Samstag, 19 Oktober 2019
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Deutschland und 13 weitere neue Mitglieder wurden am Donnerstag in den Menschenrechtsrat gewählt

Human Rights CouncilDer Rat ist ein internationales Organ im UN-System, dessen 47 Mitgliedsstaaten mehrmals im Jahr am UN-Sitz in Genf zusammenkommen, um gemeinsam Menschenrechte weltweit zu fördern und zu schützen. Er ist befugt, in besonderen Situationen Untersuchungsmissionen und -kommissionen zu beauftragen.

Drei Mal im Jahr überprüft der Rat die Menschenrechtssituation in den UN-Mitgliedsstaaten, im Rahmen eines besonderen Prozesses, der es diesen Ländern möglich macht ihre Fortschritte zu präsentieren. Der Prozess ist bekannt als „allgemeine regelmäßige Überprüfung“ (Universal Periodic Review, UPR).

In einigen Regionen – Asien-Pazifik, Osteuropa, Südamerika und Karibik – waren die Sitze hart umkämpft, da es mehr Kandidaten als verfügbare Plätze gab.
Für die Regionen Afrika und Westeuropa gab es keinen Wettbewerb und alle Kandidaten konnten die für Ihre Region reservierten Sitze im Menschenrechtsrat einnehmen – unter Ihnen auch Deutschland und die Niederlande.

Die neu gewählten Mitglieder werden ab dem 31. Dezember für drei Jahre ihren Sitz einnehmen. Die gleiche Anzahl an derzeitigen Mitgliedern muss den Rat verlassen. So wird die Zusammensetzung des Menschenrechtsrats ab 1. Januar 2020 aussehen:

Afrikanische Staaten: Angola, Burkina Faso, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Lybien, Mauritanien, Namibia, Nigeria, Senegal, Somalien, Sudan, Togo

Asien-Pazifik: Afghanistan, Bahrain, Bangladesh, Fidji, Indien, Indonesien, Japan, Marshall Islands, Republik Korea, Nepal, Pakistan, Philippinen, Qatar

Ost-Europa: Armenien, Bulgarien, Tschechische Republik, Polen, Slovakai, Ukraine

Südamerika und Karibische Inseln: Argentien, Bahamas, Brasilien, Chile, Mexiko, Peru, Uruguay, Venezuela

West-Europa and andere Länder: Australien, Österreich, Dänemark, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien

UN-Generalsekretär: Das Ende der extremen Armut ist von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Zukunft für alle

poverty 22Jedes Jahr am 17. Oktober wird die Mühe und der Kampf von mehr als 700 Millionen Menschen weltweit gewürdigt, die mit weniger als 1,90 USD pro Tag leben.

“Die extreme Armut zu beseitigen steht im Mittelpunkt der Bemühungen die Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und eine nachhaltige Zukunft für alle Menschen zu schaffen. Um erfolgreich niemanden zurückzulassen müssen wir uns zunächst um die ärmsten Menschen kümmern“, sagte der Generalsekretär.

Guterres wies darauf hin, dass der Schwerpunkt des diesjährigen Gedenkens auf dem gemeinsamen Handeln liegt, “um Kinder, ihre Familien und Gemeinschaften zur Bekämpfung der Armut zu befähigen”, da das Gedenken auf den 30. Jahrestag der UN-Konvention über die Rechte des Kindes fällt.

Er sagte, dass die Wahrscheinlichkeit in extremer Armut zu leben bei Kindern mehr als doppelt so hoch ist wie bei Erwachsenen, was zur Folge hat, dass sie “ihr Leben lang benachteiligt sind” und sich ein “generationenübergreifender Transfer dieser Benachteiligung” fortsetzt.

Zudem werden die Kinder von heute mit den “verheerenden Folgen des Klimawandels leben müssen“, wenn wir nun nicht ehrgeizige Massnahmen ergreifen, so der UN-Generalsekretär.

Herr Guterres wies darauf hin, dass Mädchen einem besonderen Risiko ausgesetzt sind, aber zugleich eine treibende Kraft für Veränderungen seien.

“Mit jedem Jahr dass ein Mädchen an der Schule bleibt erhöht sich das Durchschnittseinkommen im Laufe ihres Lebens und sinkt die Chance auf eine frühzeitige Heirat. Zudem hat die Schulbildung eindeutige Vorteile für die Gesundheit und Erziehung ihrer eigenen Kinder, weswegen Bildung eine wesentliche Rolle darin spielt den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen,“ sagte er.

Das Ende der Armut ist das erste der 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs), die die Staats- und Regierungschefs der Welt im Jahr 2015 verabschiedeten.

Der UN-Generalsekretär sagte, dass man die Kinderarmut nur beenden kann indem man die Armut in den Haushalten, aus denen sie kommen, bekämpft.

Er betonte, dass der Zugang zu hochwertigen sozialen Diensten Vorrang haben muss, doch dass heute fast zwei Drittel der Kinder nicht sozialversichert sind. Eine familienorientierte Politik, einschließlich flexibler Arbeitsregelungen, Elternzeit und Unterstützung bei der Kinderbetreuung, ist ebenfalls unabdingbar.

Herr Guterres beendete seine Botschaft mit einem Aufruf zum Handeln: „An diesem internationalen Tag rufen wir auf, sich erneut zu verpflichten das Ziel für nachhaltige Entwicklung 1 zu erreichen und eine faire Globalisierung zu erzielen, die Kindern, Familien und Gemeinschaften zugutekommt.”

UNICEF-Bericht: "Alarmierend hohe" Anzahl Kinder sind weltweit unterernährt

world food day iWeltweit ist mindestens jedes dritte Kind unter fünf Jahren unterernährt und entwickelt sich nicht richtig, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF am Dienstag in seinem umfassendsten Bericht über Kinder und Ernährung seit 20 Jahren mit.

Laut dem Bericht sind rund 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren entweder unterernährt oder übergewichtig, während jedes dritte Kind weltweit - und fast zwei Drittel der Kinder im fragilen Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren - keine Nahrung erhält, die die richtige Entwicklung fördert.

Der Mangel an ausgewogener Ernährung erhöht die Anfälligkeit von Kindern für Gesundheitsprobleme, wie zum Beispiel schlechte Gehirnentwicklung, geringes Lernvermögen, Immunschwäche, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und in vielen Fällen vorzeitiger Tod.

Das Problem des versteckten Hungers

Das Hauptgutachten beschreibt die „dreifache Belastung“ durch Mangelernährung: Unterernährung, Übergewicht und Mangel an notwendigen Nährstoffen. Während 149 Millionen Kinder unter fünf Jahren von verkümmertem Wachstum betroffen sind, sind 50 Millionen zu dünn für ihre Körpergröße - häufige Anzeichen von Unterernährung.

Weitere 40 Millionen Kinder in der gleichen Altersgruppe sind übergewichtig oder fettleibig, und gleichzeitig bekommt die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren weltweit keine wichtigen Vitamine und Nährstoffe. Dieses Problem bezeichnet UNICEF als „versteckten Hunger“.

Zu Beginn des Lebens werden schlechte Diäten eingeführt, die sich in den entscheidenden ersten 1000 Tagen als besonders schädlich erweisen. Obwohl sich herausgestellt hat, dass das Stillen lebensrettend ist, werden nur 42 Prozent der Kinder unter sechs Monaten ausschließlich gestillt und es wird zunehmend auf Säuglingsanfangsnahrung gesetzt, warnt der Bericht.

In Ländern mit einem gehobenen mittleren Einkommen wie Brasilien, China und der Türkei stieg der Verkauf von Muttermilchersatz zwischen 2008 und 2013 um 72 Prozent.

Es ist bekannt, dass Stillen eine Reihe von Vorteilen bieten kann, darunter die Senkung der Wahrscheinlichkeit von Kindersterblichkeit, Übergewicht und Fettleibigkeit, sowie die Verbesserung der Schulleistung.

Wenn Kinder das schulpflichtige Alter erreichen, sind sie regelmäßig ungesunden, stark verarbeiteten Lebensmitteln ausgesetzt. Etwa 42 Prozent der Jugendlichen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen nehmen mindestens einmal täglich ein zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk zu sich und 46 Prozent essen mindestens einmal pro Woche Fast Food. In einkommensstarken Ländern sind es 62 bzw. 49 Prozent.

Frauen in ländlichen Gebieten sind eine „starke Kraft“ für globale Klimaschutzmaßnahmen, sagt Guterres

Rural WomenFrauen und Mädchen die weltweit in der Landwirtschaft tätigt sind, sind laut UN-Generalsekretär António Guterres eine „mächtige Kraft“ in den globalen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels.

In einer Botschaft anlässlich des Internationalen Tages der Landfrauen, der jährlich am 15. Oktober stattfindet, erklärte der UN-Generalsekretär: „Landfrauen zuzuhören und Gehör zu verschaffen ist wichtig, um Informationen über den Klimawandel zu verbreiten und Regierungen, den Privatsektor und lokale Anführer zum Handeln zu bewegen.“

Das diesjährige Fest steht unter dem Motto "Landfrauen und -mädchen fördern Klimaresistenz".

Guterres fügte hinzu, dass "sie eine Quelle für Wissen und Fähigkeiten sind, die Gemeinden dabei helfen können, naturbasierte, kohlenstoffarme Lösungen gegen den Klimawandel anzuwenden."

"Landfrauen wenden neue landwirtschaftliche Techniken als Erste an, sie leisten in Krisen erste Hilfe und sind grüne Unternehmerinnen. Als solche sind sie eine kraftvolle Ressource für globalen Fortschritt. ", sagte er.

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeitet weltweit jede dritte Frau in der Landwirtschaft.

Es ist ein Sektor, der bei klimabedingten Katastrophen wie Dürren und Hitzewellen besonders hart getroffen wird. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berichtet, dass zwischen 2006 und 2016 ein Viertel der Gesamtschäden und -verluste, die durch klimabedingte Katastrophen in Entwicklungsländern verursacht wurden, in der Landwirtschaft aufgetreten sind.

Obwohl Frauen Land kultivieren, Lebensmittel, Wasser und wichtige Brennstoffe beschaffen, und ganze Haushalte ernähren, wies der UN-Generalsekretär darauf hin, dass ihnen der gleichberechtige Zugang zu Land, Finanzen, Ausrüstung, Märkten und Entscheidungsbefugnissen fehlt.

"Der Klimawandel verschärft diese Ungleichheiten und lässt Frauen und Mädchen auf dem Land hinter sich", sagte er und fügte hinzu, dass Frauen "unverhältnismäßig" unter Klimakatastrophen leiden.

Frauen im bolivianischen Amazonasgebiet stärken

Frauen, darunter auch einige aus indigenen Gemeinschaften, tragen zum Schutz der Wälder im nördlichen bolivianischen Amazonas bei, indem sie eine Reihe von Projekten zur wirtschaftlichen Stärkung durchführen, die zum Teil von der Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen UN Women finanziert werden.

Sandra Justiniano, 35, ist eine von 24 Mitgliedern der Gemeinde Buen Retiro, die wilde Früchte aus dem Dschungel wie Açaí, Majo und Cupuaçu verarbeiten, um sie an lokale Lieferanten zu verkaufen. Gleichzeitig werden sie in der Pflege des Waldes geschult, indem sie beispielsweise in Trockenperioden kein Feuer machen.

Vor dem Projekt verkauften die Bewohner 200 Liter handgemachten Açaí-Saft pro Tag. Heute produzieren sie täglich bis zu 500 Liter Saft und entnehmen zudem das Fruchtfleisch, um es zu verkaufen.

„Das Projekt hat unsere Einkommen verbessert; Wir haben neues Wissen über Ermächtigung, unsere Rechte und Finanzen erworben. Wir haben gelernt, Projekte vorzustellen. Wir kennen uns mit wachsenden Märkten aus“, sagte Frau Justiniano kürzlich zu UN Women.

„Wir sind in der Lage, öffentliche Reden zu halten, aktiv mitzuwirken, den Behörden unsere wirtschaftlichen Vorschläge vorzulegen und mit ihnen zu verhandeln. Das ist Ermächtigung.“

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