Sonntag, 15 September 2019
UNRIC logo - Deutsch
                

Situation in Afghanistan verschlechtert sich wieder

398299Vor dem sich abzeichnenden Ende des von der NATO geführten Kampfeinsatzes in Afghanistan gegen die radikal-islamischen Taliban verschlechtert sich die Lage nach Einschätzung des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR in weiten Teilen des Landes. Regierungsfeindliche Kräfte würden immer mehr Kontrolle gewinnen und zunehmend die Zivilbevölkerung terrorisieren. Die organisierte Kriminalität nehme zu. "Bedrohungen, Einschüchterungen, Erpressungen und die Eintreibung illegaler Steuern gehören zum Alltag in vielen Teilen des Landes," heißt es in einem in Berlin veröffentlichten Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks. Auch von parallelen Justizstrukturen und Zwangsrekrutierungen ist die Rede. Kriegsherren und korrupte Beamte könnten selbst in Gebieten straffrei agieren, die von der Regierung kontrolliert würden. "Das hohe Ausmaß an Gewalt und Unsicherheit hat Auswirkungen auf die humanitäre Lage im Land", so das UNHCR weiter. "Ernährungsunsicherheit, Armut und Vernichtung von Lebensgrundlagen sind die unweigerliche Folge. Der Zugang zu Bildung und grundlegender Gesundheitsversorgung sowie die Teilhabe am öffentlichen Leben - insbesondere für Frauen - werden systematisch beschränkt." Diese gefährlichen Lebensverhältnisse müssten bei Asylgesuchen afghanischer Flüchtlinge berücksichtigt werden, mahnt die UN-Organisation.

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2778

  • Allgemeine Anfragen: info(at)unric.org
  • Presse/Medien: deutschland(at)unric.org