Klimawandel einfach erklärt
Kurz gesagt: Klimawandel ist eine langfristige Veränderung des Klimasystems. Die gegenwärtige globale Erwärmung wird vor allem durch menschliche Aktivitäten verursacht, insbesondere durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Dadurch steigt die Konzentration wärmespeichernder Treibhausgase in der Atmosphäre.
Die Folgen reichen von häufigeren und intensiveren Hitzewellen über Veränderungen bei Niederschlägen, Dürren und Überschwemmungen bis zu steigendem Meeresspiegel, Verlusten von Eis und Gletschern sowie Risiken für Gesundheit, Ernährung, Wasser, Ökosysteme und Wirtschaft.
Begriffe wie Treibhausgasemissionen, Netto-Null, Anpassung oder Klimafinanzierung erklärt das Klima-Lexikon der Vereinten Nationen.
Der Begriff „Klimawandel“
Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster. Diese Veränderungen können natürlichen Ursprungs sein und beispielsweise durch Schwankungen in der Sonnenaktivität entstehen.
Doch seit dem 19. Jahrhundert ist der Klimawandel hauptsächlich auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen, allen voran die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas.
Wie entstehen Treibhausgasemissionen?
Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Treibhausgasemissionen, die sich wie ein Mantel um die Erde legen und so die Sonnenwärme zurückhalten und die Temperaturen ansteigen lassen.
Treibhausgase, deren Emission den Klimawandel mitverursacht, sind beispielsweise Kohlendioxid und Methan. Sie entstehen unter anderem, wenn Benzin als Treibstoff verwendet wird oder Gebäude mit Kohle beheizt werden.
Auch die Rodung von Land- und Waldflächen kann Kohlendioxid freisetzen. Mülldeponien sind einer der Hauptemittenten von Methan. Zu den größten Emittenten gehören der Energiesektor, die Industrie, der Verkehrssektor, Gebäude, die Landwirtschaft und die Flächennutzung. Die daraus entstehenden Folgen des Klimawandels sind heute bereits sichtbar.
Treibhausgase und globale Erwärmung
Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) lag die globale Durchschnittstemperatur 2025 etwa 1,43 °C über dem Mittel von 1850–1900. Die Jahre 2015 bis 2025 waren die elf wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die Konzentrationen der wichtigsten langlebigen Treibhausgase erreichten zuletzt Rekordwerte. Gleichzeitig nehmen Ozeanwärme, Meeresspiegelanstieg und der Verlust von Eis und Gletschern weiter zu.
Viele verbinden Klimawandel vor allem mit höheren Temperaturen. Tatsächlich verändert die zusätzliche Wärme ein eng verknüpftes System – Atmosphäre, Ozeane, Wasserhaushalt und Ökosysteme – und verstärkt Risiken für Menschen und Natur.
Quelle: WMO – State of the Global Climate 2025
Zu den Folgen des Klimawandels gehören heute unter anderem
- heftige Dürren
- Wasserknappheit
- schwere Brände
- steigender Meeresspiegel
- Überschwemmungen
- Abschmelzen von Polareis
- Unwetterkatastrophen
- Artenschwund
Die Menschen erleben den Klimawandel unterschiedlich
Der Klimawandel kann die Gesundheit, die Fähigkeit zur Nahrungsmittelerzeugung, die Wohnsituation, die Sicherheit und die Arbeit beeinträchtigen.
Manche von uns, zum Beispiel Menschen, die in kleinen Inselstaaten und anderen Entwicklungsländern leben, sind schon heute stärker durch Klimafolgen gefährdet. Phänomene wie das Ansteigen des Meeresspiegels und Salzwasserintrusion sind so weit fortgeschritten, dass schon ganze Siedlungen verlegt werden mussten, und langanhaltende Dürren bringen die Gefahr von Hungersnöten.
Klimafolgen tragen bereits zu Vertreibung und Migration bei und können bestehende soziale und wirtschaftliche Risiken verschärfen. Diese ungleichen Auswirkungen zeigen, warum Klimafinanzierung, Vorsorge und Anpassung an Klimafolgen zentrale Bestandteile der internationalen Klimapolitik sind.
Jeder zusätzliche Bruchteil eines Grades zählt
Der Weltklimarat (IPCC) zeigt, dass Risiken und Schäden mit jedem zusätzlichen Anstieg der globalen Temperatur zunehmen. Das Pariser Übereinkommen verfolgt deshalb das Ziel, den Temperaturanstieg deutlich unter 2 °C zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, ihn auf 1,5 °C zu begrenzen.
Ein einzelnes Kalenderjahr oberhalb von 1,5 °C bedeutet nicht automatisch, dass die langfristige Temperaturgrenze des Pariser Übereinkommens überschritten ist. Entscheidend ist der langfristige Erwärmungstrend.
Klimagerechtigkeit: Die Ursachen und Folgen des Klimawandels sind weltweit ungleich verteilt. Länder und Bevölkerungsgruppen mit geringerem historischen Beitrag zu den Emissionen sind häufig besonders verwundbar.
Deshalb verbinden die Vereinten Nationen Klimaschutz mit Anpassung, Finanzierung, internationaler Zusammenarbeit und einem gerechten Übergang.
Quelle: IPCC – AR6 Synthesis Report
Das Problem ist enorm, doch viele Lösungen sind schon bekannt
Viele Lösungen für das Problem des Klimawandels können wirtschaftlich rentabel sein und zugleich unser Leben verbessern und die Umwelt schützen.
Daneben weisen auch globale Übereinkünfte wie das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und das Übereinkommen von Paris den Weg nach vorn. Die Maßnahmen lassen sich in drei große Kategorien fassen: Senkung der Emissionen, Anpassung an die Klimafolgen und Finanzierung der erforderlichen Kurskorrekturen.
Durch die Umstellung der Energiesysteme von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Quellen wie Solar- oder Windenergie werden die Emissionen, die den Klimawandel vorantreiben, sinken. Mehr dazu bietet die UN-Seite zur Netto-Null-Koalition. Wir dürfen jedoch keine Zeit verlieren.
Um die Ziele des Pariser Übereinkommens erreichbar zu halten, sind in diesem Jahrzehnt rasche, tiefgreifende und anhaltende Emissionssenkungen erforderlich. Gleichzeitig müssen Energiesysteme effizienter werden und der Ausbau erneuerbarer Energien deutlich beschleunigt werden. Viele Staaten und Unternehmen verfolgen außerdem Netto-Null-Ziele.
Eine Anpassung an die Klimafolgen schützt Menschen und ihre Häuser, Unternehmen, Lebensgrundlagen, Infrastruktur und natürliche Ökosysteme und erfasst die derzeitigen und die zu erwartenden Folgen.
Anpassungen wird es überall geben müssen, vor allem aber jetzt und zugunsten der am stärksten gefährdeten Menschen, die den Klimagefahren am wenigsten entgegenzusetzen haben. Es gibt viel zu gewinnen. So retten Katastrophen-Frühwarnsysteme Menschenleben und Eigentum, und ihr Nutzen kann bis zu zehnmal so hoch sein wie die anfänglichen Kosten.
Entweder begleichen wir die Rechnung jetzt oder zahlen später drauf
Der Klimaschutz erfordert umfangreiche finanzielle Investitionen von Regierungen und Unternehmen. Bleiben wir aber untätig, wird uns das weit teurer zu stehen kommen. Weitere Informationen bietet die UN-Seite zur Klimafinanzierung.
Auf der COP29 in Baku wurde ein neues internationales Klimafinanzierungsziel vereinbart: Die Finanzierung für Entwicklungsländer soll bis 2035 auf mindestens 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen. Gleichzeitig sollen öffentliche und private Finanzierungsquellen gemeinsam dazu beitragen, bis 2035 jährlich mindestens 1,3 Billionen US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern zu mobilisieren.
Quelle: UNFCCC – Ergebnisse der COP29