Mittwoch, 22 November 2017
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Vereinte Nationen, Europäische Union und die Organisation der Islamischen Konferenz rufen muslimische Demonstranten eindringlich zur Ruhe auf

UNRIC/107

Die folgende Erklärung wurde von UNO-Generalsekretär Kofi Annnan, dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und dem Generalsekretär der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, gemeinsam herausgegeben:

VEREINTE NATIONEN/NEW YORK, 8. Februar 2005 – Wir sind tief bestürzt über die Folgen der Veröffentlichung der beleidigenden Karikaturen des Propheten Mohammed vor einigen Monaten in Dänemark, des Wiederabdrucks durch einige europäische Zeitungen und der Gewalttaten, die daraufhin erfolgt sind.

Die Verärgerung der muslimischen Welt über die Publikation dieser beleidigenden Karikaturen wird von allen Menschen und Gesellschaften geteilt, die Verständnis für die Sensitivität religiöser Überzeugungen haben. In allen Gesellschaften muss Sensitivität und Verantwortung bei der Behandlung von Themen gezeigt werden, die für die Anhänger einer Glaubensrichtung von besonderer Bedeutung sind. Das gilt auch für diejenigen, die nichts mit diesem Glauben zu tun haben.

Für uns gibt es kein Rütteln an der Meinungsfreiheit. Aber wir verstehen die tiefe Verletzung und weit verbreitete Verärgerung in der muslimischen Welt. Wir glauben, dass die Pressefreiheit Verantwortung und Diskretion umfassen und alle Glaubensrichtungen und Grundsätze beinhalten muss.

Umgekehrt gehen die jüngsten Gewaltakte im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen über die Grenzen eines friedlichen Protests hinaus. Ganz besonders verurteilen wir die bedauerlichen Anschläge auf diplomatische Vertretungen wie in Damaskus, Beirut und anderswo. Aggressionen gegen das Leben und den Besitz anderer schaden dem Ansehen eines friedfertigen Islams.

Die Vorfälle lassen einen verstärkten Dialog zwischen Anhängern verschiedener Religionen noch dringlicher erscheinen. Wir rufen alle Seiten zu Ruhe und Besonnenheit im Sinne der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts auf.

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