Sonntag, 21 April 2019
UNRIC logo - Deutsch
                

UNO - SCHLAGZEILEN

UN headlines banner

Libyen: Verletzung des Völkerrechts durch starke Bombardierungen

wwedwe18. April 2019 – Der Leiter der dortigen UN-Mission hat am Dienstagabend den Einsatz von Granaten in einem dicht besiedelten Viertel der libyschen Hauptstadt Tripolis verurteilt. Berichten zufolge sind Dutzende Zivilisten getötet und verletzt worden.

„Eine schreckliche Nacht der willkürlichen Bombardierung von Wohngebieten", tweetete der UN-Sonderbeauftragte Ghassan Salame am Mittwoch. „Um der drei Millionen Zivilisten willen, die im Großraum Tripolis leben, sollten diese Angriffe aufhören. JETZT!" 

Khalifa Haftar, Anführer der selbsternannten Libyschen Nationalarmee (LNA) die einen Großteil der östlichen und südlichen Gebiete Libyens kontrolliert, hat eine zweiwöchige Militärkampagne geführt um Tripolis von Soldaten fernzuhalten, die der UN-anerkannten Regierung loyal sind.  

Nach ersten Berichten gehören zu den zivilen Opfern des Nachtangriffs Frauen und Kinder sowie eine Familie, bei der Mutter, Tochter und Enkelin getötet wurden. 

„Der Einsatz von Sprengstoffwaffen in zivilen Gebieten stellt ein Kriegsverbrechen dar", sagte Salame, der auch die UN-Unterstützungsmission (UNSMIL) leitet, in einer Erklärung. Er drückte „mit tiefster Betroffenheit" denFamilien des Opfers sein Beileid aus.

In seiner Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass es bis gestern 54 bestätigte zivile Opfer gab, darunter 14 Tote und 40 Verletzte, von denen vier im Gesundheitswesen tätig waren.  

„Die Verantwortung für solche Handlungen liegt nicht nur bei den Personen, die die willkürlichen Angriffe begangen haben sondern auch bei denen, die sie angeordnet haben", betonte der Sonderbeauftragte. 

Die internationalen humanitären und menschenrechtlichen Gesetze müssen uneingeschränkt eingehalten werden und es müssen alle möglichen Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur ergriffen werden. 

UNESCO-Experten erklären sich zur Unterstützung des Wiederaufbaus der Pariser Notre Dame bereit

sadsafasfewApril 2019 – „Zwei Drittel des mittelalterlichen Daches der Kathedrale Notre Dame in Paris sind nach dem verheerenden Brand am Montagabend eingestürzt. UN-Kulturexperten haben sich bereit erklärt, den Wiederaufbau des ikonischen Bauwerks zu unterstützen,“ so die Direktorin des UNESCO-Weltkulturerbes, Mechtild Rössler, nach einem Besuch am Dienstag.

Sie beschrieb, wie Menschen außerhalb des Wahrzeichens der Stadt und der Nation beteten und immer noch versuchten, das Ausmaß der Katastrophe zu erfassen:

„Ich habe viele Menschen gesehen, die von der Metro zu Notre Dame gefahren sind, und viele stehen immer noch unter Schock. Es ist nämlich nicht nur ein Gebäude für die christliche Gemeinschaft, es ist für uns alle. Es ist ein universelles Symbol und es ist das Zentrum Frankreichs. Das ist wirklich schockierend für die Menschen und sie haben etwas verloren das Teil ihrer Identität ist."    

Rössler sagte, dass ein Team von UNESCO-Experten zur Verfügung stehe, um die Stabilität des Mauerwerks und mögliche Schäden an Buntglasfenstern zu untersuchen.

Die UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay erklärte zudem, dass eine „schnelle Schadensbewertung" so schnell wie möglich mit den Behörden durchgeführt werden sollte.

Nachdem sie am Montagabend die Anlage von Notre Dame besucht hatte, sagte Azoulay: „Wir alle sind untröstlich". Die Kathedrale gehört zum Weltkulturerbe, das 1991 offiziell als „Paris und das Ufer der Seine" in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. 

WHO: Fehlende Transparenz und hohe Preise für Arzneimittel sind ein globales Menschenrechtsproblem

image770x420croppedApril 2019 – Die heutigen Kosten von Medikamenten haben weltweit zu Problemen geführt. Deshalb wurden diese als Hauptthema auf einem globalen Arzneimittelforum in Südafrika, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitfinanziert wurde, diskutiert.

Die WHO-Generaldirektorin für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte, Mariângela Simão, bezeichnete diese Thematik als globales Menschenrechtsproblem auf dem WHO-Medikamentenforum in Johannesburg.

Sie forderte auch mehr Transparenz bei den Kosten für Forschung, Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln, damit die Käufer günstigere Preise aushandeln können.

Laut WHO hat die Zahlung von Medikamenten aus eigener Tasche jedes Jahr 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben. Darüberhinaus müssen die Gesundheitsbehörden in einkommensstarken Ländern zunehmend Medikamente für Krebs, Hepatitis C und seltene Krankheiten rationieren. Das Problem betrifft auch ältere Medikamente, deren Patente abgelaufen sind, wie z.B. Insulin gegen Diabetes.

Einige Forumteilnehmer stellten fest, dass ein Mangel an Transparenz über die von den Regierungen gezahlten Preise dazu führt, dass viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr für bestimmte Medikamente bezahlen als wohlhabendere Länder.

Die Industrieverbände des Forums unterstützten den Zugang zu Arzneimitteln für alle und bekräftigten die Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030. In dieser werden private Partnerschaften zur Bewältigung globaler Herausforderungen, wie beispielsweise des Zugangs zu Arzneimitteln, gefordert.

Die WHO kündigte an, dass sie in den kommenden Wochen eine öffentliche Online-Konsultation einleiten wird, um die Meinungen der wichtigsten Akteure darüber einzuholen, was tatsächlich ein fairer Preis ist.

Guterres: „Es ist noch Zeit einen blutigen Kampf in Libyen zu verhindern“

803760

April 2019 – UN-Generalsekretär António Guterres hat am Mittwochabend gesagt, dass es immer noch möglich sei, einen „blutigen Kampf um Tripolis" abzuwenden.

Die Offensive gegen die Hauptstadt und die Truppen, die der international anerkannten Regierung treu geblieben sind, hatte am Montag begonnen. UN-Sprecher Stephane Dujarric sagte vor Journalisten, dass sich die Zusammenstöße „mit zunehmendem Einsatz von Artillerie und Luftangriffen verschärften.“

Die selbsternannte Libysche Nationalarmee (LNA) versucht, in die Hauptstadt vorzudringen und trifft auf den Widerstand von regierungsfreundlichen Kämpfern.

Guterres sagte, dass er letzten Freitag ein Treffen mit Kommandanten Haftar in Benghazi mit „schweren Herzen" verlassen habe und seine Bedenken „bis jetzt vollständig bestätigt" worden seien.“

„Es bleibt noch Zeit zu erkennen, dass es keine militärische Lösung gibt", fuhr er fort. „Nur politische Lösungen können für Situationen wie die in Libyen zielführend sein.“

„Gleichzeitig bin ich besonders besorgt über Migranten und Flüchtlinge, die in dieser schrecklichen Situation gefangen sind", fügte er hinzu und zeigte sich erleichtert, dass es dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gelungen sei, Gefangenenlager in der Nähe der Hauptstadt zu evakuieren.

Auf die Frage nach seiner Meinung darüber, was der Sicherheitsrat an dieser Stelle tun sollte, sagte er: „Es ist bewusst, dass wir einen ernsthaften politischen Dialog wieder aufnehmen müssen. Dies kann aber nicht geschehen kann, bis die Feindseligkeiten vollständig eingestellt sind."

Seite 1 von 419

Start
Zurück
1

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2778

UN Card 2016 DE 250px front