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Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan: Selbstmordanschlag mit dutzenden Toten in Moschee „kommt Kriegsverbrechen gleich“

suicude attack moschee afghanistan06.08.2018 – Bei einem Selbstmordanschlag in einer schiitischen Moschee in Afghanistan sind während eines Freitagsgebets 48 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden. Der Einsatzleiter der UN-Unterstützungsmission hat den Anschlag in Gardez, rund 80 Kilometer südlich von Kabul, als Kriegsverbrechen verurteilt.

„Für diesen Anschlag, der auf Zivilisten zielte, gibt es keinerlei Rechtfertigung,“ sagte Tadamichi Yamamoto, Einsatzleiter der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) und Sonderbotschafter des UN-Generalsekretärs für Afghanistan. „Diejenigen, die verantwortlich sind, diesen Anschlag zu ermöglichen, müssen vor Gericht gebracht und zur Rechenschaft gezogen werden.“

Berichten zufolge habe die Taliban jegliche Verbindungen zu diesem Anschlag zurückgewiesen. Es gäbe kein unmittelbares Bekennerschreiben, doch Kämpfer, die mit dem sogenannten Islamischen Staat in Verbindung gebracht werden, auch bekannt als Da'esh, hätten bereits ähnliche Angriffe gegen Schiiten ausgeübt.

„Diese Angriffe auf Gemeinden und Gebetsstätten sind schwere Verstöße gegen das internationale Recht und kommen Kriegsverbrechen gleich,“ betont Yamamoto.

Das internationale humanitäre Recht verbietet vorsätzliche Angriffe gegen Zivilisten und ziviles Eigentum, einschließlich Gebetsstätten. Es verpflichtet Konfliktparteien außerdem, den Religionsführern zu ermöglichen, ihren Gemeinden ohne Angst vor Anschlägen zu dienen.

Vor diesem Hintergrund betonte der UN-Sicherheitsrat die Notwendigkeit, dass alle Staaten im Einklang mit der UN-Charta und mit weiteren Verpflichtungen durch das internationale Recht gegen die terroristische Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit kämpfen.

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