Die fünfte Verhandlungsrunde für ein Abkommen der Vereinten Nationen zur Verringerung von Plastikmüll ist ohne Einigung zu Ende gegangen. Im südkoreanischen Busan hatten eine Woche lang Vertreter aus mehr als 170 Staaten beraten, um – nach jahrelanger Vorbereitung – verbindliche Maßnahmen zur Eindämmung der globalen Plastikverschmutzung zu beschließen. Am Ende konnten sich die Verhandler nicht auf einen gemeinsamen Textentwurf einigen.
Die zentrale, bisher ungelöste Streitfrage betrifft eine mögliche Obergrenze für die Plastikproduktion, wie es von einer Koalition aus mehr als 100 gleichgesinnten Staaten – darunter Mexiko, Panama, Ruanda und die Europäische Union – gefordert wird. Ölstaaten wie Saudi-Arabien und Russland hingegen hatten sich vehement gegen Produktionsgrenzen ausgesprochen – und stattdessen gefordert, dass sich das Abkommen auf eine effiziente Abfallwirtschaft fokussieren solle. Nun soll im kommenden Jahr weiterverhandelt werden.
Jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastikmüll
Fast 200 UN-Staaten hatten sich im März 2022 geeinigt, bis Ende 2024 einen gemeinsamen Beschluss zur Eindämmung von Plastik zu fassen. Insgesamt wurde das Abkommen über fast zehn Jahre vorbereitet. Global werden laut UN jährlich rund 400 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert, Tendenz steigend. In Deutschland fallen nach Informationen des Bundesumweltamts knapp sechs Millionen Tonnen an Kunststoffabfällen an.