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Übergang von einem Versprechen in Schweden zu Hoffnung auf Frieden im Jemen

Sweden Yemen20. Februar 2019 - Bei der Umsetzung der im Dezember letzten Jahres in Stockholm getroffenen Vereinbarung zwischen der jemenitischen Regierung und den Houthi-Führungskräften werden nach Angaben des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen erhebliche Fortschritte erzielt.

Erster Schritt des sogenannten Hudayah-Umbeschäftigungsplans wird der Rückzug aus den Häfen von Saleef und Ras Isa sein. In einem zweiten Schritt sollen sich die Parteien aus dem Hafen von Hudaydah zurückziehen, der die Versorgung von Millionen von Jemeniten sicherstellen soll.

Martin Griffiths bedankte sich in einem Briefing des UN-Sicherheitsrates für die Zugeständnisse beider Seiten und forderte sie auf, sich über die Einzelheiten der zweiten Phase der Umsetzungen zu einigen.

"Es gibt Anzeichen für eine verstärkte zivile Aktivität in Hudaydah. Die Menschen sehen bereits in diesem sehr frühen Stadium spürbare Vorteile aus dem anhaltenden Rückgang der Feindseligkeiten in diesem Gebiet als Folge des Stockholmer Abkommens", sagte er dem Rat.

Außerdem dankte er dem zuständigen Überwachungsausschuss - einschließlich der jemenitischen Regierung und der mit der Houthi-Bewegung oder Ansar Allah verbundenen Streitkräfte - für die verstärkten Bemühungen um die Freilassung und den Tausch aller Häftlinge und gewaltsam verschwundenen und vermissten Personen. Dies ist auch Teil des Abkommens.

Der Konflikt im Jemen hat seine Wurzeln in Aufständen der Houthi-Rebellen, die bis ins Jahr 2011 zurückreichen. Diese sind im März 2015 eskaliert, als eine von Saudi-Arabien geführte internationale Koalition auf Ersuchen des jemenitischen Präsidenten militärisch eingriff.

Laut Mark Lowcock, UN-Nothilfekoordinator, benötigen etwa 24 Millionen Menschen, das entspricht 80 Prozent der Bevölkerung, humanitäre Hilfe. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen deutlich verschlechtert. Als Grund dafür nannte er unter anderem Konflikte, die Missachtung des humanitären Völkerrechts und den wirtschaftlichen Zusammenbruch 2018. "Kurz gesagt", so Lowcock, "sind die Dinge sehr schlecht."

Trotz zahlreicher Hindernisse bei der Bereitstellung lebensrettender Hilfe, wie zum Beispiel Visaverzögerungen, bürokratische Hindernisse oder Einmischung in humanitäre Maßnahmen, konnten "beeindruckende Ergebnisse" bei der Unterstützung von fast acht Millionen Menschen im vergangenen Jahr im ganzen Land erzielt werden.

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