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UN erheben schwere Vorwürfe gegen Russland: Mehr als 95 Prozent der ukrainischen Kriegsgefangenenen berichten von Misshandlungen

Mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten werden nach Schätzungen der Vereinten Nationen weiterhin von Russland ihrer Freiheit beraubt. Viele würden ohne Kontakt zur Außenwelt oder ohne eine mit dem Völkerrecht vereinbare Grundlage festgehalten, sagte die beigeordnete Generalsekretärin für Menschenrechte, Claudia Fuentes Julio.

Zugleich dauerten „weit verbreitete und systematische Folter und Misshandlungen“ festgehaltener ukrainischer Zivilisten und Kriegsgefangener durch Russland an, sagte Fuentes Julio bei einem informellen Treffen des UN-Sicherheitsrats. Dazu gehöre auch sexualisierte Gewalt.

Seit Beginn der Invasion befragten UN-Menschenrechtsexperten nach Angaben von Fuentes Julio 910 freigelassene ukrainische Kriegsgefangene und 403 zuvor festgehaltene Zivilisten. Zugang zu Haftanstalten in Russland hätten die Vereinten Nationen nicht erhalten. Aus der Schätzung geht nicht hervor, wie viele der mehr als 16.000 Festgehaltenen Erwachsene und wie viele Kinder sind.

Mehr als 95 Prozent der befragten ukrainischen Kriegsgefangenen und 85 Prozent der festgehaltenen Zivilisten berichteten demnach von Folter oder Misshandlungen. Sie schilderten zudem sexuelle Übergriffe sowie unmenschliche Haftbedingungen, darunter Nahrungsmangel und unzureichende medizinische Versorgung.

Das UN-Menschenrechtsbüro habe außerdem die Hinrichtung von 129 ukrainischen Kriegsgefangenen zu Beginn ihrer Gefangenschaft dokumentiert, sagte Fuentes Julio. Weitere 48 seien in Gefangenschaft infolge von Folter, verweigerter medizinischer Versorgung oder anderer unmenschlicher Haftbedingungen gestorben.