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UN schätzt unterbrochene Wasserversorgung in Damaskus als Kriegsverbrechen ein

6620716. Januar 2017 (UNRIC) - Die Vereinten Nationen stufen die Unterbrechung der Wasserversorgung für die syrische Hauptstadt Damaskus als Kriegsverbrechen ein. Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, sagte am Donnerstag in Genf, allein in Damaskus seien fünfeinhalb Millionen Menschen völlig oder teilweise vom Wasser abgeschnitten.

Grund dafür seien "Kämpfe oder Sabotageakte oder beides" in der Region Wadi Barada nahe Damaskus.

"Die Leidtragenden dieses Kriegsverbrechens seien Zivilisten, denn diese sind auf das Trinkwasser angewiesen, sagte Egeland. Die Zivilisten seien auch von Krankheiten betroffen, falls die Wasserversorgung nicht wieder hergestellt werde. "Da spielen sich gewaltige Dramen ab, und uns wird trotzdem der Zugang verwehrt", monierte Egeland nach einem Treffen mit dem UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura.

Durch das von islamistischen Rebellen kontrollierte Barada-Tal (Wadi Barada) fließt der Barada-Fluss in die syrische Hauptstadt. Er ist eine der wichtigsten Quellen für die Wasserversorgung. Die syrische Regierung wirft den Rebellen vor, der Hauptstadt das Wasser abzudrehen. Die Aufständischen argumentieren, dass die Beeinträchtigung der Wasserzufuhr den Bombardements der Regierungstruppen und ihrer Verbündeten geschuldet ist.

Egeland zufolge ist schwer zu sagen, welches Lager für die derzeitige Situation verantwortlich ist. "Wir wollen hingehen, wir wollen ermitteln, was geschehen ist, aber vor allem wollen wir die Wasserzufuhr wiederherstellen", sagte er.

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