Donnerstag, 23 November 2017
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Versicherungsmanager diskutieren über Umweltberichte und den Kyoto-Nachfolgeprozeß

UNIC/102

Internationale Konferenz über Umweltmaßnahmen im Finanzdienstleistungssektor in Köln, 9.-10. Juni 1998

KÖLN, 9. Juni 1998 (UNEP) -- In Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) werden sich vom 9.-10. Juni 1998 über 100 Versicherungsmanager und Repräsentanten anderer Finanzinstitutionen aus mehr als 15 Ländern in Köln treffen, um Erfahrungen auszutauschen und Strategien zur Umsetzung von Umweltmaßnahmen im Versicherungssektor zu entwickeln. Gastgeber der Konferenz ist die Gerling Global Re, einer der weltweit größten Versicherungskonzerne. Die wichtigsten Themen der Tagung sind der Kyoto-Nachfolgeprozeß sowie die Maßstäbe für Umweltberichte.

,,Die Versicherungsbranche hat sich zu einer starken und glaubwürdigen Lobby für Umweltthemen entwickelt“, betonte UNEP-Exekutivdirektor Dr. Klaus Töpfer. ,,Ich erwarte, daß der Versicherungssektor auch bei der nächsten Verhandlungsrunde über die Klimarahmenkonvention in Buenos Aires eine bedeutende Rolle spielen wird.“

Neben den Gesprächen über Klimawandel und den Kyoto-Nachfolgeprozeß wird die Konferenz auch Fortschritte bei den Umweltberichten und beim Management von “grünem Kapital“ behandeln. Auf der Tagung soll auch ein gemeinsamer Welterwärmungsindikator (Global Warming Indicator) vorgestellt werden, der allen Unternehmen helfen soll, ihren jeweiligen Beitrag zur globalen Erwärmung zu messen. Mit Hilfe dieses Indikators können Investmentmanager abschätzen, welche Auswirkungen das Kyoto-Protokoll auf die Kapitalerträge von Unternehmen hat.

Seit 1987 hat die Versicherungswirtschaft unter einer Reihe von milliardenschweren Stürmen gelitten. Dies hat zu einem starken Anstieg bei den Schadenersatzansprüchen, Verringerung von Versicherungsdeckungen und höheren Prämien geführt. Dabei ist die Versicherung von Eigentum besonders betroffen. Dies sind einige der Gründe, warum die Versicherungsbranche die durch die Klimarahmenkonvention ausgelösten Entwicklungen sehr sorgfältig verfolgt und auch in der nächsten Verhandlungsrunde, die noch in diesem Jahr in Buenos Aires stattfindet, eine aktive Rolle spielen wird.

Zur Zukunft der Umweltagenda sagte Dr. Töpfer: “Es gibt viele Stimmen bei den Umweltschützern, die weiterhin meinen, daß die Wirtschaft immer noch ein Hindernis für den Fortschritt darstellt. Statt Konfrontation brauchen wir Partnerschaften, so wie die zwischen UNEP und der Versicherungsbranche. Wir müssen gemeinsam nach Lösungen suchen.“

Die Konferenz bietet eine Gelegenheit, auf die Rolle aufmerksam zu machen, die Versicherungsgesellschaften neben der Politik der öffentlichen Hand übernehmen können, um Umweltziele zu erreichen. Die Regierungen sollten die Versicherungsgesellschaften als großes Füllhorn technischer Expertise und finanzieller Ressourcen begreifen, die in Unterstützung und Ergänzung ihrer Politik für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden können. Dies ist besonders wichtig für den Kyoto-Nachfolgeprozeß und das vor kurzem von UNEP und UNCTAD geschaffene zwischenstaatliche Sachverständigengremium über die Nutzung von wirtschaftlichen Instrumenten, in dem der private Sektor einen bedeutenden Part übernehmen könnte.

Die Konferenz findet zu einer Zeit statt, in der viele der weltweit führenden Versicherungsunternehmen erkannt haben, daß ihre Bemühungen, menschliches Leben und Eigentum zu schützen und Katastrophen zu verhindern, eine wichtige Rolle für die Sicherung der Umwelt für zukünftige Generationen spielen.

“Ein besseres Verständnis der Umweltrisiken ist von großer Bedeutung für Versicherungsunternehmen, wenn wir ihnen umsichtig begegnen wollen,“ betont der Geschäftsführer von Gerling Global Re in London und Präsident der Tagung, Dr. Walter Jakobi. “Aber wir können dieses Problem nur dann angehen, wenn wir über bessere und detailliertere Informationen verfügen. Aus diesem Grund sind Umweltberichte so wichtig für unsere Branche.“

UNEPs Allianz mit der Versicherungswirtschaft begann 1995, als die ersten Versicherungsgesellschaften die UNEP-Umwelterklärung der Versicherungswirtschaft unterzeichneten. Heute haben mehr als 70 Versicherungsunternehmen aus 25 Ländern die Erklärung unterschrieben und sich verpflichtet, Umweltbelange in ihre Aktivitäten einzubinden. Anläßlich dieser Konferenz werden auch die Achmea Gruppe (Niederlande) und die Viktoria Versicherungen (Deutschland) die Erklärung unterzeichnen.

Die Kölner Konferenz ist die dritte Tagung, die von UNEP und der Umweltinitiative der Versicherungswirtschaft gefördert wird. Die Initiative wird vom UNEP Versicherungslenkungsausschuß geleitet, dem folgende Unternehmen angehören: General Accident plc. (Großbritannien), Gerling-Konzern Globale (Deutschland), N.P.I. (Großbritannien), Sumitomo Marine & Fire Insurance Co.Ltd. (Japan), Schweizer Rückversicherungsgesellschaft (Schweiz) und Storebrand (Norwegen).

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Informationen für Journalisten:

Journalisten können an der Plenarsitzung der Konferenz am Dienstag, 9. Juni 1998 von 9.00-10.30 Uhr teilnehmen. Direkt nach der Plenarsitzung, um 10.30 Uhr, wird eine Pressekonferenz mit UNEP Exekutiv-direktor Dr. Klaus Töpfer und Umweltministerin Dr. Angela Merkel am Sitz des Gerling-Konzerns stattfinden. Falls Sie an der Übersendung einer einseitigen Zusammenfassung der Konferenzergebnisse interessiert sind, wenden Sie sich bitte an eine der untenstehenden Kontaktpersonen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Bernd Schanzenbächer, Koordinator, UNEP Versicherungsinitiative, Tel. +41-22-979-9392, Mobiltelefon +49-172-6846910, Fax +41-22-7969240, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder

Walter Jakobi, Geschäftsführer, Gerling Global Re

In Nairobi:
Robert Bisset, UNEP Media and Communications Officer

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