Der UN-Kommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat sich besorgt über die steigende Zahl von Hinrichtungen im Iran geäußert. Nach Angaben seines Büros wurden im vergangenen Jahr mindestens 901 Menschen im Iran hingerichtet – so viele wie seit 2015 nicht mehr. Allein in einer Woche im Dezember waren es demnach etwa 40.
Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Exekutionen laut UN um fast 50 Fälle zu. Unter ihnen seien auch 31 Frauen. Das sei die höchste Zahl seit mindestens 15 Jahren.
Türk nannte den Trend „zutiefst beunruhigend“. Es sei „höchste Zeit, dass der Iran dieser immer weiter anschwellenden Flut von Hinrichtungen Einhalt gebietet“, erklärte der Menschenrechtskommissar. Die Todesstrafe sei unvereinbar mit dem Grundrecht auf Leben und berge das inakzeptable Risiko, dass Unschuldige hingerichtet würden. Der UN-Kommissar forderte die iranischen Behörden zu einem Moratorium für die Todesstrafe und zu deren langfristiger Abschaffung auf.