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Generalsekretär Kofi Annan: “Das Analphabetentum gemeinsam bekämpfen“

UNIC/196

Erklärung zum Internationalen Tag gegen das Analphabetentum, 8. September 1999

NEW YORK, 8. September 1999 – Zum Internationalen Tag gegen das Analphabetentum hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Es gibt heute 880 Millionen Analphabeten auf der Welt. Zwei Drittel davon sind Frauen. Mehr als 120 Millionen Kindern bleibt jedweder Zugang zu formeller oder informeller Bildung verwehrt. Wenn wir unser Engagement für die Alphabetisierung nicht verstärken, werden diese Kinder die erwachsenen Analphabeten von morgen sein. Der Internationale Tag gegen das Analphabetentum gibt uns Gelegenheit, unsere Aufmerksamkeit auf diese Frage zu lenken.

Die jüngsten Schätzungen der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) geben Grund zur Hoffnung. Der Anteil der erwachsenen Analphabeten an der Weltbevölkerung ist beständig von mehr als einem Drittel im Jahr 1970 auf ein Viertel im Jahr 1990 gesunken. Ein Rückgang auf unter ein Fünftel zu Beginn des nächsten Jahrtausends wird vorausgesagt.

Doch Bildung bedeutet mehr als lesen und schreiben zu lernen. Und der Aufbau einer alphabetisierten Welt erfordert mehr als nur Bildungsprogramme. Die Familie der Vereinten Nationen und die Mitgliedstaaten müssen zusammenarbeiten, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Bildung ein integrierter Teil der gesamten Entwicklungsbemühungen ist. Wir müssen uns zum Ziel setzen, Wissen und Fertigkeiten zu schaffen, mit denen die Menschen ihre Probleme erkennen und bewältigen, mit denen sie ihre eigenen Vorstellungen von Entwicklung formulieren und sich in allen Entscheidungsprozessen sachverständige Urteile bilden zu können. Wir müssen für den bestmöglichen Einsatz traditioneller wie neuer Technologien sorgen, um damit Wissenslücken zu schließen. Und wir müssen uns dafür einsetzen, daß alle Menschen die Chance für ein lebenslanges Lernen haben.

Das bedeutet vor allem Teamwork. Die Vereinten Nationen und die UNESCO, die führende UNO-Sonderorganisation auf dem Gebiet der Bildung, brauchen die Zusammenarbeit aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, der Finanzpartner, der Verbände der Zivilgesellschaft und der vielen Tausenden von großteils freiwilligen Bildungsarbeitern in aller Welt. Dazu müssen wir in echter Partnerschaft mit den 880 Millionen erwachsenen Analphabeten und den 120 Millionen Kindern und jungen Menschen, die keine Schule besuchen, zusammenarbeiten. Und dazu ist auch der ständige Dialog mit den Lernenden und ihre Teilhabe an den Entscheidungen, die sie betreffen, erforderlich.

Vor allem aber brauchen wir dafür das finanzielle, ethische und politische Engagement der gesamten internationalen Gemeinschaft. Wir wollen an diesem letzten Internationalen Tag gegen das Analphabetentum im 20. Jahrhundert dieses Engagement neuerlich bekräftigen, in der Hoffnung, daß am Ende des 21. Jahrhunderts niemand mehr zum Analphabetentum verdammt sein wird.

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