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Weniger Geld: HIV-Epidemie könnte wieder aufflammen

Die Vereinten Nationen ​warnen wegen der Kürzung von Finanzmitteln vor einem Wiederaufflammen der weltweiten HIV-Epidemie. Das geht aus einem Bericht der UN-Organisation UNAIDS zum Auftakt der Internationalen Aidskonferenz ‌in Brasilien ⁠hervor. Demnach sanken die Gelder im vergangenen Jahr um mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar (1,32 Milliarden Euro) auf 7,3 Milliarden US-Dollar (6,42 Milliarden Euro). Damit hätten sie den niedrigsten ⁠Stand seit fast zwei Jahrzehnten erreicht. Ohne erneutes Engagement ​drohten die hart erkämpften Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte zunichtegemacht zu werden, hieß es.

UN-Vertreterin fordert Reformen bei Staatsschulden

Ein Hauptgrund für den Rückgang der Mittel sind Kürzungen durch die ⁠USA. Diese hatten zuvor 75 Prozent der internationalen HIV-Hilfen bereitgestellt. US-Präsident Donald Trump hatte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit zunächst die Zahlungen gänzlich eingefroren. Lebensrettende Maßnahmen wurden kurz darauf wieder aufgenommen – die meisten Präventionsprogramme allerdings blieben gestrichen.

​Einige Länder konnten dies teilweise durch höhere nationale Ausgaben ausgleichen. Allerdings warnte UNAIDS vor Grenzen, etwa aufgrund der hohen Staatsverschuldung. Beispielsweise investierten 28 afrikanische Länder mehr in die Tilgung von Schulden als ins Gesundheitswesen. UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima forderte, Schulden müssten so umstrukturiert werden, dass Regierungen in das investieren könnten, was am meisten zähle: »Gesundheit, Bildung und die Zukunft ihrer Bevölkerung«.