Samstag, 25 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

UNEP fördert Konzept der Kreislaufwirtschaft

UNIC/193

„Die Auswirkungen aller Abschnitte im Herstellungskreislauf eines Produktes müssen in Betracht gezogen werden, wenn Entscheidungen über die Produktions- und Konsumtionsmuster, Politik- oder Managementstrategien gefällt werden“

NAIROBI, 20. August 1999 – Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) fördert die sogenannte Kreislaufwirtschaft. Dieses Konzept begreift den Herstellungsprozess eines Produktes als Ganzes: Von der Rohstoffgewinnung und –verarbeitung, der Produktion, über den Transport, Vertrieb, die Nutzung, Zweitnutzung und Instandhaltung eines Produktes, bis zum Recycling und zur endgültigen Entsorgung ist jeder Schritt ein Glied einer zusammenhängenden Kette.

„Der Kreislaufgedanke impliziert, dass jeder Verantwortung trägt, der am Herstellungsprozess eines Produktes von der Wiege bis zum Grab teilhat. Alle externen Faktoren inbegriffen“, sagt Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor von UNEP.

Dr. Töpfer lobt die Europäische Union für ihr kürzlich beschlossenes Verbot kadmiumhaltiger Batterien, das im Jahr 2008 wirksam wird. Auch die Entscheidung, zukünftig die Elektronikindustrie für Sammlung und Recycling leerer Batterien verantwortlich zu machen, begrüsst er als ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Wir müssen wegkommen von der „Abfallgesellschaft“

Wir müssen auf eine Gesellschaft zusteuern, in der sowohl Hersteller als auch Verbraucher Verantwortung für ihre Taten und Entscheidungen übernehmen. Es ist wichtig, dass die Verantwortung der Hersteller ausgeweitet wird mit dem Ziel, z.B. die Kosten für Entsorgung und Abfallmanagement von den Kommunalverwaltungen auf diejenigen zu übertragen, die den Herstellungsprozess eines Produktes am meisten beeinflussen. Diese Methode regt Hersteller an, Produkte zu entwickeln, die auch in der Endphase ihres Lebensweges unbedenklich sind. „Es wird immer deutlicher, dass sich die Konsumenten mehr und mehr für das ‚Nachleben‘ eines Produktes interessieren“, sagt Dr. Töpfer. „Neben Preis und Qualität möchten Verbraucher wissen, wo, wer und wie etwas hergestellt wird. Das zunehmende Bewusstsein für Umwelt und soziale Aspekte ist ein Hoffnungsschimmer. Darauf sollten Regierungen und Industrie aufbauen“.

Ökobilanz ist ein nützliches Instrument

Laut Dr. Töpfer hat sich die Methode der Ökobilanz als ein quantitatives Instrument erwiesen, das eine umweltgerechtere Produktion gewährleistet. Mithilfe der Ökobilanz können sowohl Input als auch Output von Energie und Ressourcen in allen Abschnitten des Lebenszyklusses quantifiziert und die damit verbundenen Auswirkungen bestimmt werden.

Potential der Ökobilanz muss ausgeschöpft werden

Dr. Töpfer gibt an, UNEP wolle auch jene erreichen, die mit Ökobilanz noch nicht vertraut sind. Dazu gehören klein- und mittelständische Unternehmen, Regierungen und Wirtschaft besonders in Entwicklungsländern. Ein Bericht über die Annahme und Akzeptanz der Ökobilanz wird Ende dieses Jahres vorliegen.

Beziehung zwischen Handel und Umwelt: ein entscheidendes Thema

Bei der Förderung der Kreislaufwirtschaft ist die Beziehung zwischen Handel und Umwelt ein entscheidendes Thema. Die Liberalisierung des Handels kann einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben, indem sie den Zugang zu Ressourcen, sowie Technologietransfer und Einkommen verbessert. Auf der UNO-Konferenz von 1992 zum Thema ´Umwelt und Entwicklungª wurden die Teilnehmerstaaten aufgefordert, ihre Handels- und Umweltpolitik aufeinander aufzubauen und den grösstmöglichen Nutzen aus der Handelsliberalisierung zu ziehen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Umweltfreundliche Technologien und Produktionsverfahren sowie die Internationalisierung von umweltbedingten Kosten sind wichtige Instrumente, um eine nachhaltige Entwicklung auf der ganzen Welt voranzutreiben.

„Die Auswirkungen aller Abschnitte im Herstellungskreislauf eines Produktes müssen in Betracht gezogen werden, wenn Entscheidungen über Produktions- und Konsumtionsmuster, Politik- oder Managementstrategien gefällt werden“, ergänzt Dr. Töpfer. „Es ist von höchster Wichtigkeit, dass der Kreislaufgedanke in allen Teilen der Gesellschaft und in allen Organisationen gefördert wird.“

* * * * *

Weitere Informationen:

Tore J. Brevik, Pressesprecher von UNEP und Direktor der „Communications and Public Information Branch“, P.O.Box 30552, Nairobi, Kenia, Tel: (00254-2) 62 32 92; Fax: 62 36 92; E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Jacqueline Aloisi de Larderel, Direktor „UNEP Centre for Industry and Environment“, Tour Mirabeau, 39-43 quai André Citroën, 75739 Paris Cedex 15, Frankreich. Tel: (0033-1) 44 37 14 41, Fax: 44 37 14 74, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder Hussein Abaza, Abteilungsleiter Wirtschafts- und Handelsabteilung. Tel: (0041-22) 979 91 79, Fax: 796

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab Mai 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front