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Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali eröffnet gemeinsamen Amtssitz des UN-Freiwilligenprogramms und des UN-Klimasekretariats

UNIC/10

Bonn, 20. Juni 1996 (UN-Informationszentrum) -- Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Boutros Boutros-Ghali wird anläßlich der Einweihung des gemeinsamen neuen Amtssitzes des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen und des Sekretariats des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen folgende Ansprache halten:

Willkommen im neuen Amtssitz des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen (UNV) und des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). Mit der Bereitsstellung dieser Gebäude für die wichtigen Programme hat die deutsche Bundesregierung einmal mehr ihr unbeirrtes Bekenntnis zum Multilateralismus, zum Gemeinwohl, zur ehrenvollen Tradition des Freiwilligeneinsatzes und zur Sache der nachhaltigen Entwicklung unter Beweis gestellt.

Ich danke Ihnen dafür im Namen der gesamten Vereinten Nationen.

Erlauben Sie mir, zunächst einige Worte zum Freiwilligenprogramm zu sagen. Die Einweihung dieses Amtssitzes in Bonn erfolgt im 25. Jahr des Bestehens des UNV-Programms, dessen Dachorganisation das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) ist.

Seit ihrem ersten Einsatz haben Freiwillige der Vereinten Nationen wichtige Beiträge zur weltweiten Entwicklung, zur Demokratisierung und zum Aufbau des Friedens geleistet. Rund 4.000 Männer und Frauen aus 125 Ländern, die mitten in ihrem Beruf stehen, sind alljährlich in 135 Entwicklungsländern tätig. Deutsche Freiwillige kommen vor allen in Afrika zum Einsatz, wo sie an Projekten zur Beseitigung der Armut wirtwirken.

Das Korps der internationalen Freiwilligen verfügt über eine außergewöhnliche Bandbreite von Fachkenntnissen und technischen Fähigkeiten. Wir finden unter ihnen Ingenieure, Ärzte, Buchhalter, Bevölkerungswissenschaftler, Architekten und Lehrer; Fachleute in Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei; Experten für Welthandel, Bank- und Finanzwesen.

Gemeinsam bilden sie ein unschätzbares, effizientes Instrument im Dienst der internationalen technischen Zusammenarbeit.

  • Hunderte Freiwillige der Vereinten Nationen halfen bei der Organisation und Überwachung der historischen Wahlen in Kambodscha, Südafrika, Mosambik und Haiti. Zur Hingabe, mit der sie ihrer Aufgabe in Südafrika nachkamen, sagte Präsident Nelson Mandela, sie sei “typisch für ihr engagement unter anderen Gegebenheiten, wo sich Menschen nach Freiheit, Frieden und Demokratie sehnen“.

  • In Uganda half ein Freiwilliger im Feldeinsatz örtlicher Frauengruppen bei der Durchführung von AIDS-Projekten, wie etwa der Einrichtung eines Pflege- und Patenschaftsprogramms, von Krankenberatung und -betreuung.

  • In Polen halfen Freiwillige bei den Privatisierungsbemühungen von Stadtgemeinden und Ministerien.

  • In Costa Rica waren “Öko-Freiwillige“ an Wasser- und Küstenschutzmaßnahmen, an Projekten der städtischen Abwasserbeseitigung und an der Schaffung städtischer “Grüngürtel“ beteiligt.

  • Freiwillige der Vereinten Nationen sind als Menschenrechtsbeobachter in Burundi, Guatemala, Haiti und Ruanda tätig.

  • In aller Welt nahmen Freiwillige der Vereinten Nationen an Nothilfeeinsätzen teil.


Bei all diesen Bemühungen arbeiten die Freiwilligen der Vereinten Nationen mit statt für die betroffenen Menschen. Sie helfen ihnen, sich selbst zu helfen. Sie sind an der Basis tätig und unterstützen Initiativen auf Gemeindeebene.

Die Freiwilligen der Vereinten Nationen, die zu drei Viertel selbst aus Entwicklungsländern kommen, räumen der Förderung der Süd-Süd-Kooperation einen hohen Stellenwert ein. Und UNV legt ein besonderes Schwergewicht auf die Mobilisierung junger Menschen.

In einer Welt, in der die Suche nach Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand immer mehr Zusammenarbeit erfordert, werden Freiwillige immer wichtiger.

Deutschland hat das verstanden. Deutschland hat seinen Beitrag an das UN-Freiwilligenprogramm verdoppelt. Deutschland zählt damit zu den drei Hauptgeberländern dieses Programms un der Vereinten Nationen insgesamt. Deutschland ist ein Beispiel für alle.

Hier in Bonn ist Deutschland dabei, ein internationales Zentrum für Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft und Technik zu schaffen. UNV freut sich auf die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Entwicklungsorganisationen, die bereits in der Bundesstadt angesiedelt sind. Und es hofft auf eine weitere Vertiefung seiner ausgezeichneten Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Deutschland versteht auch, daß Entwicklung nachhaltig sein muß.

Deutschland hat sich an vorderster Linie für die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Technologien und für andere umweltschützende Maßnahmen, wie etwa das Recycling, effizientere Ressourcennutzung oder Änderungen des Konsumverhaltens eingesetzt.

Auf dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro war Deutschland unter den ersten Länder, die das historische Rahmenübereinkommen über Klimaänderungen unterzeichneten, das den Grundpfeiler der internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung bildet.

Und 1995 fand in Berlin die erste Tagung der Konferenz der Vertragsparteien dieses Übereinkommens statt, auf der die erforderlichen Maßnahmen zur wirksamen Durchführungen dieser Konvention in Gang gesetzt wurden. Ich stelle mit Freude fest, daß in Anerkennung dieser Rolle die Konferenz der Vertragsparteien auf ihrer Berliner Tagung Bonn zum neuen Sitz des Konventionssekretariats gewählt hat.

Mit der Verabschiedung dieses Übereinkommens wurde ein Kooperatiosprozeß in Gang gesetzt, der darauf abzielt, die Emission der Treibhausgase in die Atmospähre innerhalb sicherer Grenzen zu halten. Bis jetzt sind nur Industriestaaten Verpflichtungen aufgrund der Konvention zur Beschränkung ihrer Treibhausgasemissionen eingegangen. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Verschärfung dieser Verpflichtungen.

Der Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen, der auf die Entwicklungsländer entfällt, nimmt ständig zu, wenn auch der pro-Kopf-Anteil im Vergleich zu den Industriestaaten noch immer sehr gering ist. Die Bemühungen um eine Beschränkung dieser Emissionen aus den Entwicklungsländern konzentrieren sich vor allem auf die Förderung des Technologietransfers.

Mit 154 Vertragsstaaten verfügt die Konvention über ein politisches Spektrum an Mitgliedschaft, das schon an jenes der Vereinten Nationen heranreicht. Ich sehe daher einer universellen Ratifikation und einer vollständigen Durchführung ihrer Bestimmungen entgegen.

Und jetzt darf ich unseren Gastgebern, der deutschen Bundesregierung und der Stadt Bonn meinen aufrichtigen Dank für die von ihnen gezeigte Großzügigkeit und ihren Weitblick sagen. Allen Freiwilligen der Vereinten Nationen, deren unermüdliche Arbeit schon so vielen Menschen zugute kam, und dem Sekretariat der Klimarahmenkonvention, das eine entscheidende Hilfestellung bei diesem unverzichtbaren internationalen Vorhaben leisten wird, entbiete ich meine besten Wünsche für ein erfolgreiches Wirken hier in Bonn, ihrem neuen Heim.

Ich erkläre die neuen Amtsgebäude der Vereinten Nationen damit für eröffnet.

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