Donnerstag, 23 November 2017
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Deutschland: UN-Sachverständigengruppe hebt Fahndung nach ethnischer Zugehörigkeit gegen Menschen afrikanischer Abstammung hervor

702586Sunga27. Februar 2017 – Menschen afrikanischer Abstammung in Deutschland leiden im Alltag unter Rassendiskriminierung und Profilerstellung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft. Ihre Situation bleibt allerdings für die Gesellschaft weitgehend unbemerkt. Dies hat eine Sachverständigengruppe der Vereinten Nationen zum Ende ihres ersten offiziellen Aufenthalts in Deutschland festgestellt.

“Das wiederholte Leugnen, dass in Deutschland Profile nach ethnischen Kriterien erstellt werden sowie das Fehlen eines unabhängigen Beschwerdemechanismus auf Bundes- und Landesebene fördert die Straffreiheit“, betonte der Leiter der Sachverständigengruppe, Ricardo Sunga, in einer Pressemitteilung des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

Die Arbeitsgruppe von Sachverständigen für Menschen afrikanischer Abstammung wurde am 25. April 2002 infolge der Weltkonferenz gegen Rassismus im Jahr 2001 gegründet. Sie besteht aus fünf unabhängigen Experten.

Vom 20. bis zum 27. Februar hatte eine Delegation der Arbeitsgruppe die Städte Berlin, Dessau, Dresden, Frankfurt, Wiesbaden, Düsseldorf, Köln und Hamburg besucht, um aus erster Hand zu erfahren, wie diskriminierende Praktiken Menschen afrikanischer Abstammung in Deutschland beeinträchtigen.

„Es besteht ein ernstzunehmender Mangel an nach Ethnie aufgeschlüsselten Daten sowie ein unvollständiges Geschichtsverständnis, beides verschleiert das Ausmaß von strukturellem und institutionellem Rassismus, dem Menschen afrikanischer Abstammung ausgesetzt sind“, erklärte Ricardo Sunga.

Die Experten trafen bei ihrem Besuch Vertreter verschiedener Bundes- und Landesbehörden sowie Vertreter nationaler Menschenrechtsinstitutionen. Sie begrüßten laufende Bemühungen der Regierung, das Problem der Rassendiskriminierung von Menschen afrikanischer Abstammung anzugehen.

Im September 2017 wird die Arbeitsgruppe dem UN-Menschenrechtsrat einen Bericht über ihre Befunde und Empfehlungen vorlegen.

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