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Generalsekretär Kofi Annan: Erklärung zur Fünften Vertragsstaatenkonferenz des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen

UNIC/211

NEW YORK/BONN, 25. Oktober 1999 (UNFCCC) – Nachstehende Erklärung von Generalsekretär Kofi Annan an die Fünfte Vertragsstaatenkonferenz der Parteien des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen in Bonn (25. Oktober - 5. November), wurde in der Eröffnungssitzung von UNFCCC-Exekutivsekretär Michael Zammit Cutajar verlesen:

Ich freue mich sehr, den Vertragsstaaten des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen meine besten Grüße und Wünsche zu übermitteln. Die Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Eröffnung dieser Konferenz zeigt, welch hohen Stellenwert dieses Thema auf nationaler Ebene einnehmen kann. Bei dem Herrn Bundeskanzler möchte ich mich für dieses Zeichen seiner Unterstützung bedanken und bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bonn für die Einladung zu diesem wichtigen Treffen.

In den fünf Jahren seit die Konvention in Kraft getreten ist, haben die Vertragsstaaten die Grundlagen für langfristige Maßnahmen geschaffen, um den Klimawandel und seine Folgen abzuschwächen. Sie sind dabei, auf nationaler Ebene neue wirksame Institutionen und technische Einrichtungen, sowie ein glaubwürdiges internationales System der Datensammlung und des Informationsaustausches aufzubauen. Sie haben begonnen, Ziele zu definieren und Methoden zu entwickeln, die sicherstellen sollen, dass die gesetzten Ziele auch eingehalten werden können. Grundlage Ihrer politischen Entscheidungen ist der neueste Stand der Wissenschaft, der auf den anerkannten Analysen des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) beruht. Mit Mechanismen, die Ressourcen und neue Ideen aus Wirtschaft und Industrie einbinden, haben Sie die Bedeutung von Kosteneffizienz unterstrichen. Und Sie ermöglichen es der Zivilgesellschaft, Ihre Arbeit einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Dies alles sind Zeichen eines heranreifenden internationalen Regelwerkes, und Sie können auf Ihre Erfolge stolz sein. Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt für Selbstzufriedenheit. Ihre Bemühungen werden nur dann Früchte tragen, wenn sie von den Menschen draußen richtig verstanden werden: Von den wahlberechtigten und steuerzahlenden Bürgern, von den Investoren und Managern, von den Kommunalbeamten für Verkehr oder Abfallwirtschaft, wie von den Beamten für Land- oder Forstwirtschaft. All diese Menschen erwarten von Ihnen hier in Bonn eine klare Botschaft.

Die Menschen draußen wollen hören, dass die Industriestaaten sich in vollem Umfang dazu verpflichten, schnell Maßnahmen auf nationaler Ebene zu ergreifen, um ihre Emissionsziele zu erreichen. Angesichts der Zeit, die notwendig ist, um den Trend bei den Emissionen umzukehren, müssen die Industrieländer sofort handeln, wenn sie bis zum Jahr 2005 entsprechende Fortschritte vorweisen und bis 2008 die ersten Zielvorgaben verwirklichen wollen.

Der Weltöffentlichkeit muss erneut versichert werden, dass Sie sich für eine faire und umfassende Strategie einsetzen, die die Anliegen der am meisten betroffenen Länder berücksichtigt und auf die Notwendigkeit abstellt, das Klima als globale Ressource zu schützen. Die Menschen wollen sehen, dass die Entwicklungsländer durch Finanzhilfen, Technologietransfer und die Schaffung entsprechender Einrichtungen in die Lage versetzt werden, umweltfreundliche Wege der ökonomischen Entwicklung einzuschlagen und ihren angemessenen Beitrag zur Senkung des globalen Treibhausgasaustosses zu leisten.

Die Menschen wollen Beweise dafür sehen, dass der “Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung“, der innovative Kernpunkt des Protokolls von Kyoto, unmittelbar nach der sechsten Klimakonferenz im nächsten Jahr in Den Haag umgesetzt werden kann. Zudem möchten sie sicher sein, dass klimafreundliche Entscheidungen und Investitionen von heute mit dem Inkrafttreten des Kyotoer Protokolls spätestens im Jahr 2002 belohnt werden.

Wir leben in einer Zeit aussergewöhnlicher technologischer Kreativität. Alte Industrien werden umgestaltet oder von neuen ersetzt. Die für Ihren Erfolg so wichtigen Energie- und Transportsektoren werden in den kommenden Jahrzehnten nicht stagnieren. Auch wenn wir den Aspekt des Klimawandels außer acht lassen, sind steigende Wettbewerbsfähigkeit und geringere Umweltverschmutzung die Voraussetzungen für mehr Effizienz und eine saubere Zukunft. Unternehmen, die in diesen Bereichen Pionierarbeit leisten, weisen den Weg hin zu grünem Profit. Die Konvention und das Protokoll zielen genau in diese Richtung.

Sie haben seit der Annahme und Unterzeichnung der Konvention im Jahre 1992 viel erreicht, aber Sie haben noch einen langen Weg vor sich. Die Vereinten Nationen sind bereit, Sie auf diesem Weg zu begleiten. Im Sinne dieser Partnerschaft wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg bei Ihren Beratungen.

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