Samstag, 21 April 2018
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Schlagzeilen

7. Kriegswinter in Syrien: 13 Millionen Menschen in schwerer Not

Syria Homs winter 2016UN0689. Januar 2018 – In dem vom Bürgerkrieg zerütteten Syrien durchleben Millionen Menschen derzeit den siebten Winter seit Beginn des Konflikts. Die Vereinten Nationen warnten, dass verschärfte Militäreinsätze im Norden des Landes immer mehr Familien in die Flucht treiben, insbesondere in Gebiete mit unzureichenden Ressourcen zur Lebenserhaltung.

„Während einige Teile Syriens einen willkommenen Rückgang der Feindseligkeiten erleben, erwartet viele andere ein sich verschärfender Konflikt mit zunehmenden Militäroperationen“, erklärte UN-Pressesprecher Stéphane Dujarric während einer Pressekonferenz in New York. Demzufolge sind mehr als 13 Millionen Menschen auf grundlegende Nothilfe und Schutz angewiesen.

Seit dem 1. Dezember 2017 haben die Kämpfe erneut zehntausende Syrer in die Flucht getrieben. Berichten zufolge wurden im südlichen Idlib und in Hama im nordöstlichen Syrien hunderte Menschen durch die anhaltenden Kämpfe verletzt und getötet.

„Da viele Familien in bereits überfüllten oder nur mangelhaft ausgestatteten Unterkünften Schutz suchen, ist es gerade nach dem Wintereinbruch von elementarer Bedeutung, diesen Menschen eine sichere Zuflucht zu ermöglichen,“ betonte Dujarric.

Dujarric kündigte außerdem den Besuch des UN-Nothilfekoordinators, Mark Lowcock, in Syrien an. Vom 9 bis zum 12 Januar wird Lowcock mit Regierungsvertretern zusammentreffen und sich einen Überblick über die Auswirkungen des Konflikts auf die Zivilbevölkerung verschaffen.

Demokratische Republik Kongo: UN kündigen Sonderuntersuchung der Angriffe auf Friedensmission an

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8. Januar 2018 - Einen Monat nach den verheerenden Attacken auf UN-Blauhelmsoldaten in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) haben die UN spezielle Untersuchungen zur Aufarbeitung des Angriffs angekündigt. Der Angriff in der nördlichen Provinz Kivu war die folgenreichste Attacke auf UN-Blauhelme seit beinahe 25 Jahren.

Einem UN-Sprecher zufolge ernannten UN-Generalsekretär António Guterres am vergangenen Freitag den Russen Dmitry Titov zum Leiter der Sonderuntersuchung. Titov war zuvor als beigeordneter Generalsekretär innerhalb der Abteilung für Friedensmissionen für Sicherheitsfragen zuständig. Die Untersuchung soll die genauen Umstände des Angriffs klären und prüfen, ob die Mission angemessen auf die Sicherheitslage in der Region vorbereitet war.

Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Angriffen vom 7. Dezember auf eine Basis der MONUSCO-Mission in Semuliki, bei denen 15 aus Tansania stammende Blauhelme ums Leben kamen und 43 weitere verwundet wurden. Ein weiterer Blauhelmsoldat gilt bis heute als vermisst.

Menschenhandel: UN stellen Guidelines für Flugpersonal fertig

AirlinePassenger AdobeStock5. Januar 2018 – Die Vereinten Nationen verstärken den Kampf gegen Menschenhandel in der internationalen Luftfahrt. Ein gemeinsames Training der UN-Büros für Menschenrechte (Genf) und Zivile Luftfahrt (Montreal) soll Bordpersonal dabei helfen, potenzielle Opfer zu identifizieren.
Nach dem Handel mit Drogen und Waffen gilt Menschenhandel als das illegale Geschäft mit dem weltweit dritthöchsten Umsatz. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass im Jahr 2017 40,3 Millionen Opfer von Zwangsarbeit und moderner Sklaverei wurden.
Vor diesem Hintergrund haben das Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR) und die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) Richtlininen erarbeitet, die Fluggesellschaften dabei helfen sollen, ihre Mitarbeiter auf Fälle von Menschenhandel vorzubereiten.
„Das Bordpersonal ist in der einzigartigen Situation, Passagiere über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Dies ermöglicht es Mitarbeitern ihre Beobachtungsfähigkeiten einzusetzen und potenzielle Opfer zu identifizieren“, heißt es in den Richtlinien.
Youla Haddadin, Berater bei OHCHR für Menschenhandel, betonte in einem Interview mit UN News, dass dabei sichergestellt werden müsse, dass potenzielle Opfer nicht in noch größere Gefahr geraten.

UN-Generalsekretär ermahnt iranische Führung

7430744.1.2018 - UN-Generalsekretär Guterres hat die iranische Führung aufgefordert, die Rechte von Demonstranten zu respektieren. Zugleich betonte er, die Proteste müssten friedlich verlaufen. UN-Menschenrechtskommissar Al Hussein appellierte an Teheran, jeden Demonstranten freizulassen, der willkürlich festgenommen oder wegen seiner Meinungsäußerung bestraft worden sei. Die Behörden müssten zudem jedem Todesfall und jeder Verletzung durch Gewalt während der Proteste nachgehen. In den vergangenen Tagen sollen bei Kundgebungen mindestens 21 Menschen getötet worden sein. Berichten zufolge wurden Hunderte festgenommen. Die Demonstranten protestieren unter anderem gegen gestiegene Preise sowie gegen das politische System insgesamt. 

Proteste im Iran: Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats gefordert

746561Die USA streben eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats zur Lage im Iran an. Die amerikanische UN-Botschafterin Haley sagte in New York, die Vereinten Nationen sollten Stellung beziehen - und zwar im Sicherheitsrat und auch im Menschenrechtsrat in Genf. Deshalb werde man Sondersitzungen beantragen. 

Neujahrsbotschaft von UNICEF: Mehr Neugeborene müssen ersten Tag überleben

UNICEF UN0154492 NewYears baby1. Januar 2018 – Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat Länder dazu aufgerufen, mehr dafür zu unternehmen, dass Neugeborene die ersten Tage ihres Lebens überleben. Am gestrigen Neujahrstag waren rund 386,000 Kinder zur Welt gekommen – 90 Prozent davon in weniger entwickelten Ländern.
 „An diesem Neujahrstag ist es UNICEF’s Vorsatz, dabei zu helfen jedem Kind, mehr als eine Stunde, mehr als einen Tag, mehr als einen Monat – mehr als bloßes Überleben zu geben“, sagte der UNICEF-Gesundheitsdirektor Stefan Peterson am Montag.
UNICEF zufolge wurde das erste Kind des Jahres 2018 auf der zu Kiribati zählenden Weihnachtsinsel erwartet. Mehr als die Hälfte der Geburten am Neujahrstag fanden in neun Ländern statt:


• Indien – 69,070
• China – 44,760
• Nigeria – 20,210
• Pakistan – 14,910
• Indonesien – 13,370
• USA – 11,280
• Demokratische Republik Kongo – 9,400
• Äthiopien – 9,020
• Bangladesch – 8,370


Während viele dieser Kinder überleben werden, sind einige an ihrem ersten Lebenstag verstorben. Im Jahr 2016 starben täglich schätzungsweise 2,600 Kinder innerhalb der ersten 24 Stunden ihres Lebens.
„Wir rufen alle Regierungen und Partner dazu auf, das Leben von Millionen Kindern durch bewährte und kostengünstige Maßnahmen zu retten“, sagte Peterson.

Jemen: Über 100 Zivilisten durch Luftangriffe getötet

48586129.12.2017 - Bei Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen sind nach UN-Angaben in den vergangenen zehn Tagen 109 Zivilisten getötet worden. UN-Koordinator Jamie McGoldrick sprach von einem "sinnlosen und absurden Krieg". Unter Berufung auf das UN-Menschenrechtsbüro verwies McGoldrick darauf, dass bei einem Angriff auf einen Markt in Al-Hajma am Dienstag 54 Menschen getötet und 32 verletzt worden seien. Acht der Toten und sechs der Verletzten seien Kinder. Am selben Tag seien beim Angriff auf einen Bauernhof im Bezirk Attohajta 14 Menschen ums Leben gekommen. An weiteren Orten starben den UN-Informationen zufolge bei Luftangriffen 41 Zivilisten. “Diese Zwischenfälle zeigen, dass alle Kriegsparteien einschließlich Saudi-Arabiens weiterhin Menschenleben völlig missachten”, erklärte der UN-Koordinator. “Es zeigt sich, dass dieser absurde Krieg nur zur Zerstörung des Landes führt und den Menschen unvergleichliches Leid bringt.” McGoldrick wies darauf hin, dass nach dem Völkerrecht die Kriegsparteien Zivilisten verschonen müssten. Die Jemeniten erleben nach UN-Angaben wegen des Krieges weltweit die schlimmste Krise: Rund acht Millionen Menschen hungern, eine Million leidet an Cholera. Die Wirtschaft des schon früher armen Landes ist zusammengebrochen.

UN-Generalsekretär António Guterres: Neujahrsbotschaft

744918Liebe Freunde aus aller Welt,

Ein glückliches Neues Jahr.

Als ich vor einem Jahr mein Amt antrat, erbat ich für 2017 ein Jahr des Friedens.

Leider ging die Welt grundlegend in die umgekehrte Richtung.

Am Neujahrstag 2018 rufe ich nicht dazu auf. Ich warne – Alarmstufe rot für unsere Welt.

Konflikte haben sich vertieft und neue Gefahren sind aufgetreten.

Globale Ängste vor Atomwaffen sind am stärksten seit dem Kalten Krieg.

Der Klimawandel bewegt sich schneller als wir.

Ungleichheiten wachsen.

Wir sehen schreckliche Menschenrechtsverletzungen.

Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit steigen.

Am Beginn von 2018 rufe ich zur Einheit.

Ich glaube ehrlich, dass wir unsere Welt sicherer machen können.

Wir können Konflikte lösen, Hass überwinden und gemeinsame Werte teilen.

Aber wir können es nur gemeinsam machen.

Ich bitte alle Führenden überall um diesen Neujahrvorsatz:

Verringert die Schere. Überbrückt die Gräben.

Baut Vertrauen wieder auf, indem ihr die Menschen für die gemeinsamen Ziele zusammenbringt.

Geschlossenheit ist der Weg.

Unsere Zukunft hängt davon ab.

Ich wünsche Ihnen für 2018 Frieden und Gesundheit. Thank you. Shokran. Xie Xie. Merci. Spasiba. Gracias. Obrigado.

 

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