Dienstag, 23 April 2019
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WHO: Fehlende Transparenz und hohe Preise für Arzneimittel sind ein globales Menschenrechtsproblem

image770x420croppedApril 2019 – Die heutigen Kosten von Medikamenten haben weltweit zu Problemen geführt. Deshalb wurden diese als Hauptthema auf einem globalen Arzneimittelforum in Südafrika, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitfinanziert wurde, diskutiert.

Die WHO-Generaldirektorin für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte, Mariângela Simão, bezeichnete diese Thematik als globales Menschenrechtsproblem auf dem WHO-Medikamentenforum in Johannesburg.

Sie forderte auch mehr Transparenz bei den Kosten für Forschung, Entwicklung und Produktion von Arzneimitteln, damit die Käufer günstigere Preise aushandeln können.

Laut WHO hat die Zahlung von Medikamenten aus eigener Tasche jedes Jahr 100 Millionen Menschen in die Armut getrieben. Darüberhinaus müssen die Gesundheitsbehörden in einkommensstarken Ländern zunehmend Medikamente für Krebs, Hepatitis C und seltene Krankheiten rationieren. Das Problem betrifft auch ältere Medikamente, deren Patente abgelaufen sind, wie z.B. Insulin gegen Diabetes.

Einige Forumteilnehmer stellten fest, dass ein Mangel an Transparenz über die von den Regierungen gezahlten Preise dazu führt, dass viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mehr für bestimmte Medikamente bezahlen als wohlhabendere Länder.

Die Industrieverbände des Forums unterstützten den Zugang zu Arzneimitteln für alle und bekräftigten die Agenda für nachhaltige Entwicklung von 2030. In dieser werden private Partnerschaften zur Bewältigung globaler Herausforderungen, wie beispielsweise des Zugangs zu Arzneimitteln, gefordert.

Die WHO kündigte an, dass sie in den kommenden Wochen eine öffentliche Online-Konsultation einleiten wird, um die Meinungen der wichtigsten Akteure darüber einzuholen, was tatsächlich ein fairer Preis ist.

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