Dienstag, 21 November 2017
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Der Internationale Tag der Frau: Ein kurzer geschichtlicher Abriß

UNIC/38
Fakten und Zahlen

Internationaler Tag der Frau - 8. März 1997

Der Internationale Tag der Frau wird am 8. März weltweit von Frauenorganisationen und Frauengruppen begangen. Auch die Vereinten Nationen feiern diesen Tag und in zahlreichen Ländern ist der 8. März ein offizieller Feiertag. Wenn Frauen aus allen Kontinenten, die häufig durch nationale Grenzen und durch ethnische, sprachliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten getrennt sind, zur gemeinsamen Feier ihres Tages zusammenkommen, dann können sie auf eine Tradition von mehr als neun Jahrzehnten des Kampfes für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Frieden und Entwicklung zurückblicken.

Der Internationale Tag der Frau - das ist die Geschichte einfacher Frauen, die Geschichte machten; er ist das Ergebnis eines jahrhundertealten Kampfes der Frauen um Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Im antiken Griechenland rief Lysistrata einen sexuellen Streik gegen die Männer aus, um sie zur Beendigung eines Krieges zu zwingen. Während der französischen Revolution marschierten Pariser Frauen nach Versailles und forderten mit dem Ruf “Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ das Frauenwahlrecht. Die Idee zu einem Internationalen Tag der Frau kam erstmals um die Jahrhundertwende auf, einer Zeit der Expansionen und Turbulenzen in der industrialisierten Welt, in der die Bevölkerung wuchs und radikale Ideologien florierten. Hier ein kurzer Abriß der wichtigsten Ereignisse, die zur Einführung des Internationalen Tages der Frau führten:

1909

In Übereinstimmung mit einer Deklaration der Sozialistischen Partei Amerikas wurde am 28. Februar 1909 erstmals ein nationaler Tag der Frau in allen Teilen der Vereinigten Staaten begangen. Bis zum Jahr 1913 feierten die Frauen ihren Tag jeweils am letzten Sonntag im Februar.

1910

Eine Tagung der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen schlug einen internationalen Frauentag zu Ehren der Frauenrechtsbewegung und zur Unterstützung der Forderung nach einem allgemeinen Frauenwahlrecht vor. Der Vorschlag wurde einstimmig von der Konferenz begrüßt, an der mehr als 100 Frauen aus 17 Ländern teilnahmen, darunter die drei ersten in das finnische Parlament gewählten Frauen. Allerdings wurde damals noch kein bestimmtes Datum für den Tag festgelegt.

1911

Aufgrund der Beschlüsse von Kopenhagen wurde am 19. März 1911 erstmals ein Internationaler Tag der Frau in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz begangen. Mehr als eine Million Frauen und Männer nahmen an Kundgebungen teil. Neben dem Wahlrecht und dem Anspruch auf öffentliche Ämter verlangten die Frauen auch ein Recht auf Arbeit und auf Berufsausbildung, sowie die Beendigung der Diskriminierung am Arbeitsplatz.

Weniger als eine Woche später, am 25. März, forderte der tragische sogenannte Dreiecksbrand in New York das Leben von mehr als 140 jungen Arbeiterinnen. Die meisten von ihnen waren italienische und jüdische Immigrantinnen. Dieses Ereignis war von entscheidender Bedeutung für die amerikanische Arbeitsgesetzgebung. Die Arbeitsbedingungen, die zu der Katastrophe führten, wurden bei Veranstaltungen zum Internationalen Tag der Frau in den folgenden Jahren immer wieder zur Sprache gebracht.

1913-1914

Im Rahmen der Friedensbewegung, die vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstand, begingen russische Frauen am letzten Sonntag im Februar 1913 zum ersten Mal den Internationalen Tag der Frau. In ganz Europa kam es im darauffolgenden Jahr am oder um den 8. März herum zu Kundgebungen von Frauen, die gegen den Krieg protestierten oder sich mit ihren Schwestern solidarisierten.

1917

Angesichts von zwei Millionen gefallener russischer Soldaten streikten russische Frauen erneut am letzten Sonntag in Februar für “Brot und Frieden“. Die politische Führung des Landes war gegen den Zeitpunkt des Streiks, aber die Frauen beharrten auf ihrem Vorhaben. Der Rest ist Geschichte. Vier Tage später wurde der Zar zur Abdankung gezwungen und die provisorische Regierung gewährte den Frauen das Wahlrecht. Dieser historische Sonntag fiel nach dem damals in Rußland geltenden Julianischen Kalender auf den 23. Februar, nach dem Gregorianischen Kalender war es der 8. März.

Seit diesen frühen Jahren hat der Internationale Tag der Frau sowohl in den Industriestaaten als auch in den Entwicklungsländern eine neue globale Dimension für die Frauen erhalten. Die wachsende und durch vier weltweite Frauenkonferenzen der Vereinten Nationen gestärkte internationale Frauenbewegung hat dazu beigetragen, daß der Tag zum Forum für abgestimmte Forderungen nach Frauenrechten und nach der Mitwirkung von Frauen in Politik und Wirtschaft wurde. Immer mehr dient der Internationale Tag der Frau dazu, über das Erreichte nachzudenken, Veränderungen zu fordern und den Mut und die Entschlossenheit von Frauen zu feiern, die in der Geschichte der Frauenrechte eine besondere Rolle gespielt haben.

Die Rolle der Vereinten Nationen

Nur wenige Anliegen, die von den Vereinten Nationen gefördert werden, haben eine derart nachhaltige und weitreichende Unterstützung gefunden wie die Kampagne zur Förderung und zum Schutz der Gleichberechtigung von Frauen. Die 1945 in San Francisco unterzeichnete Charta der Vereinten Nationen war der erste internationale Vertrag, der die Gleichberechtigung der Geschlechter als grundlegendes Menschenrecht proklamiert hat. Seit ihrer Gründung hat die UNO dazu beigetragen, ein historisches Erbe an international vereinbarten Strategien, Normen, Programmen und Zielsetzungen zur Förderung der Frauen in aller Welt zu schaffen.

Im Laufe der Jahre haben die Aktivitäten der Vereinten Nationen zur Förderung der Frauen vier klare Ziele verfolgt: die Förderung von Maßnahmen im rechtlichen Bereich, die Mobilisierung der öffentlichen Meinung und internationaler Maßnahmen, Ausbildung und Forschung (einschließlich der Zusammenstellung von geschlechtsspezifischen statistischen Daten) und die direkte Unterstützung von benachteiligten Gruppen. Daß keine dauerhaften Lösungen für die brennendsten sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme einer Gesellschaft ohne volle Mitwirkung und Machtgleichstellung der Frauen gefunden werden können, ist heute ein zentraler Grundsatz für die Arbeit der Vereinten Nationen.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema sind erhältlich bei:
Development and Human Rights Section, Department of Public Information, Room S-1040, United Nations, New York, NY 10017, Tel: (+1-212) 963-3771, Fax: (+1-212) 963-1186, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Siehe auch United Nations Homepage auf dem WorldWideWeb: http://www.un.org

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