21.05.2025
Erstmals seit fast drei Monaten haben die Vereinten Nationen wieder humanitäre Hilfe in den Gazastreifen geliefert. Über den Grenzübergang Kerem Shalom konnten UN-Teams unter anderem Babynahrung, Mehl und Medikamente einbringen. „Die ersten Lkw mit überlebenswichtiger Babynahrung sind jetzt in Gaza – nach elf Wochen totaler Blockade“, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric am Dienstag in New York.
Am Montag wurden laut dem UN-Nothilfebüro OCHA neun Hilfstransporte zur Einreise nach Gaza freigegeben, doch nur fünf konnten tatsächlich die Grenze passieren. UN-Sprecher Stéphane Dujarric betonte, dass der Weitertransport der Güter innerhalb Gazas stark verzögert sei, da die Versorgungsteams oft stundenlang auf Genehmigungen warten müssten.
Laut UNRWA reichen die Liefermengen bei weitem nicht aus: „Fünf Lastwagen – das ist nirgendwo genug“, erklärte Sprecherin Louise Wateridge. Während in Gaza die Lager leer seien, stapelten sich Hilfsgüter zur Auslieferung in UN-Lagern in Jordanien.
OCHA-Sprecher Jens Laerke warnte, dass sich der Mangel an Hilfsgütern unmittelbar auf die Sicherheitslage auswirke: „Unzureichende Lieferungen werden eher geplündert und zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft.“ Ein regelmäßiger und großflächiger Zugang zu humanitärer Hilfe könne diese Dynamik sofort entschärfen.
UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach von einem „Tropfen auf den heißen Stein“ und rief zu einer massiven Ausweitung der Lieferungen auf.
UN-Generalsekretär António Guterres forderte erneut den sofortigen, sicheren und ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen in großem Umfang – und bekräftigte seine Ablehnung jeder Form von Zwangsvertreibung.