Handel und Entwicklung
 
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UNCTAD X

Zehnte Tagung der Handels- und
Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen
Bangkok (Thailand), 12. - 19. Februar 2000

Pressemitteilung UNCTAD X/5
4. Februar 2000


Höhepunkt eines ganzen Jahres
zwischenstaatlicher Vorbereitungen

Die internationale Gemeinschaft wird sich vom 12. bis 19. Februar 2000 in Bangkok (Thailand) unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen treffen, um sich mit der Frage zu befassen, wie die Vorzüge der Globalisierung gerechter verteilt werden können.

Die zehnte Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD X) wird etwa 3.000 Teilnehmer zusammenbringen: Minister und hochrangige Regierungsbeamte aus den 190 Mitgliedstaaten der UNCTAD und Vertreter zwischen- und nichtstaatlicher Organisationen und anderer Einrichtungen der Zivilgesellschaft, wie akademischer Kreise und des privaten Sektors.

Die alle vier Jahre stattfindende Ministerkonferenz ist das höchste politische Entscheidungsgremium der in Genf ansässigen Handels- und Entwicklungskonferenz, dem wichtigsten Instrument der Vereinten Nationen zur Verbesserung der sozioökonomischen Situation in den Entwicklungsländern.

Die UNCTAD-Mitgliedstaaten beraten seit 25. Oktober 1999 intensiv über einen umfassenden Text, der nun den Ministern zur Annahme vorliegt. Ein bereits ausgehandelter Textentwurf enthält einen Aktionsplan für Regierungen und die internationale Gemeinschaft, der die Globalisierung zu einem wirksamen Instrument für die Entwicklung aller Länder und Völker machen will.

Dieser Entwurf wurde von einem Plenarausschuss unter dem Vorsitz des Präsidenten des UNCTAD-Handels- und Entwicklungsrats, Botschafter Philippe Petit (Frankreich) ausgearbeitet. Der Handels- und Entwicklungsrat ist das höchste Leitungsgremium der UNCTAD in der Zeit zwischen den eigentlichen Konferenzen.

Der zwischenstaatliche Vorbereitungsprozess für die Konferenz hat am 5. Februar 1999 mit der Annahme des Hauptthemas und der vorläufigen Tagesordnung für UNCTAD X (Dokument TD/B/EX (20)/L.1) durch den Handels- und Entwicklungsrat begonnen. Am 14. Dezember 1999 wurden die Beschlüsse des Rats von der UNO-Generalversammlung gebilligt.

Das Thema der Konferenz lautet: „Entwicklungsstrategien in einer zunehmend interdependenten Welt: Anwendung der Lehren aus der Vergangenheit, wie die Globalisierung zu einem wirksamen Instrument für die Entwicklung aller Länder und Völker gemacht werden kann“. Bei der Festlegung dieses Themas erklärte der Rat, die Auswirkungen der Globalisierung seien eher unterschiedlich gewesen und hätten die wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den Ländern nicht überbrücken können. Der Rat war außerdem der Meinung, dass „die internationale Gemeinschaft ihre Politik und den institutionellen Rahmen für den Welthandel und die globale Finanzwirtschaft einer gründlichen und objektiven überprüfung unterziehen“ müsse.

Wie auch bei den Vorbereitungen früherer Konferenzen, haben sich die Minister der Entwicklungsländer in verschiedenen Regionen getroffen, um ihre Position bei der UNCTAD X abzustimmen. Die Gruppe der lateinamerikanischen und karibischen Staaten hat sich am 5./6. August in Santo Domingo (Dominikanische Republik) getroffen (zu den Ergebnissen dieses Treffens vgl. Dokument LA/MM/77(IX)/1); die Asiengruppe kam am 11./12. August in Beirut (Libanon) zusammen (Dokument AS/MM/77(IX)/3); die Minister der Organisation der Afrikanischen Einheit/Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (OAU/AEC) haben am 9./10. September in Algier (Algerien) getagt (Dokument AF/MM/77/(IX)/1 und Corr.1).

Diese regionalen Vorbereitungen der Entwicklungsländer fanden ihren Höhepunkt in dem Ministertreffen der Gruppe der 77 (133 Entwicklungsländer) und China, das vom 13. bis 16. September 1999 in Marrakesch (Marokko) abgehalten wurde (vgl. Aktionsplan der G77 und China in Dokument TD(X)/PC/4 und Entwurf des Bangkok-übereinkommens in Dokument TD(X)/PC/5).

Der Europäische Rat hat am 22. Oktober 1999 Richtlinien für die Teilnahme der Europäischen Union an UNCTAD X verabschiedet (Dokument TD(X)/PC/6).

Vorbereitungsseminare und Workshops wurden im vergangenen Jahr in Genf zu folgenden Themen abgehalten: Die Rolle der Wettbewerbspolitik für die Entwicklung in globalisierten Weltmärkten (14./15. Juni, vgl. Dokument TD(X)/PC/1); Austausch zwischen Unternehmen auf dem Gebiet des elektronischen Handels (17./18. Juni, Dokument TD(X)/PC/3); Handel, nachhaltige Entwicklung und Geschlechterfragen (12./13. Juni, Dokument TD(X)/PC/2); Ausländische Direktinvestitionen im Dienst der nachhaltigen Entwicklung (15. November, Dokument TD(X)/PC/7).

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