Mittwoch, 22 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Trotz medizinischen Fortschritts breitet sich AIDS weiter aus

UNIC/138

Erklärung zum Welt-AIDS-Tag

NEW YORK, 1. Dezember – 1988 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen ihre große Sorge über die rasche Ausbreitung von HIV/AIDS zu Protokoll gegeben und hat die Bedeutung des von der Weltgesundheitsorganisation WHO für den 1. Dezember 1988 zum ersten Mal ausgerufenen Welt-AIDS-Tages unterstrichen. In seiner diesjährigen Botschaft zum Welt-AIDS-Tag betont der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, daß es immer noch nicht gelungen ist, die Epidemie einzudämmen und daß die weitere Ausbreitung von AIDS nur durch intensive Aufklärung insbesondere von jungen Menschen verhindert werden kann:

Im Gedenken an die Verstorbenen und in Anerkennung der Arbeit derer, die an vorderster Front gegen die Infektionskrankheit kämpfen, begehen wir heute den Welt-AIDS-Tag.

Dabei würdigen wir besonders Jonathan Mann, den ersten Direktor des internationalen AIDS-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), und seine Frau Mary-Lou, eine Pionierin der AIDS-Forschung, die beide zusammen mit anderen UNO-Kollegen vor knapp drei Monaten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind.

Manche möchten uns glauben machen, daß der AIDS-Notstand vorüber ist, weil bessere Medikamente gefunden wurden. Die Fakten belehren uns eines Besseren. Es gibt noch immer keine Heilung. In keinem Land wurde die Ausbreitung von HIV gestoppt. Selbst in Westeuropa und Nordamerika haben sich im vergangenen Jahr rund 75.000 Personen infiziert.

Am Ende dieses Monats wird die Zahl der Kinder und Erwachsenen, die mit HIV leben, auf über 33 Millionen gestiegen sein – das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. AIDS hat bereits 14 Millionen Menschenleben gekostet. Mindestens 95 Prozent aller Ansteckungen und Todesfälle passieren in Entwicklungsländern, in denen die neuen kostspieligen Medikamente, die helfen könnten das Leben zu verlängern, kaum zugänglich oder bezahlbar sind.

So ist AIDS in Wahrheit immer noch eine sich weiter ausbreitende Infektionskrankheit – eine, die jedes Jahr mehr Menschen tötet als die Malaria. Weil es sich bei den Opfern meist um junge Erwachsene handelt, die sonst Familien gründen und die Volkswirtschaft unterstützen würden, sind die Auswirkungen bedrohlich. Nirgends ist dies offensichtlicher als in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo seit Beginn der AIDS-Epidemie 34 Millionen Menschen infiziert wurden und 11,5 Millionen gestorben sind.

Diese Flutwelle droht den hart erkämpften Fortschritt der ärmeren Staaten zunichte zu machen. In Botswana hat ein zu Beginn des nächsten Jahrzehnts geborenes Kind eine Lebenserwartung von kaum mehr als 40 Jahren, statt den 70 Jahren, die es ohne AIDS erreichen könnte. Simbabwe schätzt, daß es im Jahre 2005 mehr als 900.000 AIDS-Waisen unter 15 Jahren haben wird. Eines der führenden Unternehmen in Tansania betont, daß die durch AIDS verursachten Kosten den jährlichen Gesamtgewinn der Firma übersteigen.

Deshalb ist der breit angelegte Kampf, der vom organisationsübergreifenden HIV/AIDS-Programm der Vereinten Nationen gegen die Epidemie geführt wird, überlebenswichtig. Vielleicht heißt die zentrale Botschaft, die das System der Vereinten Nationen übermitteln kann, daß wir gegen diese Krankheit nicht machtlos sind. Viele Länder, darunter auch einige Entwicklungsländer, haben die Ausbreitung von HIV verlangsamt, indem sie offen über AIDS und sexuelle Praktiken sprechen, indem sie sich solidarisch mit bereits Infizierten zeigen und indem sie allen Bürgern Informationen über Vorbeugung und Unterstützung zugänglich machen.

Die Erfahrung lehrt uns, daß sich vorbeugende Maßnahmen wohl vor allem bei jungen Menschen auszahlen werden, denen vermittelt werden muß, sich von Anfang an an sichere Praktiken zu halten. Ungefähr die Hälfte aller HIV-Infektionen betreffen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. Mit ihrer 1998 durchgeführten Kampagne “Kraft zur Veränderung“ haben die Vereinten Nationen und ihre Partner die Rolle unterstrichen, die junge Menschen spielen können, um die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen.

Junge Menschen haben einen gewaltigen Einfluß auf die Erziehung und das Verständnis in ihren Familien, ihrem Freundeskreis, ihren Schulen, ihren Gemeinden und ihren Ländern. An diesem Welt-AIDS-Tag sollten wir unsere Verpflichtung erneuern, in die jungen Menschen weltweit zu investieren, denn sie halten den Schlüssel für eine sicherere Zukunft in ihren Händen.

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