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UNO-Generalsekretär Kofi Annan: „Die Zahl der verhafteten, eingesperrten oder vermissten UNO-Mitarbeiter ist gestiegen“

UNRIC/118

Erklärung zum zum Internationalen Tag der Solidarität mit inhaftierten und vermissten Mitarbeitern, 25. März 2006

VEREINTE NATIONEN/NEW YORK, 23. März 2006 –- Der Internationale Tag der Solidarität mit inhaftierten und vermissten Mitarbeitern gibt Gelegenheit dazu, weltweite Aufmerksamkeit auf die erheblichen Bedrohungen und Risiken zu richten, denen Mitarbeiter und Friedenssicherungskräfte der Vereinten Nationen sowie unsere Kollegen von Nichtregierungs-organisationen und unsere Freunde von der Presse, in Ausübung ihres Berufs ausgesetzt sind.

An diesem Tag jährt sich zum 21. Mal die Entführung unseres Kollegen Alec Collett in Beirut, der für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten arbeitete. Sein Schicksal wurde nie aufgeklärt.

Gewalt, Feindseligkeiten und Verbrechen machen die Arbeit der Vereinten Nationen und anderer Organisationen schwierig. Laut meines letzten Berichts an die Generalversammlung der Vereinten Nationen ist die Zahl der UNO-Mitarbeiter, die verhaftet, eingesperrt oder vermisst werden, im letzten Berichtszeitraum von 26 auf 43 gestiegen.

An vielen Orten ist die Gefahr, als Geisel genommen zu werden, sehr groß. Einige Regierungen der Gastländer sind nach wie vor unwillig, rechtzeitig darüber zu informieren, wenn Ortskräfte der Vereinten Nationen verhaftet oder eingesperrt wurden. Auch haben sehr wenige Staaten eine vollständige Untersuchung von Angriffen oder Drohungen unternommen. Diese Probleme, die stets beunruhigend waren, werden um so schwerwiegender mit der erheblich größeren Zahl von UNO-Mitarbeiter im Feldeinsatz und der Ausweitung der Mandate in heikle Aufgabenbereiche wie beispielsweise der Strafjustiz.

Rechtlicher Schutz wird durch mehrere Rechtsinstrumente gewährleistet, darunter das Übereinkommen über die Sicherheit von Personal der Vereinten Nationen und beigeordnetem Personal. Ich gratuliere den 80 Staaten, die dem Übereinkommen beigetreten sind und fordere alle anderen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen auf, ihrem Beispiel zu folgen. Allerdings sind sehr wenige Länder Mitgliedstaaten des Übereinkommens, auf deren Staatsgebiet Friedenssicherungskräfte zur Zeit im Einsatz sind – an Orten also, die üblicherweise die größten Gefahren bergen. Ich rufe insbesondere diese Länder und alle Parteien in bewaffneten Konflikten auf, ihrer Verantwortung aus dem humanitären Menschenrecht gerecht zu werden, um die Sicherheit aller Zivilpersonen, die während Kampfhandlungen gefangen genommen wurden, zu gewährleisten. Eine Kultur der Rechenschaftspflicht ist das beste Gegenmittel gegen Straflosigkeit und bleibt das sicherste Mittel für Mitarbeiter der Vereinten Nationen, damit sie beherzt und mit Engagement den Anforderungen der Welt wohlbehalten nachkommen können.

Viel zu lange war das Sicherheitssystem der Vereinten Nationen selbst in diesem Bereich zerstückelt und mit zu wenig Mitteln versehen. Heute überwacht und verfolgt die Hauptabteilung der Vereinten Nationen für Sicherheit (UN/DSS) alle Vorfälle von Verhaftung und Gefangennahme von Personal der Vereinten Nationen. UN/DSS führt auch Sicherheitstraining und Stressmanagement in schwierigen Situationen und andere Unterstützungsmaßnahmen durch, um Mitarbeitern besser zu helfen und sie auf Einsätze in schwierigem Umfeld vorzubereiten.

Ich lobe den Ausschuss des Personalrats zu Sicherheit und Unabhängigkeit des Internationalen Öffentlichen Dienstes für seine Bemühungen, die Aufmerksamkeit auf diese Angelegenheit zu richten. Und ich verpflichte mich, auch weiterhin alles in meiner Macht stehende zu tun, um den Mitarbeitern den Schutz und andere Maßnahmen zu geben, damit sie ihre unerläßliche Arbeit verrichten können.

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