Vereinte Nationen17 ZieleSDG 1: Keine Armut

Agenda 2030 · Ziel 1

Ziel 1: Keine Armut

Armut in all ihren Formen und überall beenden.

SDG 1 zielt darauf ab, extreme Armut zu beenden, Armut in all ihren Dimensionen zu verringern, Sozialschutz auszubauen und besonders gefährdete Menschen widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen, sozialen, klimabedingten und anderen Krisen zu machen.

10 % der Weltbevölkerung leben 2026 in extremer Armut. UN-Schätzung für 2026
52,4 % der Weltbevölkerung waren 2023 durch mindestens eine Sozialschutzleistung abgesichert. gegenüber 42,8 % im Jahr 2015
9 % könnten bei der derzeitigen Entwicklung auch 2030 noch in extremer Armut leben. aktuelle UN-Projektion

Ziel 1 im Überblick

SDG 1 – „Keine Armut“ – ist das erste der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Es umfasst nicht nur Einkommen, sondern auch Sozialschutz, Zugang zu grundlegenden Diensten, wirtschaftliche Ressourcen und den Schutz von Menschen vor Krisen und Katastrophen.

Stand 2026

Wie ist der Stand bei SDG 1 im Jahr 2026?

Die weltweite Armutsbekämpfung hat sich deutlich verlangsamt. Mehrere Krisen wirken gleichzeitig: schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Verschuldung, Konflikte, fragile Lebensbedingungen, steigende Lebenshaltungskosten und extreme Wetterereignisse.

Rund 826 Millionen Menschen

leben 2026 nach UN-Schätzung in extremer Armut. Für die aktuelle internationale Messung wird eine Schwelle von weniger als 3 US-Dollar pro Tag in Kaufkraftparitäten von 2021 verwendet.

284 Millionen Erwerbstätige

lebten 2025 trotz Arbeit in extremer Armut. Das entspricht 7,9 Prozent der weltweit Erwerbstätigen.

3,8 Milliarden Menschen

waren 2023 weiterhin durch keine Sozialschutzleistung abgesichert, obwohl die weltweite Abdeckung erstmals über 50 Prozent lag.

Nur jedes vierte Land

dürfte nach aktuellen Projektionen bis 2030 sein nationales Armutsniveau gegenüber dem Ausgangspunkt des SDG-Zeitraums halbieren.

Quelle: Vereinte Nationen, The Sustainable Development Goals Report 2026 und Fortschrittsbericht des UN-Generalsekretärs 2026. Weitere Einzelheiten und Indikatoren sind in den verlinkten UN-Quellen verfügbar.

Agenda 2030

Die Zielvorgaben von SDG 1

Ziel 1 umfasst sieben Zielvorgaben. Die vollständige offizielle deutsche Fassung ist in der Resolution A/RES/70/1 enthalten.

1.1Extreme Armut bis 2030 beenden

Extreme Armut für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen.

1.2Armut in allen Dimensionen deutlich verringern

Den Anteil von Männern, Frauen und Kindern, die nach nationalen Definitionen in Armut leben, bis 2030 mindestens halbieren.

1.3Sozialschutz für alle ausbauen

Angemessene Sozialschutzsysteme und einen Basisschutz schaffen und insbesondere arme und gefährdete Menschen besser absichern.

1.4Gleichen Zugang zu Ressourcen und grundlegenden Diensten fördern

Den Zugang zu Grundversorgung, wirtschaftlichen Ressourcen, Eigentum, Land, Technologie und Finanzdienstleistungen verbessern.

1.5Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen und Katastrophen stärken

Die Gefährdung armer und verletzlicher Menschen durch Klimaextreme sowie wirtschaftliche, soziale und ökologische Schocks verringern.

1.aAusreichende Ressourcen für Armutsbekämpfung mobilisieren

Finanzierung und Entwicklungszusammenarbeit stärken, damit insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder wirksame Programme gegen Armut umsetzen können.

1.bArmutsorientierte politische Rahmenbedingungen schaffen

Politische Strategien auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene armutsorientiert und geschlechtersensibel ausrichten.

Handlungsbedarf

Prioritäten für die Armutsbekämpfung

Die aktuellen UN-Daten zeigen, dass Fortschritte ohne gezielte politische und wirtschaftliche Maßnahmen nicht ausreichen werden, um extreme Armut bis 2030 zu beenden.

Sozialschutz ausbauen

Soziale Sicherung muss besonders Kinder, Arbeitslose, Menschen mit Behinderungen und andere gefährdete Gruppen besser erreichen.

Inklusive Chancen schaffen

Menschen brauchen Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, grundlegenden Diensten und wirtschaftlichen Ressourcen.

Krisenrisiken verringern

Armutsbekämpfung muss Ungleichheit, Konflikte, Klimarisiken, Naturkatastrophen und steigende Lebenshaltungskosten gemeinsam berücksichtigen.

Zusammenhänge

Armut steht in direktem Zusammenhang mit Ernährung, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Ungleichheiten. Deshalb kann SDG 1 nicht isoliert erreicht werden.

FAQ

Häufige Fragen zu SDG 1 – Keine Armut

Was ist SDG 1?

SDG 1 ist eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030. Es verfolgt das Ziel, Armut in allen ihren Formen und überall zu beenden.

Wie viele Menschen leben 2026 in extremer Armut?

Nach Schätzung der Vereinten Nationen leben 2026 rund 10 Prozent der Weltbevölkerung – etwa 826 Millionen Menschen – in extremer Armut.

Wie wird extreme Armut aktuell gemessen?

Im SDG-Bericht 2026 verwendet die internationale Armutsmessung eine Schwelle von weniger als 3 US-Dollar pro Person und Tag in Kaufkraftparitäten von 2021.

Kann extreme Armut bis 2030 vollständig beendet werden?

Bei der derzeitigen Entwicklung ist das Ziel nicht auf Kurs. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 2030 noch etwa 9 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut leben könnten.

Welche Rolle spielt Sozialschutz bei SDG 1?

Sozialschutz kann Menschen vor Einkommensverlusten und Krisen schützen. 2023 waren weltweit 52,4 Prozent der Bevölkerung durch mindestens eine Sozialschutzleistung abgedeckt; 3,8 Milliarden Menschen blieben ohne Schutz.