Hassrede auf Facebook stellt die Menschenwürde vor akute Herausforderungen

Ein unabhängiger UN-Menschenrechtsexperte forderte am Mittwoch das Aufsichtsgremium von Facebook auf, die Rechte ethnischer, religiöser und sprachlicher Minderheiten stärker zu berücksichtigen, bevor Entscheidungen über kontroverse Inhalte getroffen werden, insbesondere über Hassrede.

„Minderheiten sind das wahrscheinlichste Ziel von Hassrede online, und wir wissen, dass Hassrede gegen Minderheiten häufig zu schweren Schäden in der realen Welt führen und sogar zu ethnischen Säuberungen und Völkermord führen können“, sagte Fernand de Varennes, UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen. „Hassrede im Internet ist eine der akutesten Herausforderungen für die Menschenwürde und das Leben von heute“, fügte er hinzu.

Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, verglich das Aufsichtsgremium mit dem Obersten Gerichtshof der Social-Media-Plattform als unabhängiges Gremium, das die Moderationsentscheidungen von Facebook überprüft.

Die Standards von Facebook sollten mit der Strategie und dem Aktionsplan der Vereinten Nationen gegen Hetze in Einklang gebracht werden, so de Varennes. Er sah das Versäumnis der Plattform sprachliche Minderheiten zu beschützen als beunruhigend und dem Menschenrechtsgesetz zuwider.