Donnerstag, 23 November 2017
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO-Generalsekretär Kofi Annan: „Ökosysteme dürfen für militärische Ziele nicht ausgebeutet werden“

UNRIC/161

Erklärung zum Internationalen Tag für die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten, 6. November 2006

New York/Vereinte Nationen – Krieg bringt – wie auch immer die Rechtfertigung lautet – unsäglichen Horror für Soldaten und Zivilisten gleichermaßen und kann in Minuten zerstören, was Generationen aufgebaut haben. Jenseits des menschlichen Leids verursacht Krieg auch Zerstörungen der Umwelt.

Dieses Jahr hat uns ein weiteres tragisches Beispiel dafür gezeigt. Als eine der Folgen des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah sind 15.000 Tonnen Heizöl aus dem Kraftwerk von Jiyyeh im Süden Beiruts ausgelaufen und haben auf einer Länge von 150 Kilometer Strände und Küstengewässer an der libanesischen und syrischen Küste verschmutzt und die Fischerei und den Tourismus beeinträchtigt.

In den vergangenen Jahren hat eine steigende Zahl von Regierungen das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gebeten, Umweltgutachten nach einem Konflikt zu erstellen. Ein Team begutachtet zur Zeit die Auswirkungen auf die Umwelt durch den Konflikt im Libanon. Andere Teams arbeiten eng zusammen mit den Regierungen des Sudan und des Irak.

Im Sudan deuten vorläufige Ergebnisse von UNEP darauf hin, dass die Umwelt in einem Großteil des Landes schweren und weitflächigen Schaden genommen hat, vor allem durch Wüstenbildung und Abholzung. In Darfur sind Umweltschädigungen, Rivalitäten um Ressourcen und regionaler Klimawandel die tieferliegenden Gründe für die Nahrungsunsicherheit und den dortigen Konflikt.

Dieser internationale Tag wurde von der UNO-Generalversammlung bestimmt, um hervorzuheben, welche Konsequenzen der Krieg auf die Umwelt hat, und wie wichtig es ist, dass Ökosysteme für militärische Ziele weder ausgebeutet noch unachtsam beschädigt werden. Manchmal ist solch ein Schaden unvermeidbar, aber oft könnte er mit etwas Sorgfalt und Umsicht vermieden werden.

Konfliktparteien haben die Verantwortung, internationale Regeln und Abkommen, wie die Genfer Abkommen, die das Verhalten im Krieg regeln, einzuhalten. Einige dieser Regeln, wie das Verbot der absichtlichen Zerstörung von Ackerland haben einen Schwerpunkt auf der Umwelt. Insgesamt allerdings werden die Konsequenzen des Krieges für die Umwelt durch die gegenwärtigen Regeln nicht berücksichtigt. Es ist höchste Zeit, dass die internationalen Abkommen bezüglich Krieg und bewaffneter Konflikt revidiert werden, um sicherzustellen, dass sie auch absichtliche und versehentliche Umweltschädigungen abdecken.

Lassen Sie uns an diesem Internationalen Tag anerkennen, dass Krieg die Grundlagen aller unseren nachhaltigen Entwicklungsziele bedroht, und lassen Sie uns sicherstellen, mehr dagegen zu tun.

Praktikant/-in für Bonner UNRIC-Büro gesucht

UNRIC bietet im Bonner Büro ein 8- bis 12-wöchiges Praktikum ab März 2018 an.
Bewerber/-innen sollten sich noch im Studium befinden, oder vor kurzem ihr Studium beendet haben und erste Erfahrungen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Journalismus besitzen.
Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum ist unbezahlt.
Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
[email protected]

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2774
Fax: +49 (0)228 / 815-2777

UN Card 2016 DE 250px front