Donnerstag, 23 November 2017
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3,8 Milliarden Dollar Hilfe für Syrien

Syrian refugee Shadi was living with a host family in North Lebanon and had returned briefly to Syria to visit family there. Upon returning via an unofficial border crossing, he was injured during an explosion. Photo: UNICEF/NYHQ2012-0221/Kate BrooksMit fast vier Milliarden Dollar Hilfsgeldern wollen internationale Geber in diesem Jahr die humanitären Folgen des Bürgerkriegs in Syrien lindern. Auf der dritten Geberkonferenz für Syrien in Kuwait-Stadt kam am Dienstag (31.3.2015) eine Gesamtsumme von 3,8 Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) zusammen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich zufrieden über das Ergebnis: Dies seien "sehr großzügige Zusagen".

Die Vereinten Nationen hatten die benötigte Summe für humanitäre Hilfe in Syrien dieses Jahr mit 8,4 Milliarden Dollar beziffert, davon 5,5 Milliarden für Flüchtlinge und 2,9 Milliarden für die Menschen im Land selbst.

Die nun erreichte Summe von 3,8 Milliarden Dollar, wovon mehr als 500 Millionen Dollar von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) stammen, entspricht fast der Gesamtsumme der beiden vorangegangenen Syrien-Geberkonferenzen. Bei den ebenfalls von Kuwait ausgerichteten Konferenzen 2013 und 2014 hatte es Zusagen in Höhe von insgesamt 3,9 Milliarden Dollar gegeben. Ban Ki-moon hatte vergangene Woche beklagt, dass nicht alle zugesagten Gelder auch geflossen seien.

Bei der Eröffnung der dritten Geberkonferenz für Syrien sprach Ban von der "schlimmsten humanitären Krise unserer Zeit". Vier von fünf Syrern lebten in Armut, im Elend und litten Entbehrungen. Das Land habe durch den seit vier Jahren andauernden Bürgerkrieg "fast vier Jahrzehnte humane Entwicklung verloren". Rund die Hälfte der Bevölkerung habe fliehen müssen.

Mit der Aufnahme von fast 2,5 Millionen syrischen Flüchtlingen tragen die Nachbarländer Jordanien und Libanon die Hauptlast. Die Regierungschefs beider Länder forderten in Kuwait-Stadt internationale Hilfe für die Bewältigung der Flüchtlingstragödie.

Die Europäische Union verdoppelte am Dienstag ihre im vergangenen Jahr zugesagte Hilfe auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro). Davon stammen 500 Millionen Euro aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU und der Rest aus den einzelnen Mitgliedsländern. Deutschland steuert 255 Millionen Euro bei - 100 Millionen davon sind humanitäre Hilfe aus dem Auswärtigen Amt und 155 Millionen Euro kommen aus dem Etat des Entwicklungsministeriums.

Die USA sagten 500 Millionen Dollar zu. Die gastgebende Golfmonarchie Kuwait versprach ebenfalls, zur Bekämpfung der "größten humanitären Katastrophe in der modernen Geschichte der Menschheit" 500 Millionen Dollar beizusteuern. Die Vereinigten Arabischen Emirate stellten 100 Millionen Dollar in Aussicht, Norwegen 93 Millionen Dollar.

Der diesjährigen Konferenz, auf der fast 80 Staaten vertreten waren, ging ein Treffen von NGOs voraus. Dabei wurden Hilfen in Höhe von insgesamt 506 Millionen Dollar in Aussicht gestellt.

Fast zehn Millionen Menschen in Syrien benötigen Nahrungsmittelhilfe, mehr als elf Millionen Menschen brauchen sauberes Trinkwasser. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef gehen 2,6 Millionen syrische Kinder nicht zur Schule. Laut der Organisation Save the Children sank die Alphabetisierungsrate in Syrien von 95 Prozent vor dem Konflikt auf eine der niedrigsten Raten weltweit. Mindestens ein Viertel aller Schulen im Land sei beschädigt, zerstört oder von bewaffneten Gruppen besetzt. Für ihren Wiederaufbau sowie die Wiederbeschaffung des Lehrmaterials und die Ausbildung neuer Lehrkräfte seien mindestens 3,2 Milliarden Dollar nötig.

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