Montag, 20 November 2017
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Generalsekretär Kofi Annan: Mit Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsförderung die Armut bekämpfen

UNIC/73

Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut

BONN, 17. Oktober – Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat die Beseitigung der Armut zu einem ihrer vorrangigsten Ziele in den 90er Jahren gemacht. In diesem Zusammenhang wurde 1992 der 17. Oktober zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut erklärt. In diesem Jahr beginnt am 17. Oktober auch die Erste Dekade der Vereinten Nationen für die Beseitigung der Armut (1997-2006), wodurch in besonderem Maße auf die Ursachen von Armut und die Notwendigkeit, sie zu bekämpfen, aufmerksam gemacht werden soll. Anläßlich des diesjährigen Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut hat Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Einige Menschen genießen heute einen Wohlstand, der früher unvorstellbar gewesen ist. Die Opfer der Armut aber leiden immer noch unter unerträglichen und vielfältigen Entbehrungen und leben nach wie vor ausgeschlossen, am Rande der Gesellschaft. Der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut erinnert uns an den Weg, den wir noch zurücklegen und an die Anstrengungen, die wir noch unternehmen müssen.

Insgesamt gesehen hat der relative Anteil der Armen in der Weltbevölkerung leicht abgenommen; aber ihre absolute Zahl ist erheblich gestiegen. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung lebt noch in Armut. Die Statistiken zeigen, wie groß die Aufgabe ist, die vor uns liegt:

  • Die Zahl der Menschen mit einem Einkommen von weniger als einem US- Dollar pro Tag hat zwischen 1987 und 1993 um fast 100 Millionen zugenommen;
  • Ungefähr 1,3 Milliarden Menschen, ein Drittel der Bevölkerung in den Entwicklungsländern, leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag;
  • In den Industrieländern, von denen viele unter hoher Arbeitslosigkeit und einer Aushöhlung der sozialen Sicherungssysteme leiden, leben mehr als 100 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze. 37 Millionen sind arbeitslos;
  • Rund 160 Millionen Kinder sind mäßig oder stark unterernährt. Ungefähr 110 Millionen gehen nicht zur Schule;
  • Renten und Sozialversicherung schützen viele Menschen vor Armut in ihren letzten Lebensjahren. Trotzdem bleibt Armut im Alter ein weit verbreitetes Phänomen.

Armut war immer ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der Vereinten Nationen. In den letzten Jahren erhielt die Armutsbekämpfung erhöhte Aufmerksamkeit. Die Beseitigung der Armut war der rote Faden der großen UN-Konferenzen in den 90er Jahren, und dominierte vor allem den Weltgipfel für soziale Entwicklung.

In diesem Zusammenhang rief die Generalversammlung 1995 die erste Dekade der Vereinten Nationen für die Beseitigung der Armut (1997-2006) aus. Sie steht unter dem Leitsatz „Es ist eine moralische, soziale, politische und wirtschaftliche Verpflichtung der Menschheit die Armut zu beseitigen“.

Die Beseitigung der Armut erfordert verstärktes Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Ursachen von Armut sollten auch im Zusammenhang von sektoralen Strategien, wie z.B. im Bereich von Umwelt, Nahrungsmittelsicherung, Bevölkerung, Migration, Gesundheit, Wohnen, Ausbildung, Trinkwasser und Kanalisation, ländlicher Entwicklung berücksichtigt werden.

Es fehlt nicht an Strategien und Plänen, Analysen und Statistiken, Ansätzen und Maßnahmen. Was wir brauchen, ist die erneute Entschlossenheit und Bereitschaft, alle Akteure zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung zusammenzuführen.

An diesem Tag, der der Beseitigung der Armut gewidmet ist, appelliere ich an die Besitzenden der Welt, die Bedürfnisse der Besitzlosen anzuerkennen. Lassen Sie uns fortfahren, enger zusammenzuarbeiten und den Kampf gegen die Armut auf allen Ebenen der Vereinten Nationen anzuführen.

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