Handel und Entwicklung
 
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UNCTAD X

Zehnte Tagung der Handels- und
Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen
Bangkok (Thailand), 12. - 19. Februar 2000

Pressemitteilung UNCTAD X/4
4. Februar 2000

Eine neue Form der Konsensfindung

Die zehnte Tagung der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD X) wird vom 12. – 19. Februar 2000 im Queen Sirikit National Convention Centre (QSNCC) in Bangkok, Thailand, stattfinden. für den 11. Februar ist eine halbtägige Informationsveranstaltung zu organisatorischen Fragen vorgesehen. Das Ablaufprogramm von UNCTAD X bringt das große Engagement des UNCTAD-Generalsekretärs zum Ausdruck, über die üblichen zwischenstaatlichen Diskussionen über Auftrag und Arbeit der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen hinauszugehen. Die Konferenz soll in erster Linie einen internationalen Konsens über politische Richtlinien und konkrete Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene hervorbringen, um ein nachhaltiges und gerechtes Wachstum für alle zu Fördern. Dieser Konsens soll durch alle Beteiligten an diesem Prozess getragen werden: Regierungen, zwischenstaatliche und nichtstaatliche Organisationen, sowie die Zivilgesellschaft im allgemeinen sollen daran mitwirken. Das dabei erzielte übereinkommen soll dann in Form eines Aktionsplans und einer politischen Erklärung von der Konferenz verabschiedet werden.

Teilnahme auf höchster Ebene

Mit ihren 190 Mitgliedern ist die UNCTAD die wichtigste Organisation im Verband der Vereinten Nationen zur Verbesserung der sozioökonomischen Lage in den Entwicklungsländern. Die meisten Länder werden durch Minister auf der Tagung vertreten sein. Außerdem werden die Leiter zahlreicher internationaler Organisationen erwartet (siehe unten). Vertreter zwischenstaatlicher und nichtstaatlicher Organisationen, sowie des Privatsektors und des akademischen Lebens werden ebenfalls ihren Beitrag zu den Debatten leisten.

Die Eröffnungssitzung findet am Samstag, den 12. Februar um 15 Uhr in Anwesenheit der Staats- und Regierungschefs der ASEAN-Mitgliedstaaten sowie des Generalssekretärs der Vereinten Nationen, Kofi Annan, statt. Die erste Plenarsitzung der Konferenz beginnt um 18 Uhr mit der Wahl ihres Präsidenten, dem Leiter der Delegation des Gastgeberlandes und stellvertretenden Premierminister und Wirtschaftsminister von Thailand, Supachai Panitchpakdi.

Die Mitgliedstaaten werden über das Ergebnis von UNCTAD X in Plenarsitzungen und eigens geschaffenen Ausschüssen beraten und verhandeln. Eine Neuheit der Konferenz sind interaktive Diskussionsrunden, die den Plenarsitzungen vorausgehen. Diese Diskussionsrunden sollen Experten und führende Persönlichkeiten zu einem Erfahrungsaustausch zusammenbringen, um Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für die Zukunft zu gewinnen. Sie werden damit auch einen wichtigen Beitrag für andere wichtige Ereignisse in diesem Jahr leisten, wie etwa die Millenniumsgeneralversammlung der Vereinten Nationen.

Die interaktiven Diskussionsrunden finden vom 13. bis 18. Februar jeden Vormittag um 9.30 Uhr, am 13., 14. und 16. Februar auch nachmittags um 15 Uhr statt. Jede Debatte ist für ungefähr drei Stunden anberaumt und in zwei Abschnitte gegliedert: Zunächst erfolgt die Präsentation eines Fachvortrages, danach der Meinungsaustausch zwischen Referenten und Ministern.

Bis Anfang Januar haben folgende Experten als Referenten zugesagt: Michel Camdessus, Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds, IMF, (13. Februar, vormittags); Enrique Iglesias von der Interamerikanischen Entwicklungsbank (14. Februar, vormittags); die Leiter der fünf regionalen Wirtschafts- und Sozialkommissionen der Vereinten Nationen (14. Februar, nachmittags, siehe unten); Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO (15. Februar, vormittags); Mike Moore, Generaldirektor der Welthandelsorganisation, WTO (16. Februar, vormittags) und James Wolfensohn, Präsident der Weltbank (16. Februar, nachmittags).

Am Montag, den 14. Februar, um 15 Uhr, werden die Exekutivsekretäre der regionalen Wirtschafts- und Sozialkommissionen der Vereinten Nationen gemeinsam die regionale Dimension in die Debatte einbringen. Sie werden die regionale Integration als Instrument der Entwicklung erörtern und zu den Herausforderungen der Globalisierung in den Bereichen Handel, Investition und Finanzwesen Stellung nehmen. Dabei werden sie auch über die Auswirkungen der Globalisierung auf die verschiedenen Regionen im Zusammenhang mit der jüngsten Finanzkrise und die dabei ergriffenen Maßnahmen eingehen. Der Generalsekretär der UNCTAD, Rubens Ricupero, wird die Debatte moderieren. Die Exekutivsekretäre der UNO-Regionalkommissionen sind: Yves Berthelot, Wirtschaftskommission für Europa (ECE); K.Y.Amoako, Wirtschaftskommission für Afrika (ECA); José Antonio Ocampo, Wirtschafts- und Sozialkommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC); Adrianus Mooy, Wirtschafts- und Sozialkommission für Asien und den Pazifik (ESCAP); und Hazem El-Beblawi, Wirtschafts- und Sozialkommission für Westasien (ESCWA).

Runde Tische mit hochrangiger Beteiligung

Zwei Runde Tische am Eröffnungstag befassen sich mit den künftigen Herausforderungen bei der Ausarbeitung neuer Entwicklungsstrategien, die auf den bisherigen Erfahrungen beruhen.

Beim ersten Runden Tisch (12. Februar, vormittags) werden namhafte Ökonomen wesentliche Erkenntnisse aus den Bereichen Handel und Entwicklung präsentieren, die den Rahmen für die anschließenden Beratungen der UNCTAD X abstecken sollen. Die Veranstaltung wird vom Exekutivsekretär der Wirtschafts- und Sozialkommission für Lateinamerika und der Karibik (ECLAC), José Antonio Ocampo, moderiert. Der frühere Vizepräsident der Weltbank, Joseph Stiglitz, wird zu den Expertenmeinungen Stellung nehmen.

Folgende Redner sind bei diesem Runden Tisch vorgesehen: Professor Alice Amsden, Massachusetts Institute of Technology: Industrialisierung im Rahmen des neuen WTO-Rechts; Hans Binswanger und Ernst Lutz, Weltbank: Hemmnisse für den Agrarhandel, Handelsverhandlungen und die Interessen der Entwicklungsländer; Kwesi Botchwey, Harvard University: Finanzierung der Entwicklung; Professor Bernard Chavance, Universität Paris VII: Perspektiven der Wirtschaft der Schwellenländer; Professor Peter Evans, University of California: Wirtschaftliche Institutionen in der globalen Wirtschaftspolitik: Auswirkungen für die Entwicklungsländer; Alfred Maizels, Oxford University: Wirtschaftliche Abhängigkeit von Rohstoffen; Professor Deepak Nayyar, Jawaharlal Nehru Universität: Globalisierung und Entwicklungsstrategie; Carlota Pérez, Venezuela: Verbreitung des technologischen Fortschritts; Professor Frances Stewart, Oxford University: Einkommensverteilung und Entwicklung; Professor Alan Winters, Universität Sussex: Handelstheorie und –politik; und Professor Ippei Yamazawa, Institute of Developing Economics: Regionale Zusammenarbeit in einer globalen Umwelt im Wandel: Erfolg und Misserfolg in Ostasien.

Beim zweiten Runden Tisch am Nachmittag des 12. Februar werden die Leiter von UNO-Institutionen und Sonderorganisationen dazu Stellung nehmen, wie man den Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Integration in das globale Handelssystem helfen kann und wie diese von den Vorzügen der Wissensgesellschaft profitieren können.

Als Teilnehmer sind vorgesehen: Jean-Denis Bélisle, Exekutivdirektor des Internationalen Handelszentrums, UNCTAD/WTO (ITC); Nitin Desai, Untergeneralsekretär der Hauptabteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, Vereinte Nationen; Kamil Idris, Generaldirektor der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO); Carlos A. Magariños, Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO); Mark Malloch Brown, Administrator des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP); Rubens Ricupero, Generalsekretär der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP); und Michael Zammit Cutajar, Exekutivsekretär des Sekretariats der Klimarahmenkonvention (UNFCCC).

Sonderveranstaltung mit den Staats- und Regierungschefs

Vor dem Abschluss der Konferenz findet am 19. Februar von 10.00 bis 13.00 Uhr ein Treffen der Staats- und Regierungschefs statt, die ihre Visionen der künftigen Entwicklungspolitik darlegen, die Mängel der bisher verfolgten Entwicklungsstrategien aufzeigen und die vor uns liegenden Herausforderungen erörtern werden.

Die Moderation dieses Treffens übernimmt Frau Raghida Dergham, Leitende Korrespondentin der in London erscheinenden Tageszeitung Al Hayat am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Ministertreffen der am wenigsten entwickelten Länder

Die an der Konferenz teilnehmenden Minister der am wenigsten entwickelten Länder werden am Sonntag, den 13. Februar von 11.30 bis 13.30 Uhr zu einem Meinungsaustausch über die Themen der Konferenz und zur Abstimmung ihrer Positionen zusammentreffen. Sie werden außerdem die Fortschritte in der Vorbereitung der Dritten Konferenz der Vereinten Nationen über die am wenigsten entwickelten Länder prüfen, die im Frühjahr 2001 in Brüssel stattfinden wird.

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