Donnerstag, 23 November 2017
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Studie belegt weit verbreitete Ausbeutung von Migranten

Artcile a pub 119. Oktober – Knapp drei Viertel aller Migranten, die über die Mittelmeerroute nach Europa gelangen, sind Opfer von Ausbeutung und Formen von Menschenhandel geworden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht, den die Internationale Organisation für Migration (IOM) veröffentlicht hat.

Die Erkenntnisse basieren auf einer Umfrage, die während der vergangenen zehn Monate von knapp 9000 Menschen entlang der zentralen und östlichen Mittelmeerroute, sowie in Ankunftsorten in Süditalien, beantwortet wurde. Die Studie liefert konkrete Beweise für das rücksichtlose Verhalten von Schmugglern und Menschenhändlern, sowie die Bedingungen unter denen Menschenhandel und damit verbundene Formen der Ausbeutung vorkommen.

Die Umfrage beinhaltet sechs Fragen, die als Ersatzindikatoren auf potenziellen Menschenhandel oder ausbeuterische Praktiken abzielen. Dazu zählt zum Beispiel der Zwang, Arbeit oder andere Handlungen gegen den eigenen Willen durchzuführen, das Durchführen von Arbeit ohne die erwartete Entlohnung sowie der Zwang, sich gegen den eigenen Willen an bestimmten Orten aufzuhalten. So gaben beispielsweise 49 Prozent der Befragten auf der zentralen Mittelmeerroute an, gegen ihren Willen festgehalten worden zu sein. Diese Form von Kidnapping dient in der Regel der Erpressung eines Lösegeldes. In Libyen, welches seit längerem unter Instabilität leidet, wurden die meisten Fälle von Misshandlung dokumentiert.

Die deutlichste Erkenntnis der Umfrage ist die Beobachtung, dass die Gefahr von Menschenhandel und Ausbeutung mit der Länge der Reise steigt. So gaben 79 Prozent aller Migranten, die mehr als ein Jahr außerhalb ihres Heimatlandes verbracht hatten, an, eine der von der Umfrage erfassten Ausbeutungsformen erlebt zu haben.

Dipti Pardeshi, Leiterin der britischen Mission der IOM, sagte: “Es ist wichtig für uns zu sehen, wie wir sowohl die Migranten unterwegs auf den Routen, als auch diejenigen, die Europa bereits erreicht haben, besser unterstützen können. Wir müssen uns daran erinnern, dass unabhängig von Fluchtursachen oder persönlichen Hintergründen, jeder Mensch Schutz verdient“.

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