Montag, 20 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Sieg über die Apartheid darf kein Vorwand für Selbstgefälligkeit sein

UNIC/95

Bemühungen zur Beseitigung von Rassendiskriminierung müssen fortgesetzt werden

NEW YORK, 21. März – 69 Menschen kamen am 21. März 1960 in Sharpeville, Südafrika, bei einer friedlichen Demonstration gegen die Paßgesetze der Apartheidregierung ums Leben, als die Polizei das Feuer auf die Demonstranten eröffnete. 1996 proklamierte die UNO-Generalversammlung den 21. März zum Internationalen Tag gegen Rassendiskriminierung und rief die internationale Staatengemeinschaft auf, ihre Anstrengungen zur Beseitigung jeglicher Form rassischer Diskriminierung zu verdoppeln. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat aus Anlaß dieses Tages folgende Erklärung veröffentlicht:

Die Ereignisse der letzten Jahre geben nicht nur Anlaß zu Optimismus, sondern auch zu erneuter Wachsamkeit. Auf der einen Seite haben wir den Niedergang der Apartheid in Südafrika miterlebt, ein Triumph für die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte und eine Niederlage für das Übel einer Herrschaft, die auf Rassenunterschieden basierte. Auf der anderen Seite sind wir Zeugen von „ethnischen Säuberungen“ und Völkermord geworden, bei denen Menschen aufgrund ihrer Rasse, Volkszugehörigkeit oder Religion vertrieben oder niedergemetzelt wurden.

Wir haben erlebt, daß rassische Minderheiten und Einwanderer all zu oft Zielscheiben der Unzufriedenheit werden, wenn sich Gesellschaften den Herausforderungen stellen müssen, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Modernisierung einhergehen. Dies zeigt deutlich, daß der Sieg über die Apartheid nicht als Vorwand für Selbstgefälligkeit gelten darf, sondern als neuer Aufruf zum Handeln verstanden werden muß.

Das Engagement zur Beseitigung von Rassendiskriminierung war einer der wichtigsten Beweggründe für die Schaffung der Vereinten Nationen. In diesem Jahr, in dem wir den fünfzigsten Jahrestag der Annahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte feiern, erfüllen wir die Botschaft mit neuem Leben, daß die in der Erklärung aufgeführten Rechte und Freiheiten allen Menschen, unabhängig von Rasse, Farbe oder Herkunft zustehen. Wir wollen dem Motto des fünfzigjährigen Jubiläums „Alle Menschenrechte für alle Menschen“ gerecht werden.

Ein großer Teil der Verantwortung liegt bei den Regierungen. Gesetzgebung, Bildung und politische Strategien sind die wichtigsten Instrumente, um Rassendiskriminierung in der Zukunft vorzubeugen, um die Auswirkungen von früherer Rassendiskriminierung zu beseitigen und um in den kommenden Jahren tolerante und gleichberechtigte Gesellschaften aufzubauen.

Die Regierungen können auch den Vereinten Nationen helfen. So haben einige Regierungen immer noch nicht das Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung ratifiziert, das wichtigste Rechtsinstrument der Vereinten Nationen im Kampf gegen rassische Diskrimierung. Und was noch wichtiger ist, nur 25 Staaten haben Artikel 14 des Übereinkommens angenommen, der es jedem Individuum erlaubt, eine Petition beim Ausschuß für die Beseitigung von Rassendiskriminierung einzubringen.

Ich möchte heute auch gerne an einen anderen Jahrestag erinnern – an den 30. Todestag von Martin Luther King im kommenden Monat. Wir sollten ihm und allen anderen, die ihre Leben für eine Welt ohne Diskrimierung geopfert haben, unseren Respekt zollen. Geben wir diesem Jahr einen Sinn. Erfüllen wir die Menschenrechte mit Leben.

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