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UNEP-Bericht: Erde steuert auf 2,8 Grad Erwärmung zu

Die Erde steuert mit der momentanen Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu. Das geht aus dem aktuellen Emissions Gap Report des UN‑Umweltprogramms UNEP hervor. Wenn alle Länder ihre bislang angekündigten Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, würde die Erderwärmung laut der Berechnung bis 2100 um 2,6 Grad steigen.

Das UNEP ermittelt in seinem Bericht jährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen und den Werten, die für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 notwendig wären. Vergangenes Jahr war der Bericht bei Einhaltung der angekündigten Maßnahmen noch von einer Erderwärmung um 2,3 bis 2,5 Grad ausgegangen. Die Verschlechterung liegt dem Bericht zufolge vor allem an den USA, die sich unter Präsident Donald Trump von vorherigen Klimaschutzplänen verabschiedet haben. Zudem seien Daten zum bisherigen Ausstoß von Treibhausgasen nach oben korrigiert worden.

Drastische Senkung der Emissionen nötig

Die dauerhafte Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels hält der Bericht für nicht mehr realistisch. Er betrachtet jedoch ein Optimalszenario, mit dem den Berechnungen zufolge die Erwärmung Mitte des Jahrhunderts auf 1,7 bis 1,8 Grad steigen und bis 2100 wieder auf 1,5 Grad zurückgebracht werden könnte.

Dazu müssten die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2025 bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent reduziert werden, heißt es. Die aktuell angekündigten Klimaschutzmaßnahmen würden Emissionen bis 2030 allerdings nur um 5 bis 8 Prozent und bis 2035 um 11 bis 15 Prozent reduzieren. Ohne sofortiges Handeln werde es schnell unmöglich, die Erwärmung bei maximal 1,7 bis 1,8 Grad zu halten, heißt es im Bericht.

Es gebe mittlerweile etliche Erfolgsgeschichten, wie Emissionen schnell verringert werden könnten, sagte Unep-Direktorin Andersen. Der Bericht verweist darauf, dass seit dem Pariser Klimaabkommen die erneuerbaren Energien etwa dreimal so schnell zugelegt hätten, wie dies damals erwartet worden sei. In dem Abkommen hatte sich die Weltgemeinschaft darauf verständigt, die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf unter 2 Grad, möglichst jedoch auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Eine Überschreitung der 1,5 Grad bedeute keine Kapitulation, sagte Guterres. »Wir können sie immer noch so gering und so kurz wie möglich halten.« Das Festhalten am 1,5-Grad-Ziel wird voraussichtlich auch ein zentrales Thema der Weltklimakonferenz im türkischen Antalya, die am 9. November beginnt.