Donnerstag, 17 Oktober 2019
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Blutbad in Afghanistan verdirbt Feierlichkeiten zu 100 Jahren Unabhängigkeit

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20. August 2019 - Afghanistan befindet sich an „einem entscheidenden Moment“ in der Geschichte des Landes nach 100 Jahren Unabhängigkeit, sagte der Sonderbeauftragte für Afghanistan und Leiter der dortigen UN-Mission am Montag nach einer Reihe von Terroranschlägen in den letzten Tagen.

Tadamichi Yamamoto, Leiter der Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA), erklärte weiter, dass sich die Bevölkerung Afghanistans trotz des jahrzehntelangen Konflikts weiterhin für eine stabile, friedliche und erfolgreiche Nation einsetze, die die Menschenrechte von Frauen und Männern gleichermaßen schütze.

Yamamoto äußerte auch die Hoffnung, dass die anstehenden Wahlen dem Volk Gehör verschaffen würden und betonte, dass nach so vielen Jahren des Krieges "eine echte Möglichkeit für den Frieden" bestünde - ein Hinweis auf laufende Verhandlungen zwischen den Taliban-Führern und den USA, von denen erhofft wird, dass sie zu einem dauerhaften Waffenstillstand und zu Gesprächen mit der afghanischen Regierung führen werden.

Die Äußerungen des Leiters der UNAMA kommen in Zeiten zahlreicher Terroranschläge gegen Zivilisten, darunter ein Selbstmordanschlag während einer Hochzeitsfeier am Samstag, bei dem 63 Menschen ums Leben kamen und über 180 verletzt wurden.

Der Angriff fand im Shahr-e-Dubai Hochzeitssaal in Westkabul statt, wo ungefähr 1.000 Menschen für eine schiitische Hochzeitszeremonie versammelt waren, teilte die UNAMA in einer Erklärung mit und versicherte, dass das Menschenrechtsteam der UN-Mission den Vorfall untersuchen werde.

Nachrichten zufolge übernahm ein örtliches Mitglied der ISIL-Terroristengruppe die Verantwortung für den Selbstmordanschlag.

"Das Tempo derartiger grausamer Angriffe zeigt, dass derzeitige Schutzmaßnahmen verstärkt werden und diejenigen, die Angriffe organisiert und ermöglicht haben, vor Gericht gestellt und zur Rechenschaft gezogen werden müssen", sagte der Leiter der UNAMA. "Die Vereinten Nationen sind solidarisch mit allen Afghanen und setzen sich weiterhin für einen von Afghanistan geführten Friedensprozess ein, der den Krieg beendet und einen dauerhaften Frieden herbeiführt."

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