Mittwoch, 18 September 2019
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UNO-Generalsekretär Kofi A. Annan: "Frühwarn-Mechanismen zum Schutz vor Völkermord müssen gestärkt werden"

RUNIC/2

Erklärung zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung, 21. März 2004

NEW YORK, 17. März – 1966 proklamierte die UNO-Generalversammlung den 21. März zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung. Aus diesem Anlass hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan folgende Erklärung veröffentlicht:

Vor zehn Jahren kam es zum Völkermord in Ruanda, der uns daran erinnert, welche Schrecken Rassenhass verursachen kann. Dieses Jahr ist auch der 200. Jahrestag der Revolution auf Haiti, die in der Karibik und Lateinamerika zur Befreiung von der Sklaverei führte. Die UNO-Generalversammlung hat das Jahr 2004 als Internationales Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei und an ihre Abschaffung erklärt. Mit der Erinnerung an diese Tage dürfen wir nicht nur den Opfern der Vergangenheit gedenken. Wir müssen auch entschlossen sein, andere davor zu bewahren, ähnlichen Tragödien zum Opfer zu fallen.

Die langanhaltenden Folgen von Sklaverei und Sklavenhandel müssen umgekehrt werden. Die historischen Ungerechtigkeiten haben zu Armut, Unterwicklung, Marginalisierung, wirtschaftlicher Ungleichheit und Instabilität für viele Menschen in aller Welt geführt, besonders in den Entwicklungsländern.

Rassismus ist auch ein Grund für Völkermord. Rassistische Praktiken und Ideologien, die ganzen Gruppen ihre Würde und Rechte nehmen, sind zu verurteilen. Wir müssen unsere Frühwarn-Mechanismen zum Schutz vor Völker- und Massenmord, ethnischen Säuberungen und ähnlichen Verbrechen stärken. Außerdem müssen wir die Täter zur Verantwortung ziehen, zum Beispiel durch den Internationalen Strafgerichtshof. Ich werde bald einen Sonderberater zur Verhinderung von Völkermord ernennen und weitere Vorschläge für diesen Bereich unterbreiten.

Toleranz, interkultureller Dialog und Respekt vor Vielfalt sind wichtiger als je zuvor, da die Menschen auf dieser Welt immer enger miteinander verbunden sind. Wir wollen, dass die Regierungen politischen Willen und entschlossenes Handeln zeigen. Lassen Sie uns an diesem Internationalen Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung erneut an eines der fundamentalen Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte denken: Die Gleichheit aller Menschen. 

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