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UNO-Generalsekretär Kofi Annan: „Landminen haben in einer zivilisierten Gesellschaft nichts zu suchen“

UNRIC/123
SPERRFRIST: 4. April 2006, 0:01 MEZ

Erklärung zum Internationalen Tag für die Aufklärung über Minengefahr und die
Unterstützung von Antiminenprogrammen, 4. April 2006

VEREINTE NATIONEN/BONN, 31. März 2006 –- Landminen sind grausame Kriegswerkzeuge. Jahrzehnte nach dem Ende von Konflikten lauern diese unsichtbaren Killer noch immer still im Boden und warten darauf, ihre Opfer zu töten und zu verstümmeln. Auf diese Weise fordern Schlachten des 20. Jahrhunderts auch noch im 21. Jahrhundert ihre Opfer. Und jede Stunde werden es mehr.

Eine einzige Landmine – oder allein die Angst davor – kann eine ganze Gemeinde lahm legen. Sie kann Bauern davon abhalten, ihr Feld zu bestellen, oder verhindern, dass Flüchtlinge nach Hause zurückkehren oder Kinder spielen können. Sie kann humanitäre Hilfe ebenso behindern wie den Einsatz von Friedenstruppen. In Postkonfliktgesellschaften stellen Landminen eine der größten Hindernisse für den Wiederaufbau dar.

Was eine Geißel der Menschheit im letzten Jahrhundert war, könnten wir in eine Erfolgsgeschichte zu Anfang dieses Jahrhunderts umwandeln. Das rasche Inkrafttreten des Übereinkommens über das Verbot von Antipersonenminen aus dem Jahr 1997 unterstrich die deutliche moralische Verurteilung dieser Waffen. Dieser Vertrag mit seinen 150 Vertragsstaaten erzielt bereits konkrete Ergebnisse. Regierungen, Geber, Nichtregierungsorganisationen und die Vereinten Nationen befassen sich in 30 Ländern in einem noch nie da gewesenen Ausmaß mit dieser Problematik. Herstellung und Einsatz von Minen sind rückläufig. Der weltweite Handel mit Minen ist praktisch zum Erliegen gekommen. Lagerbestände werden vernichtet, die Minenräumung wird vorangetrieben und Aufklärung über die Minengefahr in breiterem Umfang betrieben.

Die Botschaft ist klar: Landminen haben in einer zivilisierten Gesellschaft nichts zu suchen.

Das Ziel einer Welt ohne Minen und explosive Kampfmittelrückstände könnte wohl bereits innerhalb von Jahren und nicht erst in Jahrzehnten erreicht werden, wie wir glaubten. Dies kann aber nur dann Wirklichkeit werden, wenn wir alle – Geber, die breite Öffentlichkeit und die betroffene Staaten – unsere Energie und Vorstellungsvermögen auf die Minenbeseitigung konzentrieren. Nachdem wir beim Minenlegen so effektiv waren, müssen wir nun bei der Räumung noch wesentlich bessere Arbeit leisten. Mit jeder geräumten Mine kann potenziell ein Leben gerettet werden. Jede geräumte Mine bringt uns unserem Ziel näher, die Bedingungen für anhaltenden und gewinnbringenden Frieden zu schaffen.

An diesem Internationalen Tag fordere ich die Regierungen auf, das Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen sowie das neue Protokoll V (über explosive Kampfmittelrückstände) des Übereinkommens über den Einsatz bestimmter konventioneller Waffen zu ratifizieren. Ich appelliere an die Geber, ihre finanziellen Verpflichtungen zu erneuern, und fordere die internationale Gemeinschaft nachdrücklich auf, sich mit den humanitären und entwicklungsbezogenen Auswirkungen von Clustermunition zu befassen. Ich verlasse mich auch darauf, dass die betroffenen Länder die Rehabilitation und Reintegration von Minenopfer sicherstellen und verstärkt Ressourcen für Antiminenprogramme bereitstellen. Wir sind alle auf höchster moralischer Ebene aufgefordert, dieses Übel der Landminen zu bekämpfen und zu beseitigen.

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