Samstag, 25 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Vorbeugung kann Leben retten und Besitz schützen

UNIC/126

Erklärung zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung

NEW YORK, 14. Oktober 1998 – 1989 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 1990 bis 1999 zur Dekade der Katastrophenvorbeugung ausgerufen. In diesem Zusammenhang hat die Generalversammlung auch beschlossen, während dieser Dekade jeweils jeden zweiten Mittwoch im Oktober als Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung zu begehen. Zu diesem Tag hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Fast täglich werden wir an die Bedrohung durch Naturkatastrophen erinnert. Seit Anfang des Jahres haben wir katastrophale Überschwemmungen in Asien, verheerende Wirbelstürme auf dem amerikanischen Kontinent und, auf einigen Kontinenten, die schwerwiegenden Folgen von El Nino erlebt. Wir können zwar den Naturgewalten nicht Einhalt gebieten, aber wir können und müssen verhindern, daß aus ihnen größere soziale und wirtschaftliche Katastrophen erwachsen.

Naturkatastrophen beschäftigen die Phantasie und wir neigen dazu, sie in dramatischen Bilder zu sehe, wie wir sie aus dem Fernsehen kennen. Aber die wahren Folgen dieser Katastrophen liegen woanders. Naturkatastrophen greifen machtvoll in unsere Bemühungen für eine nachhaltige Entwicklung ein. Ihre gewaltigen Auswirkungen auf die Rohstoffversorgung bringen die Märkte aus dem Gleichgewicht, wodurch sich nationale Einkommen empfindlich verringern. In vielen Entwicklungsländern können jährlich bis zu fünf Prozent des Bruttosozialproduktes Naturkatastrophen zum Opfer fallen. Der von Naturkatastrophen in den USA angerichtete Schaden wird auf durchschnittlich eine Milliarde US-Dollar pro Woche geschätzt.

Wir können es uns weder finanziell noch gesellschaftlich länger leisten, bei einer Katastrophe einfach nur auf Hilfslieferungen zu warten. Vorsorgemaßnahmen im Bereich der Einsatzbereitschaft zur Verbesserung der Hilfsoperationen werden zwar weiterhin notwendig bleiben, vorrangig müssen wir uns aber verstärkt um die Einführung von Präventivstrategien bemühen, mit dem Ziel, Leben zu retten und Besitz zu schützen, bevor sie verloren gehen. Das Programm für die Internationale Dekade der Katastrophenvorbeugung, das von der Generalversammlung 1989 verabschiedet und 1994, auf der Weltkonferenz zur Katastrophenvorbeugung in Yokohama, weiterentwickelt wurde, liefert uns die notwendigen Handlungsanleitungen.

Wissenschaft und Technologie spielen eine zentrale Rolle bei der Reduzierung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen von Naturkatastrophen. Der diesjährige Internationale Tag unterstreicht die Bedeutung der Information für die Vermittlung dieser technischen Fähigkeiten und für den Austausch praktischer Erfahrungen, damit das Leben der Menschen sicherer wird. Mehr und mehr Länder integrieren die Katastrophenvorbeugung in ihre nationalen Entwicklungsprogramme. Dabei legen sie den Schwerpunkt auf bessere Risikoabschätzung und auf rechtzeitige und effektive Frühwarnung sowie auf die Mobilisierung der Unterstützung von Lehrern, Nichtregierungsorganisationen, Einrichtungen der Zivilgesellschaft und privatwirtschaftlichen Unternehmen wie z.B. Versicherungsgesellschaften. Sonderorganisationen der Vereinten Nationen wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) und die Weltbank haben besondere Anstrengungen unternommen, um ihre technische Expertise in den Dienst dieser Sache zu stellen.

Prävention beginnt mit Information. Diesen Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung möchte ich zum Anlaß nehmen, um zu breitest möglicher Partnerschaft und Kommunikation sowie zu einem umfassenden Informationsaustausch zwischen allen gesellschaftlichen Gruppen und allen Nationen aufzurufen, mit dem Ziel, ein nachhaltiges Engagement für eine sicherere Welt zu gewährleisten, eine Welt, die weniger anfällig ist für die Verheerungen durch Naturgewalten und Naturkatastrophen.

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