Was ist Klimawandel? | UNRIC Content Block

Was ist Klimawandel?

Der Klimawandel ist das bestimmende Thema unserer Zeit. Jeden Tag engagieren sich mehr und mehr Menschen für den Klimaschutz.

Klimawandel
UNRIC-Themenseite zum Klimawandel – neu strukturiert als barrierearmer Lern- und Informationshub.
1,1 °Cwärmer als zum Ende des 19. Jahrhunderts laut bisheriger Seitendarstellung
2 Mio.Jahre: so lange waren Treibhausgaskonzentrationen nicht mehr so hoch
3 %der Gesamtemissionen stammen von den 100 Ländern mit dem niedrigsten Ausstoß
3 WegeEmissionen senken, Klimafolgen anpassen, Finanzierung sichern

Klimawandel einfach erklärt

Fachleute auf diesem Gebiet sind bereits mit den vielen Begriffen und Konzepten im Zusammenhang mit dem Klimawandel vertraut. Wenn Sie jedoch neu in die Diskussion einsteigen, kann es eine ziemliche Herausforderung sein, alle Begriffe auf einmal zu erschließen.

Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen eine Ressource mit Begriffen und Konzepten zum Klimawandel zusammengestellt. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, mit Begriffen wie Treibhausgasemissionen, Netto-Null oder Klimafinanzierung Schritt zu halten, ist das Klima-Lexikon genau das Richtige für Sie.

Wir laden Sie ein, es zu lesen, ein Lesezeichen zu setzen und es bei Ihrer Arbeit für den Klimaschutz zu nutzen.

Der Begriff „Klimawandel“

Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet langfristige Veränderungen der Temperaturen und Wettermuster. Diese Veränderungen können natürlichen Ursprungs sein und beispielsweise durch Schwankungen in der Sonnenaktivität entstehen.

Doch seit dem 19. Jahrhundert ist der Klimawandel hauptsächlich auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen, allen voran die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas.

Wie entstehen Treibhausgasemissionen?

Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Treibhausgasemissionen, die sich wie ein Mantel um die Erde legen und so die Sonnenwärme zurückhalten und die Temperaturen ansteigen lassen.

Treibhausgase, deren Emission den Klimawandel mitverursacht, sind beispielsweise Kohlendioxid und Methan. Sie entstehen unter anderem, wenn Benzin als Treibstoff verwendet wird oder Gebäude mit Kohle beheizt werden.

Auch die Rodung von Land- und Waldflächen kann Kohlendioxid freisetzen. Mülldeponien sind einer der Hauptemittenten von Methan. Zu den größten Emittenten gehören der Energiesektor, die Industrie, der Verkehrssektor, Gebäude, die Landwirtschaft und die Flächennutzung. Die daraus entstehenden Folgen des Klimawandels sind heute bereits sichtbar.

Die Treibhausgaskonzentrationen sind so hoch wie seit 2 Millionen Jahren nicht mehr
Bildmotiv der bestehenden UNRIC-Seite: „Feeling the heat“.

Die Treibhausgaskonzentrationen sind so hoch wie seit 2 Millionen Jahren nicht mehr

Und die Emissionen steigen weiter. Infolgedessen ist die Erde heute um 1,1 °C wärmer als zum Ende des 19. Jahrhunderts. Das vergangene Jahrzehnt (2011–2020) war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Viele verbinden mit dem Klimawandel vor allem höhere Temperaturen. Doch das ist nur der Anfang. Da die Erde ein in sich eng verflochtenes System ist, können Veränderungen in einem Bereich Veränderungen in allen anderen Bereichen bewirken – von Wasserknappheit und Extremwetter bis hin zu Gesundheit, Ernährung, Wohnraum und Sicherheit.

Zu den Folgen des Klimawandels gehören heute unter anderem

  • heftige Dürren
  • Wasserknappheit
  • schwere Brände
  • steigender Meeresspiegel
  • Überschwemmungen
  • Abschmelzen von Polareis
  • Unwetterkatastrophen
  • Artenschwund
Die Menschen erleben den Klimawandel unterschiedlich
Der Klimawandel wirkt sich je nach Ort, Einkommen, Alter, Infrastruktur und Verwundbarkeit unterschiedlich aus.

Die Menschen erleben den Klimawandel unterschiedlich

Der Klimawandel kann die Gesundheit, die Fähigkeit zur Nahrungsmittelerzeugung, die Wohnsituation, die Sicherheit und die Arbeit beeinträchtigen.

Manche von uns, zum Beispiel Menschen, die in kleinen Inselstaaten und anderen Entwicklungsländern leben, sind schon heute stärker durch Klimafolgen gefährdet. Phänomene wie das Ansteigen des Meeresspiegels und Salzwasserintrusion sind so weit fortgeschritten, dass schon ganze Siedlungen verlegt werden mussten, und langanhaltende Dürren bringen die Gefahr von Hungersnöten.

In Zukunft müssen wir deshalb mit mehr „Klimaflüchtlingen“ rechnen. Diese ungleichen Risiken zeigen, warum Klimafinanzierung und Anpassung an Klimafolgen zentrale Bestandteile der internationalen Klimapolitik sind.

Jeder Anstieg der Erderwärmung macht einen Unterschied

In einem Bericht der Vereinten Nationen von 2018 waren sich Tausende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Regierungssachverständige einig, dass eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf höchstens 1,5 °C dazu beiträgt, die schlimmsten Klimafolgen abzuwenden und ein lebensfreundliches Klima zu erhalten.

Entwickeln sich die CO2-Emissionen jedoch weiter wie bisher, könnten die globalen Temperaturen bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 4,4 °C steigen.

Emissionen, die den Klimawandel fördern, stammen aus allen Teilen der Welt und haben Auswirkungen auf alle Menschen, sind aber in manchen Ländern weit höher als in anderen.

Die 100 Länder mit dem niedrigsten Ausstoß verursachen 3 Prozent der Gesamtemissionen, die 10 Länder mit den höchsten Emissionen hingegen 68 Prozent. Wir alle müssen zum Klimaschutz beitragen, doch tragen die Menschen und Länder, die das Problem in erster Linie verursachen, auch eine größere Verantwortung, als erste zu handeln.

Das Problem ist enorm, doch viele Lösungen sind schon bekannt
Viele Lösungen sind bekannt: Erneuerbare Energien, Effizienz, Anpassung, Finanzierung und internationale Zusammenarbeit.

Das Problem ist enorm, doch viele Lösungen sind schon bekannt

Viele Lösungen für das Problem des Klimawandels können wirtschaftlich rentabel sein und zugleich unser Leben verbessern und die Umwelt schützen.

Daneben weisen auch globale Übereinkünfte wie das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen und das Übereinkommen von Paris den Weg nach vorn. Die Maßnahmen lassen sich in drei große Kategorien fassen: Senkung der Emissionen, Anpassung an die Klimafolgen und Finanzierung der erforderlichen Kurskorrekturen.

Durch die Umstellung der Energiesysteme von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Quellen wie Solar- oder Windenergie werden die Emissionen, die den Klimawandel vorantreiben, sinken. Mehr dazu bietet die UN-Seite zur Netto-Null-Koalition. Wir dürfen jedoch keine Zeit verlieren.

Zwar verpflichtet sich eine wachsende Koalition von Ländern darauf, ihre Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken, doch muss etwa die Hälfte dieser Senkung bis 2030 erfolgen, um die Erwärmung unter 1,5 °C zu halten. Die Produktion fossiler Brennstoffe muss zwischen 2020 und 2030 um jährlich etwa 6 Prozent zurückgefahren werden.

Eine Anpassung an die Klimafolgen schützt Menschen und ihre Häuser, Unternehmen, Lebensgrundlagen, Infrastruktur und natürliche Ökosysteme und erfasst die derzeitigen und die zu erwartenden Folgen.

Anpassungen wird es überall geben müssen, vor allem aber jetzt und zugunsten der am stärksten gefährdeten Menschen, die den Klimagefahren am wenigsten entgegenzusetzen haben. Es gibt viel zu gewinnen. So retten Katastrophen-Frühwarnsysteme Menschenleben und Eigentum, und ihr Nutzen kann bis zu zehnmal so hoch sein wie die anfänglichen Kosten.

Entweder begleichen wir die Rechnung jetzt oder zahlen später drauf
Klimaschutz und Anpassung brauchen Investitionen – Nichthandeln ist teurer.

Entweder begleichen wir die Rechnung jetzt oder zahlen später drauf

Der Klimaschutz erfordert umfangreiche finanzielle Investitionen von Regierungen und Unternehmen. Bleiben wir aber untätig, wird uns das weit teurer zu stehen kommen. Weitere Informationen bietet die UN-Seite zur Klimafinanzierung.

Entscheidend wird sein, dass die Industrieländer ihre Zusage einhalten, den Entwicklungsländern jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Anpassungsmaßnahmen und die Umstellung auf eine umweltschonendere Wirtschaft bereitzustellen.

Klima-Zeitstrahl

Der Zeitstrahl ordnet zentrale Schritte ein: vom Beginn der menschengemachten Erwärmung über internationale Abkommen bis zu den Zielen für 2030 und 2050.

19.

Menschliche Aktivität wird Haupttreiber

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas erhöht Treibhausgasemissionen.

1992

UN-Klimarahmenkonvention

Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen schafft den globalen Rahmen.

2015

Übereinkommen von Paris

Das Pariser Klimaübereinkommen weist den Weg für internationale Klimaschutzmaßnahmen.

2030

Drastische Senkung erforderlich

Etwa die Hälfte der Emissionssenkung muss bis 2030 erfolgen, um die Erwärmung unter 1,5 °C zu halten.

2050

Netto-Null-Ziel

Eine wachsende Koalition von Ländern verpflichtet sich, Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken.

Folgen, Risiken und Lösungen

Die Karten bündeln zentrale Aussagen der Seite und helfen, Auswirkungen, Gerechtigkeitsfragen und Handlungsoptionen schneller zu vergleichen.

Folgen

Extremwetter

Dürren, Brände, Überschwemmungen und Unwetterkatastrophen gehören zu den sichtbaren Folgen.

Wasser

Wasserknappheit und Meeresspiegel

Wasserknappheit, Salzwasserintrusion und steigender Meeresspiegel können ganze Siedlungen gefährden.

Ungleichheit

Nicht alle sind gleich betroffen

Kleine Inselstaaten und andere Entwicklungsländer sind oft besonders stark gefährdet.

Verantwortung

Emissionen sind ungleich verteilt

Die 10 Länder mit den höchsten Emissionen verursachen 68 Prozent der Gesamtemissionen.

Minderung

Emissionen senken

Der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Quellen wie Solar- und Windenergie senkt Emissionen.

Anpassung

Menschen schützen

Anpassung schützt Häuser, Unternehmen, Lebensgrundlagen, Infrastruktur und natürliche Ökosysteme.

Frühwarnsysteme

Leben retten

Katastrophen-Frühwarnsysteme können Menschenleben und Eigentum schützen; ihr Nutzen kann bis zu zehnmal so hoch sein wie die Kosten.

Finanzierung

Jetzt investieren

Klimaschutz braucht umfangreiche Investitionen. Untätigkeit wird deutlich teurer.

Für Schüler:innen und Lehrkräfte

Materialien für Unterricht, Referate und Diskussionen erleichtern den Einstieg in die Themen Klimawandel, Klimaschutz und globale Verantwortung.

Referat vorbereiten

Eine einfache Struktur für Präsentationen:

  • Definition
  • Ursachen
  • Folgen
  • Ungleiche Verantwortung
  • Lösungen und UN-Abkommen

Quellen prüfen

Gute Klimainformation nennt Organisation, Datum, Methode und Kontext. Originalquellen wie UN, IPCC, UNEP oder WMO sind für Referate besonders geeignet.

Diskussionsfrage

„Wer sollte zuerst handeln – alle gleich, oder stärker die Länder und Akteure, die historisch mehr Emissionen verursacht haben?“

Mini-Quiz

Welche Aussage beschreibt Klimawandel am besten?

Weiterführende Informationen und Publikationen

Ausgewählte Ressourcen der Vereinten Nationen, UNRIC-Seiten und internationale Berichte vertiefen die Themen Klimapolitik, Klimawissenschaft, Netto-Null und Finanzierung.

Netto-Null

… Netto-Null

Welche Länder sind aktiv? Wer sind die Hauptemittenten? Warum müssen Emissionen sofort drastisch sinken?

Netto-Null-Seite
UN Climate Action
UNRIC

Klimawandel thematisieren

Den Klimawandel zu thematisieren heißt, über ihn aufzuklären und andere zu motivieren, ihren Teil zur Bewältigung der Klimakrise beizutragen.

Warum und wie?
UNRIC
Wissenschaft

IPCC Synthesebericht

Wissenschaftlicher Gesamtstand zu Ursachen, Risiken, Anpassung und Minderung.

Zum IPCC-Bericht
IPCC · 2023
Emissionen

UNEP Emissions Gap Report

Einordnung der Lücke zwischen aktuellen Klimaplänen und notwendigen Emissionspfaden.

Zum UNEP-Bericht
UNEP
Klimadaten

WMO State of the Global Climate

Aktuelle Klimadaten zu Temperatur, Ozeanen, Meeresspiegel, Eis und Extremereignissen.

Zur WMO-Publikationsreihe
WMO
SDG 13

SDG 13: Klimaschutz

Verbindung zwischen Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung.

Zu SDG 13
UN Sustainable Development

Häufige Fragen

Kurze Antworten erklären zentrale Begriffe und helfen beim Einstieg in das Thema Klimawandel.

Ist Klimawandel dasselbe wie Wetter?

Nein. Wetter beschreibt kurzfristige Zustände. Klimawandel beschreibt langfristige Veränderungen von Temperaturen und Wettermustern.

Warum sind fossile Brennstoffe so wichtig in der Erklärung?

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Klimawandel hauptsächlich auf menschliche Tätigkeiten zurückzuführen, vor allem auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas.

Was bedeutet Anpassung an Klimafolgen?

Anpassung schützt Menschen, Häuser, Unternehmen, Lebensgrundlagen, Infrastruktur und natürliche Ökosysteme vor aktuellen und erwarteten Klimafolgen.

Warum ist Klimafinanzierung wichtig?

Der Klimaschutz erfordert umfangreiche Investitionen. Besonders wichtig ist Unterstützung für Entwicklungsländer bei Anpassung und Umstellung auf eine umweltschonendere Wirtschaft.