Dienstag, 21 November 2017
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“Menschenhandel ist beides – ein dickes Geschäft und ein schweres Verbrechen“

03 15 2017SexWorker30. Juli 2017 – Jedes Land auf der Welt ist von Menschenhandel betroffen, ob als Ursprungsland, als Zwischen- oder Endstation für die Opfer. Menschenhandel ist gegenwärtig einer der gravierendsten Verstöße gegen die Menschenrechte, wobei der Erwerb und die Ausbeutung von Menschen den Menschenhändlern riesige Gewinne einbringt. Seit 2013 widmen die Vereinten Nationen daher den Internationalen Tag gegen den Menschenhandel diesem Phänomen, um auf den gravierenden Missbrauch der Menschenrechte aufmerksam zu machen.

Menschenhandel ist ein Verbrechen, dass Frauen, Kinder und Männer ausbeutet und in unterschiedlichen Formen auftaucht, zum Beispiel als Haushaltshilfen, in Fischereien, bei Prostitution, Kinderarbeit, gezwungenem Betteln, Kindersoldaten, Schuldknechtschaft und Organentnahme. Während die genauen Zahlen der Menschen, die gehandelt werden, im Dunkeln bleiben, zeigen Schätzungen, dass mehrere Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhandel sind. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), machen Kinder nahezu ein Drittel der gehandelten Menschen aus; 97 Prozent der Opfer insgesamt sind Mädchen und Frauen.

Trotz dieser Zahlen hat sich dieses Verhältnis in den vergangen Jahren geändert. Ein wachsender Anteil der gehandelten Menschen sind inzwischen Männer, wodurch auch der Anteil an Zwangsarbeit gestiegen ist. So wurden 4 von 10 Opfern zwischen 2012 und 2014 für Zwangsarbeit gehandelt; 63 Prozent davon waren männlich.

„Menschenhandel ist beides – ein dickes Geschäft und ein schweres Verbrechen“, sagt Dr. James Cockayne, Leiterin der Universität der Vereinten Nationen (UNU) und Autorin eines Berichts, der die finanziellen Ketten des Menschenhandels brechen möchte. In Europa ist Menschenhandel eines der attraktivsten Geschäfte auf dem Schwarzmarkt. Kriminelle Organisationen nutzen die Leute aus, die sich am Rande der Gesellschaft befinden und machen damit bis zu 3 Milliarden Dollar Gewinn pro Jahr. In dem Bemühen, die Finanzströme zu stören, die das Verbrechen so lukrativ machen, hat die UNU einen Bericht mit dem Titel 25 Keys to Unlock the Financial Chains of Human Trafficking & Modern Slavery veröffentlicht, welcher 25 konkrete Maßnahmen präsentiert, wie der Finanzsektor dem beschämenden Verbrechen begegnen kann.

Dr. Cockayne fügt hinzu, dass obwohl “geschätzte 45,8 Millionen Menschen jeden Tag versklavt werden, die Ausmaße dieses Verbrechens nicht nur in Dollars und Cents angegeben werden können. Hinter diesen Zahlen verstecken sich die Geschichten von echten Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Mädchen, die täglich dem Missbrauch von kriminellen Gruppen und Terrororganisationen ausgesetzt sind. Banken und andere Finanzinstitutionen laufen Gefahr, die Anti-Geldwäschegesetze und Gesetze gegen Terrorfinanzierung zu verletzten, indem sie die Gewinne dieser Verbrechen verwalten. Den finanziellen Strom, der diesen Verbrechen zugrunde liegt, zu unterbrechen würde einen enormen Beitrag leisten, die Leben der Opfer zu verbessern und zukünftige Vergehen vorzubeugen.“

Vor dem Hintergrund einer der dringendsten Herausforderungen unserer Zeit, – die riesigen Wanderungsbewegungen von Migranten und Flüchtlingen – hat sich UNODC entschieden, den Tag in diesem Jahr unter das Motto „Act to Protect and Assist Trafficked Persons“ zu stellen.

Um mehr über den Welttag gegen Menschenhandel zu erfahren, klicken Sie hier
Weitere Informationen über Menschenhandel finden Sie auf den folgenden Seiten:
UNODC, IOM, and ILO
#HumanTrafficking #EndHumanTrafficking

Video UNICEF: https://www.youtube.com/watch?v=68X1_hKrxV0

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