Klimawandel einfach erklärt
Fachleute auf diesem Gebiet sind bereits mit den vielen Begriffen und Konzepten im Zusammenhang mit dem Klimawandel vertraut. Wenn Sie jedoch neu in die Diskussion einsteigen, kann es eine ziemliche Herausforderung sein, alle Begriffe auf einmal zu erschließen.
Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen eine Ressource mit Begriffen und Konzepten zum Klimawandel zusammengestellt. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit Begriffen wie Treibhausgasemissionen, Netto-Null oder Klimafinanzierung Schritt zu halten, ist das Klima-Lexikon genau das Richtige für Sie.
Wir laden Sie ein, es zu lesen, ein Lesezeichen zu setzen und es bei Ihrer Arbeit für den Klimaschutz zu nutzen.
Der Begriff „Klimawandel“
Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster. Diese Veränderungen können natürlichen Ursprungs sein und beispielsweise durch Schwankungen in der Sonnenaktivität entstehen.
Doch seit dem 19. Jahrhundert ist der Klimawandel hauptsächlich auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen, allen voran die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas.
Wie entstehen Treibhausgasemissionen?
Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Treibhausgasemissionen, die sich wie ein Mantel um die Erde legen und so die Sonnenwärme zurückhalten und die Temperaturen ansteigen lassen.
Treibhausgase, deren Emission den Klimawandel mitverursacht, sind beispielsweise Kohlendioxid und Methan. Sie entstehen unter anderem, wenn Benzin als Treibstoff verwendet wird oder Gebäude mit Kohle beheizt werden.
Auch die Rodung von Land- und Waldflächen kann Kohlendioxid freisetzen. Mülldeponien sind einer der Hauptemittenten von Methan. Zu den größten Emittenten gehören der Energiesektor, die Industrie, der Verkehrssektor, Gebäude, die Landwirtschaft und die Flächennutzung. Die daraus entstehenden Folgen des Klimawandels sind heute bereits sichtbar.
Die Treibhausgaskonzentrationen sind so hoch wie seit 2 Millionen Jahren nicht mehr
Und die Emissionen steigen weiter. Infolgedessen ist die Erde heute um 1,1 °C wärmer als zum Ende des 19. Jahrhunderts. Das vergangene Jahrzehnt (2011–2020) war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.
Viele verbinden mit dem Klimawandel vor allem höhere Temperaturen. Doch das ist nur der Anfang. Da die Erde ein in sich eng verflochtenes System ist, können Veränderungen in einem Bereich Veränderungen in allen anderen Bereichen bewirken – von Wasserknappheit und Extremwetter bis hin zu Gesundheit, Ernährung, Wohnraum und Sicherheit.
Zu den Folgen des Klimawandels gehören heute unter anderem
- heftige Dürren
- Wasserknappheit
- schwere Brände
- steigender Meeresspiegel
- Überschwemmungen
- Abschmelzen von Polareis
- Unwetterkatastrophen
- Artenschwund
Die Menschen erleben den Klimawandel unterschiedlich
Der Klimawandel kann die Gesundheit, die Fähigkeit zur Nahrungsmittelerzeugung, die Wohnsituation, die Sicherheit und die Arbeit beeinträchtigen.
Manche von uns, zum Beispiel Menschen, die in kleinen Inselstaaten und anderen Entwicklungsländern leben, sind schon heute stärker durch Klimafolgen gefährdet. Phänomene wie das Ansteigen des Meeresspiegels und Salzwasserintrusion sind so weit fortgeschritten, dass schon ganze Siedlungen verlegt werden mussten, und langanhaltende Dürren bringen die Gefahr von Hungersnöten.
In Zukunft müssen wir deshalb mit mehr „Klimaflüchtlingen“ rechnen. Diese ungleichen Risiken zeigen, warum Klimafinanzierung und Anpassung an Klimafolgen zentrale Bestandteile der internationalen Klimapolitik sind.
Jeder Anstieg der Erderwärmung macht einen Unterschied
In einem Bericht der Vereinten Nationen von 2018 waren sich Tausende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Regierungssachverständige einig, dass eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf höchstens 1,5 °C dazu beiträgt, die schlimmsten Klimafolgen abzuwenden und ein lebensfreundliches Klima zu erhalten.
Entwickeln sich die CO2-Emissionen jedoch weiter wie bisher, könnten die globalen Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 4,4 °C steigen.
Emissionen, die den Klimawandel fördern, stammen aus allen Teilen der Welt und haben Auswirkungen auf alle Menschen, sind aber in manchen Ländern weit höher als in anderen.
Die 100 Länder mit dem niedrigsten Ausstoß verursachen 3 Prozent der Gesamtemissionen, die 10 Länder mit den höchsten Emissionen hingegen 68 Prozent. Wir alle müssen zum Klimaschutz beitragen, doch tragen die Menschen und Länder, die das Problem in erster Linie verursachen, auch eine größere Verantwortung, als erste zu handeln.
Das Problem ist enorm, doch viele Lösungen sind schon bekannt
Viele Lösungen für das Problem des Klimawandels können wirtschaftlich rentabel sein und zugleich unser Leben verbessern und die Umwelt schützen.
Daneben weisen auch globale Übereinkünfte wie das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und das Übereinkommen von Paris den Weg nach vorn. Die Maßnahmen lassen sich in drei große Kategorien fassen: Senkung der Emissionen, Anpassung an die Klimafolgen und Finanzierung der erforderlichen Kurskorrekturen.
Durch die Umstellung der Energiesysteme von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Quellen wie Solar- oder Windenergie werden die Emissionen, die den Klimawandel vorantreiben, sinken. Mehr dazu bietet die UN-Seite zur Netto-Null-Koalition. Wir dürfen jedoch keine Zeit verlieren.
Zwar verpflichtet sich eine wachsende Koalition von Ländern darauf, ihre Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken, doch muss etwa die Hälfte dieser Senkung bis 2030 erfolgen, um die Erwärmung unter 1,5 °C zu halten. Die Produktion fossiler Brennstoffe muss zwischen 2020 und 2030 um jährlich etwa 6 Prozent zurückgefahren werden.
Eine Anpassung an die Klimafolgen schützt Menschen und ihre Häuser, Unternehmen, Lebensgrundlagen, Infrastruktur und natürliche Ökosysteme und erfasst die derzeitigen und die zu erwartenden Folgen.
Anpassungen wird es überall geben müssen, vor allem aber jetzt und zugunsten der am stärksten gefährdeten Menschen, die den Klimagefahren am wenigsten entgegenzusetzen haben. Es gibt viel zu gewinnen. So retten Katastrophen-Frühwarnsysteme Menschenleben und Eigentum, und ihr Nutzen kann bis zu zehnmal so hoch sein wie die anfänglichen Kosten.
Entweder begleichen wir die Rechnung jetzt oder zahlen später drauf
Der Klimaschutz erfordert umfangreiche finanzielle Investitionen von Regierungen und Unternehmen. Bleiben wir aber untätig, wird uns das weit teurer zu stehen kommen. Weitere Informationen bietet die UN-Seite zur Klimafinanzierung.
Entscheidend wird sein, dass die Industrieländer ihre Zusage einhalten, den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Anpassungsmaßnahmen und die Umstellung auf eine umweltschonendere Wirtschaft bereitzustellen.