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Die humanitäre Arbeit der Vereinten Nationen ist „unterfinanziert, überlastet und unter Beschuss“

© Abed Rahim Khatib / ANADOLU / Anadolu via AFP

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher hat auf die dramatische Unterfinanzierung der humanitären Arbeit hingewiesen. Der Leiter des Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), sagte im UN-Hauptquartier in New York: „Wir haben nur 19 Prozent dessen, was wir brauchen.“

Die internationale Gemeinschaft hat derzeit mit mehreren humanitären Krisen weltweit zu kämpfen, darunter konfliktbedingte Krisen in der Demokratischen Republik Kongo, im Gazastreifen, im Sudan, in Syrien, in der Ukraine und im Jemen. Weitere Krisenherde sind Afghanistan, Haiti, Myanmar und die Sahelzone.

Der „Global Humanitarian Overview 2025” (GHO), eine jährliche Bewertung der weltweiten humanitären Bedürfnisse und Hilfsmaßnahmen, wurde im vergangenen Dezember veröffentlicht und umfasst 180 Millionen schutzbedürftige Menschen in 70 Ländern.

Der GHO fordert 44 Milliarden US-Dollar, aber die neuesten Zahlen zeigen, dass bislang knapp 15 Milliarden US-Dollar eingegangen sind.

Bislang wurden im Jahr 2025 fast ein Viertel aller Mittel für drei Krisen in den besetzten palästinensischen Gebieten, der Ukraine und dem Sudan bereitgestellt.

Die fünf größten Geber laut dem Financial Tracking Service der OCHA sind die Europäische Kommission, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, gefolgt von Japan und Deutschland.

Kürzungen der Hilfsgelder

Laut Fletcher haben Hunderte von Hilfsorganisationen ihre Arbeit eingestellt, und der humanitäre Sektor ist auf nur noch ein Drittel seiner Größe von vor zehn Monaten geschrumpft.

Gleichzeitig hat OCHA im letzten Jahr 20 bis 25 Prozent seines Personals verloren.

Im Juni richtete OCHA einen „hyperpriorisierten” Appell für 29 Milliarden US-Dollar, um die humanitären Pläne einzelner Länder neu zu priorisieren, mit dem Ziel, 114 Millionen Menschenleben zu retten.

Die 29 Milliarden US-Dollar entsprechen laut Fletcher nur einem Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben in diesem Jahr. Er fragte: „Was sagt das über unsere kollektiven Prioritäten aus?”