungen an Erwachsene, Erziehung zu gesunder Sexualität. Zudem bringen Gewalt, Armut und Diskriminierung zusätzliche Infektionsgefahren in das Leben der jungen Menschen.

Deshalb steht die weltweite Kampagne gegen AIDS im letzten Jahr des 20. Jahrhunderts unter dem Motto „Lauschen, Lernen, Leben“ und legt weiterhin den Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche. Die Arbeit mit Jugendlichen unter 25 Jahren ist heute wahrscheinlich unsere größte Hoffnung, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen.

Das bedeutet, gegen die Verschwörung des Schweigens anzukämpfen. Wer die Gefahren nicht kennt, die von diesem unsichtbaren Virus drohen, der kann sich und seine Lieben auch nicht schützen. Wenn wir insbesondere jungen Menschen lebenswichtige Informationen vorenthalten, tragen wir dazu bei, eine von ungeschütztem Sex und Drogenmißbrauch vorangetriebene Epidemie zu fördern.

Wir müssen auch weiterhin gegen falsche Scham ankämpfen. AIDS immer noch hinter dem Schleier der Stigmatisierung zu verbergen, trägt nur zur Verbreitung der Epidemie bei. Über AIDS zu sprechen, hilft, die Krankheit einzudämmen. Die Erfahrung lehrt uns, dass die im Umfeld der Immunschwächekrankheit entstehenden Vorurteile durch Aufklärung der Jugendlichen und durch sachgerechte Information über die Infektionsursachen bedeutend verringert werden können.

Wir wollen uns an diesem letzten Welt-AIDS-Tag des 20. Jahrhunderts bewusst an die Kinder und Jugendlichen wenden, nicht nur um den Gefahren einer Infektion der Gesunden vorzubeugen, sondern auch um unsere Arme für die Infizierten zu öffnen. Lassen Sie uns im Dialog den ersten Schritt zum Handeln sehen. Und lassen Sie uns neue Wege zum Lauschen, Lernen und Leben finden.

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