Montag, 23 September 2019
UNRIC logo - Deutsch
                

Libyen: Ein erneutes Engagement für Rettungen im Mittelmeerraum ist ermutigend, aber "übergeordnete Priorität" muss "dauerhafter Frieden" sein

Libya EU Flüchtlinge24. Juli 2019 - Die Leiter der beiden UN-Organisationen, die sich für Flüchtlinge und Migranten einsetzen, haben ein Ende der "willkürlichen Inhaftierungen" in Libyen gefordert, nachdem sich die EU-Länder am Dienstag einigen konnten, über das Mittelmeer flüchtende Personen mit Hilfe eines neuen Verteilungsmechanismus Schutz zu bieten.

"Die Gewalt in Tripolis in den letzten Wochen hat die Lage so aussichtslos wie nie zuvor und den Handlungsbedarf kritisch gemacht", betonten António Vitorino, Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), und Filippo Grandi, UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR).

Meinungsverschiedenheiten über die Verteilung von auf See geretteten Menschen veranlassten die EU Anfang diesen Jahres dazu, die amtlichen Mittelmeerpatrouillen zu beenden, da Italien abgelehnt hatte, den Großteil der Geretteten aufzunehmen.

Mehrere Nachrichtenagenturen berichteten jetzt, dass 14 EU-Mitgliedsstaaten eine vorläufige Vereinbarung getroffen haben, um Migranten und Flüchtlinge gleichmäßiger zu verteilen.

Die UN-Vertreter plädierten für eine geordnetere Freilassung von Inhaftierten in Ortschaften oder offene Zentren, „die angemessene Bewegungsfreiheit, Unterkunft, Unterstützung und Schutz bieten, sowie eine unabhängige Überwachung und einen regelmäßigen ungehinderten Zugang für humanitäre Organisationen“.

Angesichts des Risikos von Missbrauch, Misshandlung oder Tod sollten "keine Personen in libysche Haftanstalten zurückgebracht werden, nachdem sie auf See abgefangen oder gerettet wurden", betonten sie. Die internationale Gemeinschaft solle jede Hebelwirkung nutzen, um die Kriegsparteien im Dialog zusammenzubringen und eine politische Lösung zu finden, die Stabilität und Sicherheit wiederherstellt.

UNRIC Verbindungsbüro in Deutschland, Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 815-2773 / 2778

  • Allgemeine Anfragen: info(at)unric.org
  • Presse/Medien: deutschland(at)unric.org