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Erdbeben in Afghanistan: UN befürchten hunderttausende Betroffene

© UNHCR/ARWEO

Von dem schweren Erdbeben in Afghanistan könnten nach Einschätzung der Vereinten Nationen „Hunderttausende“ Menschen betroffen sein. Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Afghanistan, Indrika Ratwatte, sagte in Genf, er erwarte einen „exponentiellen“ Anstieg der Toten- und Verletzten-Zahlen. Nach jüngsten Angaben der Taliban-Regierung vom Dienstag kamen mehr als 1400 Menschen ums Leben, mehr als 3000 wurden verletzt.

Doch auch viele, die ohne gesundheitliche Schäden überlebten, stehen vor den Trümmern ihrer Existenz – weil sie Obdach und Besitz verloren haben. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist weiterhin unklar. Denn für Rettungskräfte ist die ohnehin unwegsame Bergregion nach dem Beben noch schwerer zu erreichen: Viele der verschütteten Straßen müssten erst freigeräumt werden, sagte der örtliche Leiter der Katastrophenschutzbehörde, Ehsanullah Ehsan. Unter den eingestürzten Häusern werden viele weitere Opfer vermutet.

Millionen Dollar aus UN-Nothilfefonds

Auch Hilfsgüter gelangen nur unter großen Mühen in das betroffene Gebiet. Der Vertreter des UN-Kinderhilfswerks in Afghanistan kündigte die Lieferung von Medikamenten, warmer Kleidung, Zelten und Planen für Notunterkünfte sowie von Hygieneartikeln an. Aus dem UN-Nothilfefonds CERF sollen fünf Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) fließen. Allein Großbritannien gibt umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro frei, um die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz zu unterstützen.