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Botschaft von UN-Generalsekretär Guterres zum Weltflüchtlingstag

U N I T E D   N A T I O N S                       N A T I O N S   U N I E S

DER GENERALSEKRETÄR

Botschaft zum Weltflüchtlingstag

20. Juni 2025

 

Am heutigen Tag würdigen wir das Schicksal der Millionen von Flüchtlingen, die gezwungen sind, vor Krieg, Verfolgung und Katastrophen die Flucht zu ergreifen.

Auf jedem einzelnen von ihnen lastet ein schwerwiegender Verlust – Geschichten von entwurzelten Familien, von Zukunftshoffnungen, die zunichte gemacht wurden.

Viele von ihnen stehen vor verschlossenen Türen oder sehen sich zunehmender Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt.

Von Sudan bis zur Ukraine, von Haiti bis Myanmar sind mehr Menschen denn je auf der Flucht, um ihr Leben zu retten, während die Unterstützung zusehends schwindet.

Die Aufnahmegemeinschaften, häufig in den Entwicklungsländern, sind am stärksten belastet.

Dies ist ungerecht und auf Dauer nicht tragbar.

Doch während die Welt ihrer Aufgabe nicht gerecht wird, zeigen die Flüchtlinge selbst weiterhin außergewöhnlichen Mut, Widerstandsfähigkeit und Entschlusskraft.

Wenn wir ihnen die Chance geben, leisten sie konstruktive Beiträge: Sie stärken die Volkswirtschaften, bereichern Kulturen und vertiefen soziale Beziehungen.

Am heutigen Weltflüchtlingstag muss die Solidarität über reine Lippenbekenntnisse hinausgehen.

Solidarität muss darin bestehen, die humanitäre Hilfe und Unterstützung bei der Entwicklung zu stärken, den Schutz und dauerhafte Lösungen wie beispielsweise die Neuansiedlung auszuweiten und das Recht auf Asyl – eine tragende Säule des Völkerrechts – zu wahren.

Sie muss auch darin bestehen, Flüchtlingen zuzuhören und dafür zu sorgen, dass sie ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer Zukunft erhalten.

Und sie muss darin bestehen, mithilfe von Bildung, menschenwürdiger Arbeit und Gleichberechtigung in eine langfristige Integration zu investieren.

Niemand entscheidet sich bewusst dafür, zum Flüchtling zu werden.

Unsere Reaktion jedoch sollte eine bewusste Entscheidung sein.

Entscheiden wir uns für die Solidarität. Für den Mut. Für die Menschlichkeit.

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