Agenda 2030 · Ziel 1
Ziel 1: Keine Armut
Armut in all ihren Formen und überall beenden.
SDG 1 zielt darauf ab, extreme Armut zu beenden, Armut in all ihren Dimensionen zu verringern, Sozialschutz auszubauen und besonders gefährdete Menschen widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen, sozialen, klimabedingten und anderen Krisen zu machen.
Ziel 1 im Überblick
SDG 1 – „Keine Armut“ – ist das erste der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Es umfasst nicht nur Einkommen, sondern auch Sozialschutz, Zugang zu grundlegenden Diensten, wirtschaftliche Ressourcen und den Schutz von Menschen vor Krisen und Katastrophen.
Wie ist der Stand bei SDG 1 im Jahr 2026?
Die weltweite Armutsbekämpfung hat sich deutlich verlangsamt. Mehrere Krisen wirken gleichzeitig: schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Verschuldung, Konflikte, fragile Lebensbedingungen, steigende Lebenshaltungskosten und extreme Wetterereignisse.
leben 2026 nach UN-Schätzung in extremer Armut. Für die aktuelle internationale Messung wird eine Schwelle von weniger als 3 US-Dollar pro Tag in Kaufkraftparitäten von 2021 verwendet.
lebten 2025 trotz Arbeit in extremer Armut. Das entspricht 7,9 Prozent der weltweit Erwerbstätigen.
waren 2023 weiterhin durch keine Sozialschutzleistung abgesichert, obwohl die weltweite Abdeckung erstmals über 50 Prozent lag.
dürfte nach aktuellen Projektionen bis 2030 sein nationales Armutsniveau gegenüber dem Ausgangspunkt des SDG-Zeitraums halbieren.
Quelle: Vereinte Nationen, The Sustainable Development Goals Report 2026 und Fortschrittsbericht des UN-Generalsekretärs 2026. Weitere Einzelheiten und Indikatoren sind in den verlinkten UN-Quellen verfügbar.
Die Zielvorgaben von SDG 1
Ziel 1 umfasst sieben Zielvorgaben. Die vollständige offizielle deutsche Fassung ist in der Resolution A/RES/70/1 enthalten.
1.1Extreme Armut bis 2030 beenden
Extreme Armut für alle Menschen überall auf der Welt beseitigen.
1.2Armut in allen Dimensionen deutlich verringern
Den Anteil von Männern, Frauen und Kindern, die nach nationalen Definitionen in Armut leben, bis 2030 mindestens halbieren.
1.3Sozialschutz für alle ausbauen
Angemessene Sozialschutzsysteme und einen Basisschutz schaffen und insbesondere arme und gefährdete Menschen besser absichern.
1.4Gleichen Zugang zu Ressourcen und grundlegenden Diensten fördern
Den Zugang zu Grundversorgung, wirtschaftlichen Ressourcen, Eigentum, Land, Technologie und Finanzdienstleistungen verbessern.
1.5Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen und Katastrophen stärken
Die Gefährdung armer und verletzlicher Menschen durch Klimaextreme sowie wirtschaftliche, soziale und ökologische Schocks verringern.
1.aAusreichende Ressourcen für Armutsbekämpfung mobilisieren
Finanzierung und Entwicklungszusammenarbeit stärken, damit insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder wirksame Programme gegen Armut umsetzen können.
1.bArmutsorientierte politische Rahmenbedingungen schaffen
Politische Strategien auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene armutsorientiert und geschlechtersensibel ausrichten.
Prioritäten für die Armutsbekämpfung
Die aktuellen UN-Daten zeigen, dass Fortschritte ohne gezielte politische und wirtschaftliche Maßnahmen nicht ausreichen werden, um extreme Armut bis 2030 zu beenden.
Sozialschutz ausbauen
Soziale Sicherung muss besonders Kinder, Arbeitslose, Menschen mit Behinderungen und andere gefährdete Gruppen besser erreichen.
Inklusive Chancen schaffen
Menschen brauchen Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, grundlegenden Diensten und wirtschaftlichen Ressourcen.
Krisenrisiken verringern
Armutsbekämpfung muss Ungleichheit, Konflikte, Klimarisiken, Naturkatastrophen und steigende Lebenshaltungskosten gemeinsam berücksichtigen.
SDG 1 hängt mit anderen Zielen zusammen
Armut steht in direktem Zusammenhang mit Ernährung, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Ungleichheiten. Deshalb kann SDG 1 nicht isoliert erreicht werden.
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
Weiterführende Daten, Indikatoren und die offizielle Agenda 2030.
- UN Statistics: SDG 1 – aktuelle Daten 2026 (Englisch)
- The Sustainable Development Goals Report 2026 (PDF, Englisch)
- Bericht des UN-Generalsekretärs über die Fortschritte bei den SDGs 2026 (PDF, Englisch)
- United Nations: Goal 1 – Targets and Indicators
- A/RES/70/1 – Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Deutsch)
Häufige Fragen zu SDG 1 – Keine Armut
Was ist SDG 1?
SDG 1 ist eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030. Es verfolgt das Ziel, Armut in allen ihren Formen und überall zu beenden.
Wie viele Menschen leben 2026 in extremer Armut?
Nach Schätzung der Vereinten Nationen leben 2026 rund 10 Prozent der Weltbevölkerung – etwa 826 Millionen Menschen – in extremer Armut.
Wie wird extreme Armut aktuell gemessen?
Im SDG-Bericht 2026 verwendet die internationale Armutsmessung eine Schwelle von weniger als 3 US-Dollar pro Person und Tag in Kaufkraftparitäten von 2021.
Kann extreme Armut bis 2030 vollständig beendet werden?
Bei der derzeitigen Entwicklung ist das Ziel nicht auf Kurs. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass 2030 noch etwa 9 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut leben könnten.
Welche Rolle spielt Sozialschutz bei SDG 1?
Sozialschutz kann Menschen vor Einkommensverlusten und Krisen schützen. 2023 waren weltweit 52,4 Prozent der Bevölkerung durch mindestens eine Sozialschutzleistung abgedeckt; 3,8 Milliarden Menschen blieben ohne Schutz.